Abnehmspritzen: Wie funktionieren sie – und für wen sind sie geeignet?

Was Du über Abnehmspritzen wissen solltest

Geschrieben von
GoLighter Redaktion
Letzte Änderung
02.02.2026
Lesezeit
8
5
min
Das Wichtigste in Kürze
  • Abnehmspritzen können den Gewichtsverlust unterstützen, indem sie Hunger- und Sättigungsgefühl sowie die Blutzuckerregulation beeinflussen.
  • Sie kommen vor allem dann infrage, wenn Gewichtsreduktion trotz Ernährungsumstellung und Bewegung schwerfällt.
  • Abnehmspritzen sind kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil, sondern Teil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts.
  • Eine Kombination mit Ernährungs-, Bewegungs- und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen ist für den Behandlungserfolg notwendig.
  • Ob eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll ist, sollte immer im Rahmen einer ärztlichen Beratung individuell geklärt werden.
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Person setzt sich eine Injektion in die Bauchregion mit einem blauen Injektionspen. Die Person trägt eine graue Sportkleidung und blaue Hose.
Wichtiger Hinweis zu Ozempic®

Ozempic® ist in Deutschland ausschließlich zur Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Es darf nur nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden. Die Anwendung von Ozempic® zur Gewichtsreduktion gehört nicht zu den zugelassenen Indikationen. Der folgende Artikel dient der medizinischen Aufklärung. Wende Dich bei Fragen zur Behandlung immer an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.

Du bist auf der Suche nach medikamentöser Unterstützung bei der Behandlung von Übergewicht? Hier findest du hilfreiche Informationen zu Wegovy®.

Was sind Abnehmspritzen?

Eine Abnehmspritze ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas. Adipositas gilt als chronische Erkrankung und ist mit einem erhöhten Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen verbunden.

Die Wirkstoffe werden unter die Haut (subkutan) injiziert und beeinflussen verschiedene Mechanismen im Körper. Dazu gehören das Hungergefühl, das Sättigungsempfinden und die Magenentleerung – mit dem Ziel, die Gewichtsabnahme zu erleichtern.

Adipositas liegt ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder mehr vor. In bestimmten Fällen kann eine medikamentöse Therapie bereits ab einem BMI ≥ 27 in Betracht gezogen werden, wenn gewichtsbedingte Begleiterkrankungen bestehen.

Bild generiert von KI

Zur medikamentösen Behandlung von Adipositas kommen GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid oder Liraglutid zum Einsatz. Zusätzlich steht mit Tirzepatid ein Wirkstoff zur Verfügung, der sowohl am GLP-1- als auch am GIP-Rezeptor angreift.

Klinische Studien¹ belegen die Wirksamkeit inkretin-basierter Therapien zur Gewichtsreduktion. In Abhängigkeit vom eingesetzten Wirkstoff, der Dosierung und der begleitenden Lebensstiltherapie wird über einen Zeitraum von etwa 1 Jahr im Durchschnitt eine Gewichtsabnahme von rund 10–20% des Ausgangsgewichts erreicht, wobei die individuellen Ergebnisse variieren.

Die Behandlung sollte stets ärztlich begleitet werden und ersetzt keine langfristige Veränderung des Lebensstils. Entsprechend empfiehlt die deutsche S3-Leitlinie, die medikamentöse Therapie immer in ein multimodales Behandlungskonzept aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie einzubetten.

Was bewirken diese Medikamente konkret?

Sie reduzieren das Hungergefühl, verstärken die Sättigung und verzögern die Magenentleerung. Klinische Studien zeigen über einen Zeitraum von etwa 1 Jahr eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von rund 10–20 % des Ausgangsgewichts, abhängig vom eingesetzten Wirkstoff, der Dosierung und begleitenden Lebensstilmaßnahmen.

Warum kann eine medikamentöse Unterstützung beim Abnehmen sinnvoll sein?

Übergewicht und Adipositas sind mehr als ein kosmetisches Problem. Sie erhöhen das Risiko für zahlreiche gesundheitliche Folgeerkrankungen, darunter:

  • Typ-2-Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Gelenk- und Rückenbeschwerden

Darüber hinaus können Begleiterkrankungen auftreten, die den Gesundheitszustand zusätzlich beeinflussen können:

  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
  • Hormonelle Störungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Atemwegserkrankungen wie Asthma
  • Orthopädische Beschwerden wie Rückenschmerzen
Wann ist eine Abnehmspritze sinnvoll?

Eine Behandlung mit einer Abnehmspritze kann sinnvoll sein, wenn trotz Ernährungsumstellung und Bewegung keine ausreichende Gewichtsreduktion erreicht wird. Ob eine Abnehmspritze infrage kommt, entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach individueller Prüfung. Dabei werden unter anderem der BMI, mögliche Vorerkrankungen und Begleiterkrankungen, bisherige Abnehmversuche sowie persönliche Risikofaktoren berücksichtigt.

Können Abnehmspritzen auch vor Diabetes Typ 2 schützen?

Ja. Studien deuten darauf hin, dass inkretin-basierte Therapien durch die Gewichtsreduktion und eine verbesserte Insulinempfindlichkeit das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes Typ 2 senken können – insbesondere bei Menschen mit Prädiabetes.

Dieser Effekt beruht vor allem auf der verbesserten Blutzuckerregulation. Abnehmspritzen ersetzen jedoch keine gezielte Diabetesprävention, sondern sind Teil eines umfassenden therapeutischen Gesamtkonzepts.

Welche weiteren gesundheitlichen Vorteile können Abnehmspritzen haben?

Neben der Gewichtsreduktion zeigen Studien Hinweise auf positive Effekte auf Blutdruck, Blutfettwerte und andere kardiometabolische Risikofaktoren. Diese Effekte entstehen überwiegend indirekt durch die verbesserte Stoffwechselregulation und den Gewichtsverlust.

Wie wirken Abnehmspritzen im Körper?

Alle aktuell zugelassenen Abnehmspritzen basieren auf inkretin-basierten Therapien. Sie greifen gezielt in die hormonelle Regulation von Hunger, Sättigung und Blutzucker ein.

Welche Wirkstoffe sind in Abnehmspritzen enthalten?

Zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas sind derzeit folgende Wirkstoffe zugelassen:

  • Wegovy® (Semaglutid) und Saxenda® (Liraglutid): GLP-1-Rezeptor-Agonisten, die das Sättigungsgefühl verstärken, die Magenentleerung verlangsamen und den Blutzucker regulieren.
  • Mounjaro® (Tirzepatid): Dual wirksamer Rezeptor-Agonist der an GLP-1- und GIP-Rezeptoren andockt, der den Appetit stärker senken und die Insulinausschüttung verbessern kann.
Warum kann es mit einer Abnehmspritze leichter fallen, weniger zu essen?

Heißhunger kann verschiedene Ursachen haben – etwa Blutzuckerschwankungen, hormonelle Signale aus dem Magen-Darm-Trakt, Stress oder ein verzögertes Sättigungsgefühl.

Abnehmspritzen setzen an mehreren dieser Mechanismen gleichzeitig an: Das Sättigungsgefühl tritt früher ein, hält länger an, die Magenentleerung wird verlangsamt und der Blutzucker stabilisiert. Dadurch können typische Auslöser für Heißhunger abgeschwächt werden.

Wie lange dauert die Behandlung mit einer Abnehmspritze?

Die Therapie ist in der Regel langfristig ausgelegt. Erste Effekte zeigen sich häufig nach einigen Wochen, die volle Wirksamkeit meist nach mehreren Monaten. Dauer und Dosierung werden individuell durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt festgelegt.

Wirkt die Abnehmspritze bei Frauen und Männern unterschiedlich?

Die Unterschiede sind insgesamt gering. Studien zeigen, dass Frauen bei geringerem Ausgangsgewicht teilweise etwas bessere Ergebnisse erzielen. Insgesamt sprechen jedoch sowohl Frauen als auch Männer vergleichbar gut auf die Therapie an.²

Für wen eignet sich die Behandlung mit einer Abnehmspritze?

Abnehmspritzen werden verschrieben bei:

  • BMI ≥ 30 (Adipositas) oder
  • BMI ≥ 27 mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung).
Ist die Abnehmspritze für jeden geeignet?

Nein. Nicht geeignet ist die Behandlung unter anderem bei Schwangerschaft oder Stillzeit, bestimmten Schilddrüsenerkrankungen (z. B. medullärem Schilddrüsenkarzinom oder MEN-2-Syndrom) sowie schweren Magen-Darm-Erkrankungen. Ob die Therapie infrage kommt, wird immer individuell ärztlich entschieden.

Wie werden Abnehmspritzen angewendet und gelagert?

Die Injektion erfolgt subkutan (unter die Haut), meist in Bauch, Oberschenkel oder Oberarm. Die Anwendungshäufigkeit hängt vom Wirkstoff ab.

Kann ich die Abnehmspritze selbst anwenden?

Ja. Abnehmspritzenkönnen  selbst verabreicht werden.

Wichtig sind:

  • korrektes Wechseln der Einstichstellen,
  • sachgerechte Lagerung (2–8 °C, nicht einfrieren),
  • Beachtung der Herstellerangaben.
Wie oft muss ich mir die Abnehmspritze spritzen?
  • 1-mal wöchentlich: Semaglutid (Wegovy®), Tirzepatid (Mounjaro®)
  • 1-mal täglich: Liraglutid (Saxenda®)
Wie lagere ich die Abnehmspritze richtig?

Die Medikamente werden im Kühlschrank bei 2–8 °C gelagert, dürfen nicht eingefroren und sollten vor Licht geschützt werden. Geöffnete Pens können – je nach Präparat – für einen begrenzten Zeitraum bei Raumtemperatur (max. 30 °C) aufbewahrt werden. Maßgeblich sind die Angaben in der jeweiligen Gebrauchsinformation.

Welche Rolle spielen Ernährung und Bewegung während der Therapie?

Ernährung und Bewegung sind entscheidend für den langfristigen Erfolg einer Behandlung mit Abnehmspritzen. Empfohlen werden:

  • ein tägliches Kaloriendefizit von etwa 500–600 kcal,
  • eine protein- und ballaststoffreiche Ernährung zur Unterstützung von Sättigung und Muskelerhalt,
  • regelmäßige körperliche Aktivität 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt für Erwachsene folgende Zielwerte für körperliche Aktivität an:

  • 150–300 Minuten moderat intensive Bewegung pro Woche
 (z. B. zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen)
oder
  • 75–150 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche,
  • zusätzlich kräftigende Übungen an mindestens zwei Tagen pro Woche.

Wichtig: Diese Angaben sind Orientierungs- und Zielwerte. Gerade zu Beginn gilt: Jede Bewegung zählt. Auch kurze Spaziergänge und mehr Alltagsbewegung sind sinnvoll. Ziel sollte es jedoch sein, das Bewegungsniveau schrittweise zu steigern und sich langfristig den empfohlenen Umfängen anzunähern.

Warum sind diese Maßnahmen trotz Abnehmspritze so wichtig?

Sie unterstützen die Wirkung der Medikamente, helfen beim Muskelerhalt, können die  kardiovaskuläre Gesundheit verbessern und das Risiko einer erneuten Gewichtszunahme reduzieren. 

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Welche Risiken und Nebenwirkungen können bei Abnehmspritzen auftreten?

Wie jede medizinische Behandlung können auch Abnehmspritzen Nebenwirkungen haben. Zu den häufigsten zählen:

  • Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung)
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt oder bei der Ärztin sind wichtig, um die Behandlung sicher zu gestalten und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Eine schrittweise Dosiserhöhung kann die Verträglichkeit verbessern.

Sehr selten wurden schwerwiegendere Nebenwirkungen wie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) beobachtet. In präklinischen Tierstudien zeigte sich unter bestimmten GLP-1-Rezeptor-Agonisten zudem ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsentumore. Ein entsprechender Zusammenhang beim Menschen konnte bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden, dennoch gelten bestimmte Schilddrüsenerkrankungen als Ausschlusskriterium für die Therapie.

Wie sicher sind Abnehmspritzen?

Abnehmspritzen gelten insgesamt als gut verträglich. Die meisten Nebenwirkungen sind vorübergehend und betreffen den Magen-Darm-Trakt, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Schwerwiegende Komplikationen sind selten, machen jedoch eine regelmäßige ärztliche Begleitung und Kontrolle erforderlich.

Gibt es bekannte langfristige Risiken?

Langfristige Daten zeigen bislang keine neuen Sicherheitsbedenken. Seltene Risiken wie Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) sowie Hinweise aus Tierstudien zu Schilddrüsenerkrankungen werden weiterhin wissenschaftlich beobachtet. Aus Vorsichtsgründen gelten entsprechende Vorerkrankungen als Kontraindikationen (medizinische Gründe, die gegen eine Anwendung sprechen), und regelmäßige ärztliche Kontrollen werden empfohlen.

Wie beeinflusst die Abnehmspritze die Wirkung anderer Medikamente?

Nutzt Du die Abnehmspritze zusammen mit anderen Medikamenten, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Die Abnehmspritze verlangsamt unter anderem die Magenentleerung. Dadurch kann es sein, dass Medikamente, die Du in Tablettenform oder als Flüssigkeit über den Mund aufnimmst (oral), länger brauchen, bis sie ins Blut gelangen und wirken. Vor allem Medikamente, die schnell wirken sollen, können davon betroffen sein.

Wichtig

Aufgrund der verzögerten Magenentleerung kann sich die Aufnahme und Wirkung bestimmter Medikamente verändern. Besprich unbedingt vor Beginn der Behandlung mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt alle Arzneimittel, die Du einnimmst, um Risiken und Wechselwirkungen zu vermeiden.

Typische Wechselwirkungen mit Medikamenten

  • Metformin: Ein Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. In Kombination mit Abnehmspritzen ist in der Regel keine relevante Wechselwirkung und kein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen zu erwarten. Eine ärztliche Rücksprache ist dennoch sinnvoll, insbesondere wenn weitere blutzuckersenkende Medikamente eingenommen werden.
  • Orale Verhütungsmittel (Antibabypille): Die Wirkung oraler Verhütungsmittel bleibt üblicherweise erhalten. Während der Dosiserhöhung kann die Aufnahme jedoch vorübergehend beeinträchtigt sein, weshalb in dieser Phase zusätzlich eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode empfohlen wird. Eine Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt ist sinnvoll.
  • Paracetamol: Zu Beginn der Therapie kann die Wirkung verzögert eintreten. Nach einer Eingewöhnungszeit normalisiert sich der Wirkungseintritt wieder.
  • Atorvastatin: Die Wirkung dieses Medikaments bei erhöhten Blutfetten wird durch die Abnehmspritze nicht relevant beeinflusst.
  • Digoxin: Keine nennenswerte Wechselwirkung, dennoch ist eine ärztliche Rücksprache empfohlen.
  • Antidepressiva: Manche Antidepressiva können eine Gewichtszunahme fördern oder Nebenwirkungen der Abnehmspritze verstärken. Hier ist eine enge ärztliche Begleitung sinnvoll.
  • Markumar / Warfarin: Die Blutverdünnungswirkung bleibt bestehen. Regelmäßige Blutkontrollen werden empfohlen.
  • Antibiotika: Bei Einnahme sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt über die Nutzung der Abnehmspritze informiert werden.
Wichtig

Keine Kombination der Abnehmspritze mit anderen Abnehmmedikamenten!

Wechselwirkungen im Alltag: Wie verträgt sich die Abnehmspritze mit Alkohol, Rauchen, Cannabis und Sport?

Nicht nur Medikamente, auch einige Deiner Alltagsgewohnheiten können die Wirkung der Abnehmspritze beeinflussen und Wechselwirkungen hervorrufen. Die wichtigsten haben wir für Dich hier zusammengestellt:

Die Abnehmspritze und Alkohol

Alkohol kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen und das Risiko für Unterzuckerung erhöhen. Je nach Getränkewahl kann es auch zu einem Anstieg des Blutzuckers kommen. Wenn überhaupt Alkohol konsumiert wird, sollte dies nur sehr selten und in kleinen Mengen erfolgen – immer in Absprache mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin.

Die Abnehmspritze und Rauchen

Es gibt bislang keine Studien zu möglichen Wechselwirkungen zwischen der Behandlung mit der Abnehmspritze und dem Rauchen. Dennoch solltest Du bedenken, dass Rauchen Dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Durchblutungsstörungen vergrößert – und das ist bei Übergewicht ohnehin schon höher.

Die Abnehmspritze und Cannabis

Es existieren noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu, ob es zwischen der Behandlung mit der Abnehmspritze und der Anwendung von Cannabis zu Wechselwirkungen kommt. Es ist aber möglich, dass Du bei zeitgleicher Anwendung die Nebenwirkungen beider Substanzen spürst. Wird etwa Dein Hunger stark angekurbelt, wenn Du Cannabis konsumierst, kann sich das negativ auf die gewünschte Gewichtsabnahme auswirken.

Die Abnehmspritze und Sport

Sportliche Betätigung ist wichtig für Deinen Abnehmerfolg. Jedoch kann Sport dazu führen, dass Dein Blutzuckerspiegel sinkt. Kontrolliere daher regelmäßig Deinen Blutzuckerspiegel und nimm sicherheitshalber einen Snack mit.

Was kannst Du tun, wenn die Abnehmspritze keine Wirkung zeigt?

Zeigen sich innerhalb von etwa 12–16 Wochen trotz korrekter Anwendung keine relevanten Fortschritte, sollte die Therapie gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt überprüft werden. Dabei kann geschaut werden, ob die Dosierung angepasst, Anwendungsfehler ausgeschlossen oder begleitende Maßnahmen wie Ernährung und Bewegung optimiert werden sollten.

Was tun, wenn der Abnehmerfolg ausbleibt?

Bleibt der gewünschte Gewichtsverlust aus, ist eine ärztliche Neubewertung sinnvoll. Je nach Situation kann eine Dosisanpassung, ein Wechsel des Präparats oder eine stärkere Einbindung von Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen helfen.

Was passiert nach dem Absetzen der Abnehmspritze?

Nach dem Absetzen der Abnehmspritze lässt die medikamentöse Beeinflussung der Appetitregulation nach. Die hormonellen Signale für Hunger und Sättigung normalisieren sich wieder, sodass viele Betroffene erneut ein stärkeres Hungergefühl verspüren. In der Folge kann es zu einer Gewichtszunahme kommen, insbesondere wenn keine begleitenden Lebensstilmaßnahmen fortgeführt werden.

Kann man den Jo-Jo-Effekt verhindern?

Hilfreich sind eine strukturierte Ernährungsumstellung, regelmäßige Bewegung sowie verhaltenstherapeutische Strategien, die dabei unterstützen, neue Ess- und Bewegungsgewohnheiten langfristig beizubehalten.

Welche neuen Wirkstoffe werden aktuell erforscht?

Neben den bereits zugelassenen Präparaten wird intensiv an neuen medikamentösen Ansätzen zur Behandlung von Adipositas geforscht.

Gibt es neue Wirkstoffe und zukünftige Entwicklungen bei Abnehmspritzen?

Ja. In der Adipositasforschung werden neue Wirkstoffe entwickelt, die über die bisherigen GLP-1- und GIP-Mechanismen hinausgehen. Ein Beispiel ist Retatrutid, ein Triple-Agonist, der zusätzlich am Glukagon-Rezeptor wirkt.

Durch die Aktivierung mehrerer hormoneller Signalwege sollen neben Appetit und Sättigung auch Energieverbrauch und Fettstoffwechsel stärker beeinflusst werden. Retatrutid befindet sich derzeit noch in der klinischen Entwicklung und ist nicht zugelassen.

Werden bestehende Abnehmspritzen weiterentwickelt?

Ja. Auch bereits zugelassene Wirkstoffe wie Tirzepatid werden weiter erforscht. Im Fokus stehen optimierte Dosierungsschemata sowie Kombinationen mehrerer Hormone, um Wirksamkeit und Verträglichkeit weiter zu verbessern.

Sind diese neuen Medikamente bereits verfügbar?

Nein. Obwohl erste Studien vielversprechende Effekte auf die Gewichtsreduktion zeigen, befinden sich diese Wirkstoffe noch in der klinischen Entwicklung. Sie sind derzeit nicht zugelassen und stehen außerhalb von Studien nicht zur Verfügung.

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Werden die Kosten für Abnehmspritzen von der Krankenkasse übernommen?

Abnehmspritzen wie Wegovy®, Mounjaro® oder Saxenda® werden in Deutschland derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattet. Private Krankenversicherungen (PKV) können die Kosten hingegen teilweise oder vollständig übernehmen, abhängig vom individuellen Tarif, dem Versicherungsvertrag und der medizinischen Begründung. In vielen Fällen ist eine vorherige Kostenanfrage oder ärztliche Stellungnahme erforderlich.

Warum übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten nicht, obwohl Adipositas eine Erkrankung ist?

Der Grund ist nicht eine fehlende medizinische Wirksamkeit, sondern eine rechtliche Einordnung als Lifestyle-Arzneimittel gemäß Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Auf politischer Ebene wird jedoch diskutiert, ob sich diese Einordnung künftig ändern sollte.

Übernehmen private Krankenversicherungen die Kosten für Abnehmspritzen?

Private Krankenversicherungen können die Kosten übernehmen, allerdings nicht automatisch. Ob und in welchem Umfang eine Erstattung erfolgt, hängt vom individuellen Tarif, der medizinischen Indikation und den Vertragsbedingungen ab. Versicherte sollten vor Beginn der Therapie eine schriftliche Kostenklärung mit ihrer PKV vornehmen.

Wo und wie kann man Abnehmspritzen sicher beziehen?

Abnehmspritzen sind in Deutschland verschreibungspflichtige Arzneimittel. Sie dürfen ausschließlich nach ärztlicher Verordnung und über zugelassene Apotheken bezogen werden – entweder vor Ort oder über seriöse Online-Apotheken.

Der Bezug über Angebote ohne Rezept, aus dem Ausland oder von nicht geprüften Quellen ist mit erheblichen Risiken verbunden. Dabei handelt es sich häufig um Fälschungen oder unsachgemäß gelagerte Produkte, die zu Dosierungsfehlern und schweren Nebenwirkungen führen können.

Woran erkenne ich eine seriöse Online-Apotheke?

Seriöse Online-Apotheken verfügen über:

  • ein gültiges EU-Sicherheitslogo,
  • ein vollständiges Impressum,
  • und verlangen immer ein ärztliches Rezept.

Listen zugelassener Versandapotheken finden sich auf offiziellen Seiten, etwa beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

So dosierst Du die Abnehmspritze richtig

Mithilfe eines Fertigpens spritzt Du Dir den Wirkstoff der Abnehmspritze unter die Haut. Damit Dein Körper sich langsam an den Wirkstoff gewöhnen kann und Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Verdauungsprobleme minimiert werden, wird die Dosis schrittweise erhöht. Die genaue Dosierung und das Einnahmeschema legt Deine behandelnde Ärztin oder Dein behandelnder Arzt individuell für Dich fest.

So sehen die Dosierungsschemata für die gängigen Abnehmspritzen aus:

Wirkstoff Einnahmehäufigkeit Dosierung
Mounjaro® (Tirzepatid) 1-mal wöchentlich Start: 2,5 mg, Erhaltung: 15 mg
Wegovy® (Semaglutid) 1-mal wöchentlich Start: 0,25 mg, Erhaltung: 2,4 mg
Saxenda® (Liraglutid) 1-mal täglich  Start: 0,6 mg, Erhaltung: 3,0 mg

Wie unterscheiden sich Abnehmspritzen von der Fett-weg-Spritze?

Die Abnehmspritze wirkt systemisch auf Hunger, Sättigung und Stoffwechsel und dient der Behandlung von Übergewicht und Adipositas.

Was macht die Fett-weg-Spritze anders?

Sie wird lokal injiziert, um kleine Fettdepots zu reduzieren, und eignet sich nicht zur allgemeinen Gewichtsabnahme.

Alternativen zu Abnehmspritzen

Abnehmspritzen sind nicht für jeden geeignet. Wenn unerwünschte Nebenwirkungen auftreten oder über einen längeren Zeitraum anhalten, wenn Du bestimmte Vorerkrankungen hast oder wenn Du durch die Abnehmspritze nicht wie erhofft abnimmst, gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten.

Welche für Dich am besten geeignet ist, besprichst Du am besten mit Deiner behandelnden Ärztin oder Deinem behandelnden Arzt.

Weitere Medikamente zur Gewichtsreduktion

Neben den Abnehmspritzen gibt es weitere Medikamente, die zur Gewichtsreduktion bei Adipositas eingesetzt werden können. Zum Beispiel Lipasehemmer (Fettbinder), die die Fettverdauung blockieren und so die Gewichtsabnahme fördern.

Chirurgische Eingriffe

Bariatrische Eingriffe (also Eingriffe aus der Adipositaschirurgie) werden mit dem Ziel durchgeführt, den Magen, den Darm oder beide zu verändern, um eine Gewichtsabnahme herbeizuführen. Die häufigsten Eingriffe sind

In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Operation ab einem BMI von 40 oder – wenn bereits schwere Erkrankungen vorliegen – ab einem BMI von 35.

Wie effektiv sind Abnehmspritzen im Vergleich zu anderen Methoden?

Abnehmspritzen gehören laut Studien zu den wirksamsten medikamentösen Therapien bei Übergewicht und Adipositas. Klinische Untersuchungen zeigen im Durchschnitt eine Gewichtsreduktion von etwa 10–20 % des Ausgangsgewichts – abhängig von Wirkstoff, Dosis und Lebensstilmaßnahmen. Für einen nachhaltigen Erfolg sind eine kalorienbewusste Ernährung, Bewegung und Verhaltensstrategien entscheidend.

Häufige Fragen

Mounjaro®, Wegovy® und Saxenda® enthalten Wirkstoffe, die das Sättigungsgefühl verstärken und den Blutzuckerspiegel regulieren. Wegovy® (Semaglutid) und Saxenda® (Liraglutid) gehören zur Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten. Mounjaro® (Tirzepatid) ist ein dualer Agonist, der sowohl auf den GLP-1- als auch auf den GIP-Rezeptor wirkt.

Nein, Abnehmspritzen sind nicht für alle geeignet. Sie kommen vor allem für Menschen mit starkem Übergewicht infrage:

  • BMI ≥ 30 (Adipositas) oder
  • BMI zwischen 27 und 29,9 in Kombination mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen wie z. B. Bluthochdruck.

Von der Anwendung wird abgeraten bei:

  • Schwangerschaft oder Stillzeit,
  • bestimmten Krebserkrankungen (z. B. medullärer Schilddrüsenkrebs),
  • multiplen endokrinen Neoplasien oder anderen relevanten Vorerkrankungen

Die Eignung sollte immer individuell ärztlich geprüft werden

Abnehmspritzen bzw. Inkretin-basierte Therapien sind nach dem derzeitigen Stand der Forschung die wirksamsten Medikamente zur Gewichtsreduktion. Für einen erfolgreichen und dauerhaften Gewichtsverlust mithilfe von Abnehmmedikamenten sind darüber hinaus eine kalorienreduzierte Ernährung und körperliche Aktivität wichtig.

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.

Diese Beschwerden klingen meist nach einiger Zeit ab. Schwerwiegendere Nebenwirkungen wie:

  • allergische Reaktionen oder
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),

erfordern jedoch eine sofortige ärztliche Abklärung.

Ja, Abnehmspritzen können selbstständig zu Hause angewendet werden. Dabei wird das Medikament nach ärztlicher Anweisung verabreicht:

  • 1-mal täglich (z. B. Saxenda®) oder
  • 1-mal wöchentlich (z. B. Mounjaro® und Wegovy®) 

subkutan (unter die Haut) gespritzt. Wichtig ist, dass Du die ärztlichen Empfehlungen befolgst, um die korrekte Anwendung zu gewährleisten.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden. Gründe dafür sind unter anderem, die Gesundheit der Patienten und Patientinnen zu schützen sowie eine missbräuchliche Anwendung zu verhindern.

Nein, Mounjaro kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden. Dies dient dem Schutz der Gesundheit der Patientinnen und Patienten und verhindert eine missbräuchliche Anwendung.

Das Abnehmmedikament kannst Du auch online kaufen. Beachte aber: Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament. Das bedeutet, dass Du ein ärztliches Rezept benötigst, wenn Du Saxenda kaufen möchtest. Es ist also nicht frei verkäuflich.

Anders als die Abnehmspritze dient die Fett-weg-Spritze nicht der Gewichtsabnahme. Sie wird eingesetzt, um gezielt lokale Fettdepots zu minimieren, die sich trotz ausgewogener Ernährung und regelmäßiger sportlicher Betätigung hartnäckig halten.

  1. 1European Medicines Agency. (o. J.). Ozempic: EPAR – product information. Abgerufen am 28. September 2023, von https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/ozempic-epar-product-information_de.pdf
  2. 2Deutsche Adipositas-Gesellschaft, Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Ernährung & Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. (2023). S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas (Version 2.0). AWMF-Register-Nr. 050/001. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/050-001.html
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  7. Hüttemann, D. (2021). Erstes Medikament gegen Übergewicht bei Teenagern kurz vor der Zulassung. Pharmazeutische Zeitung. Abgerufen am 19. Dezember 2023, von https://www.pharmazeutische-zeitung.de/erstes-medikament-gegen-uebergewicht-bei-teenagern-kurz-vor-der-zulassung-124902/
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