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Night-Eating-Syndrom: Wissenswertes zu Ursachen, Symptomen und Therapie

Das Nacht-Esser-Syndrom ist eine seltene und noch nicht vollständig verstandene Essstörung – was Betroffene wissen sollten

Geschrieben von
GoLighter Redaktion
Letzte Änderung
28.04.2026
Lesezeit
5
Minuten
Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Night-Eating-Syndrom werden in den Abend- oder Nachtstunden große Mengen an Nahrung aufgenommen.
  • Es handelt sich um eine Erkrankung, die rund 1–2 % der Bevölkerung betrifft und zu der es bisher wenig Forschung gibt.
  • Ohne Behandlung kann diese Störung des Essverhaltens zu psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen führen.
  • Bei Verdacht auf das Nacht-Esser-Syndrom solltest Du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
  • Mithilfe von Psychotherapie und weiteren Maßnahmen lässt sich das Night-Eating-Syndrom gut behandeln.
Frau isst nachts Snacks vor dem offenen Kühlschrank – Symbolbild zum Night-Eating-Syndrom.

Potenzieller Zusammenhang zwischen Night-Eating-Syndrom und Übergewicht/ Adipositas

Die verfügbaren Daten zeigen keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Nacht-Esser-Syndrom (NES) und einem erhöhten Körpergewicht.

Personen mit NES sind nicht automatisch übergewichtig oder adipös. Allerdings kann das Night-Eating-Syndrom bei Menschen, die bereits übergewichtig sind, bestehende Gewichtsprobleme verstärken.

Wichtig ist:

  • Eine professionelle Behandlung von Essstörungen ist essenziell für den Therapieerfolg bei Übergewicht und Adipositas.
  • Ohne Berücksichtigung des Nacht-Esser-Syndroms ist bei Betroffenen möglicherweise keine nachhaltige Gewichtsabnahme zu erwarten.

Night-Eating-Syndrom – Definition und Diagnostik

Wer am Night-Eating-Syndrom (NES) leidet, verzehrt regelmäßig einen beträchtlichen Teil der täglichen Nahrung in den späten Abendstunden und während der Nacht. Betroffene unterbrechen teilweise mehrmals pro Nacht den Schlaf, um zu essen.

Der US-amerikanische DSM-5-Standard zur Klassifizierung psychischer Störungen stuft das Syndrom als Unterkategorie von Essstörungen ein. Die beiden wichtigsten Merkmale des Nacht-Esser-Syndroms, das bei rund 1–2 % der Bevölkerung auftritt, sind:

  • Mindestens 25 % der Tageskalorien werden nach dem Abendessen aufgenommen.
  • Mindestens zweimal wöchentlich wird nachts aufgestanden, um zu essen.

Eine Diagnose ist grundsätzlich dann möglich, wenn die Symptome über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten bestehen und von den Betroffenen als Belastung empfunden werden.

Night-Eating-Syndrom – zusätzliche Symptome im Überblick

Neben den beiden bereits genannten Hauptkriterien treten beim Night-Eating-Syndrom weitere Symptome auf. Für eine klare Diagnose müssen mindestens 3 dieser Merkmale zutreffen:

  • Viele Betroffene glauben, essen zu müssen, um schlafen zu können.  
  • Zwischen Abendessen und Zubettgehen entsteht oft ein starker Drang zu essen.
  • In den Abendstunden können depressive Verstimmungen auftreten.  
  • Nachts haben Menschen mit NES mehrmals pro Woche Probleme, ein oder durchzuschlafen.
  • Am Morgen fehlt häufig der Appetit – das Frühstück fällt dann oft aus.

Nacht-Esser-Syndrom nur schwer von anderen Erkrankungen abgrenzbar

In der Praxis wird das Night-Eating-Syndrom nur selten diagnostiziert. Das liegt nicht nur daran, dass es offiziell nicht als Krankheit anerkannt ist. Zudem ähneln viele Symptome denen anderer Essstörungen oder Schlafproblemen.

Von der „Sleep-related Eating Disorder“ grenzt sich das Night-Eating-Syndrom vor allem dadurch ab, dass Betroffene im Wachzustand essen und sich auch am darauffolgenden Tag an das abendliche oder nächtliche Essen erinnern können.

Es ist davon auszugehen, dass ein gewisser Anteil der Betroffenen aus Scham keinen medizinischen Rat sucht.

Wichtig
Wann ist medizinische Unterstützung erforderlich?

Gelegentliches Essen am Abend oder in der Nacht bedeutet nicht, dass Du eine Essstörung hast.

Aber: Wenn Du den Verdacht auf das Night‑Eating‑Syndrom hast, solltest Du ärztlichen Rat einholen.

Das gilt besonders dann, wenn Du unter Deinem Essverhalten leidest oder das Gefühl hast, die Kontrolle zu verlieren.

Je früher eine Essstörung professionell behandelt wird, desto besser lassen sich die Symptome positiv beeinflussen.

Nacht-Esser-Syndrom: Ursachen und Einflussfaktoren

Im Vergleich zu anderen Essstörungen gibt es zum Night-Eating-Syndrom aktuell kaum hochwertige Studien. Die Ursachen sind bisher nicht exakt erforscht.

Grundsätzlich kann jeder Mensch von Essstörungen oder psychischen Erkrankungen betroffen sein. Sie sind kein Zeichen von Willensschwäche, sondern komplexe, ernstzunehmende Krankheiten.

Einflussfaktoren, die das Auftreten eines Nacht-Essen-Syndroms, begünstigen könnten, sind:

  • Stress
  • Zugrunde liegende psychische Erkrankungen
  • Störungen des zirkadianen Rhythmus
  • Hormonelle Veränderungen und Störungen
  • Genetische Veranlagung
  • Traumatische Erlebnisse in der Kindheit

Night-Eating-Syndrom: Folgen und mögliche Risiken

Ein unbehandeltes Night‑Eating‑Syndrom kann verschiedene körperliche und psychische Folgen haben:

  • Wenn Du abends oder nachts regelmäßig mehr isst, als Dein Körper braucht, kann das langfristig zu einer Gewichtszunahme führen.
  • Das Night‑Eating‑Syndrom geht häufig mit Schlafstörungen einher. Chronisch schlechter Schlaf kann eine unausgewogene Ernährung begünstigen.
  • Auch psychische Beschwerden sind typisch: Stress, Ängste, depressive Verstimmungen oder Suchttendenzen treten oft gleichzeitig auf.

Therapie: Was kann man gegen das Night-Eating-Syndrom tun?

Derzeit ist die wissenschaftliche Evidenz zu den Therapiemethoden begrenzt.1 Daher fehlen Leitlinien zur Behandlung des Nacht-Esser-Syndroms.

Mögliche Therapieansätze sind:

  • Bei Essstörungen werden grundsätzlich psychotherapeutische Ansätze wie die kognitive Verhaltenstherapie empfohlen. Dies kann helfen, das eigene Essverhalten bewusster zu kontrollieren.
  • Auch bestimmte Medikamente aus der Gruppe der Psychopharmaka könnten sich positiv auf das Night-Eating-Syndrom auswirken. Über die Einnahme von Arzneimitteln entscheidet eine Ärztin / ein Arzt im Einzelfall.
  • Zudem können Lichttherapie und Muskelrelaxation die Symptome von Betroffenen möglicherweise lindern.

Menschen mit einer Nacht‑Essen‑Störung profitieren – ergänzend zur ärztlichen Behandlung – oft von einfachen Selbsthilfe‑Techniken, zum Beispiel einem Ernährungstagebuch.

Auch regelmäßige Mahlzeiten am Tag können helfen und sich positiv auf die Symptome auswirken.

Zusammenfassung

Medikamente

Wirkstoffe

Häufige Fragen

Beim Night‑Eating‑Syndrom werden mindestens 25 % der täglichen Nahrungsmenge am Abend oder in der Nacht gegessen. Viele Betroffene stehen mindestens zweimal pro Woche nachts auf, um zu essen.

Typische Symptome sind depressive Verstimmungen am Abend oder ein starker Drang, zwischen Abendessen und Zubettgehen zu essen.

Am Morgen fehlt häufig der Appetit – das Frühstück fällt dann oft aus.

Das Syndrom geht meist mit mentalem Leidensdruck und Schlafmangel einher.

Die genauen Ursachen des Night-Eating-Syndroms sind nicht bekannt. Wahrscheinlich entsteht es durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren – genetisch, psychologisch, sozial, physiologisch sowie durch Umwelt- und Verhaltensaspekte.

Das Night-Eating-Syndrom ist nach dem DSM-5 als Essstörung klassifiziert und es gibt klare Diagnosekriterien. Die Symptome müssen mindestens drei Monate bestehen und zu einer Belastung oder Beeinträchtigung führen.

In der Praxis ist die Diagnose jedoch schwierig, da sich viele Merkmale mit denen anderer Essstörungen oder psychischer Erkrankungen, wie dem Binge-Eating-Syndrom, überschneiden.

Da Essstörungen psychisch bedingte Erkrankungen sind, steht die Psychotherapie im Mittelpunkt der Behandlung. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch begrenzt. Im Einzelfall können Ärztinnen und Ärzte auch bestimmte Psychopharmaka einsetzen.

Ergänzend können Selbsthilfetechniken wie ein Ernährungstagebuch helfen, ein regelmäßiges Essverhalten aufzubauen.

Beim Night-Eating-Syndrom spielen vermutlich Störungen des zirkadianen Rhythmus sowie hormonelle Veränderungen eine Rolle.

Bei Betroffenen wurden nachts teilweise erhöhte Ghrelin-Werte (das sogenannte Hungerhormon) und veränderte Melatonin-Spiegel beobachtet.

Schlafstörungen treten häufig gleichzeitig mit dem Night-Eating-Syndrom auf, die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht geklärt.

Das Night-Eating-Syndrom unterscheidet sich vor allem durch den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme: spät abends oder nachts.

Es gibt jedoch viele Überschneidungen mit anderen Essstörungen, etwa dem Binge-Eating-Syndrom. Auch andere psychische Erkrankungen können gleichzeitig auftreten, was die Abgrenzung zusätzlich erschwert.

Das Night-Eating-Syndrom ist von der „Sleep-related Eating Disorder“ dadurch zu unterscheiden, dass Betroffene wach essen und sich am Morgen daran erinnern können.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

Ja, ein Mounjaro® Rezept ist zwingend erforderlich, da das Medikament verschreibungspflichtig ist. Es darf nur mit ärztlicher Verordnung in Apotheken – online oder vor Ort – abgegeben werden.

1. Lavery, M. E., & Frum-Vassallo, D. (2022). An updated review of night eating syndrome: An under-represented eating disorder. Current Obesity Reports, 11(4), 395–404. https://doi.org/10.1007/s13679-022-00487-9

2. DocCheck, M. B. (2020, December 3). Night-Eating-Syndrom. DocCheck Flexikon; DocCheck Community GmbH. https://flexikon.doccheck.com/de/Night-Eating-Syndrom

3. (N.d.). Awmf.org. Retrieved February 25, 2026, from https://register.awmf.org/assets/guidelines/051-026l_S3_Essstoerung-Diagnostik-Therapie_2020-03-abgelaufen.pdf

4. Salman, E. J., & Kabir, R. (2025). Night eating syndrome. In StatPearls. StatPearls Publishing.

5. Deutscher Ärzteverlag GmbH. (n.d.-b). Night-Eating-Syndrom: Nicht so selten. Deutsches Ärzteblatt. Retrieved February 25, 2026, from https://www.aerzteblatt.de/archiv/night-eating-syndrom-nicht-so-selten-09a400d6-2db0-44f4-b8ec-ead6b300b81d

6. Deutscher Ärzteverlag GmbH. (n.d.). Night-Eating-Syndrom: Mehr als eine schlechte Angewohnheit. Deutsches Ärzteblatt. Retrieved February 25, 2026, from https://www.aerzteblatt.de/archiv/night-eating-syndrom-mehr-als-eine-schlechte-angewohnheit-6d4a0368-0703-44ef-9eaa-5d7d4912c2a5

7. Sleep-related eating disorders. (2023, September 5). Cleveland Clinic. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/21730-sleep-related-eating-disorders