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Mounjaro® Ratgeber – GoLighter

Erfahre alles Wichtige zur Mounjaro® Abnehmspritze – von Wirkung und Anwendung über Dosierung bis zu Nebenwirkungen und Voraussetzungen für die Behandlung

Geschrieben von
GoLighter Redaktion
Letzte Änderung
17.08.2026
Lesezeit
5
min
Das Wichtigste in Kürze
  • Mounjaro® ist ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Wirkstoff Tirzepatid.
  • Zur Gewichtsreduktion wird Mounjaro® bei Adipositas oder Übergewicht mit mind. 1 gewichtsbedingten Begleiterkrankung eingesetzt.
  • Zusätzlich ist Mounjaro® zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen.
  • Für eine Gewichtsabnahme ist ein Kaloriendefizit erforderlich.
  • Mounjaro® unterstützt das Einhalten dieses Kaloriendefizits, indem es unter anderem Hunger reduziert und das Sättigungsgefühl verstärkt.
  • Die Behandlung mit Mounjaro® sollte begleitend zu einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Verhaltensänderungen erfolgen.
  • Mounjaro® wird einmal wöchentlich unter die Haut injiziert und die Dosis individuell ärztlich angepasst.
Hand hält einen Mounjaro®-Injektionspen zur Behandlung von Adipositas und Unterstützung der Gewichtsreduktion.

Was ist Mounjaro® und wofür wird es angewendet?

Mounjaro® ist ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Wirkstoff Tirzepatid. Es ist für zwei Anwendungsgebiete zugelassen:

  • Zur Behandlung von Typ-2-Diabetes: zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle. Die Behandlung kann grundsätzlich unabhängig vom Körpergewicht erfolgen.
  • Zur Gewichtsreduktion: bei Erwachsenen mit
    • Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m²) oder
    • Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m²) und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung.

Ob eine Behandlung infrage kommt und welche Dosis geeignet ist, wird individuell ärztlich festgelegt.

Hinweis: Mounjaro® ist derzeit das einzige in Deutschland verfügbare Arzneimittel mit dem Wirkstoff Tirzepatid. Es kann sowohl zur Behandlung von Typ-2-Diabetes als auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden.

Für wen ist Mounjaro® nicht geeignet?

Mounjaro® ist nicht für Menschen ohne medizinische Indikation vorgesehen. Außerdem darf das Medikament in bestimmten Situationen nicht angewendet werden, zum Beispiel während der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei bestimmten Vorerkrankungen wie einem medullären Schilddrüsenkarzinom oder einer multiplen endokrinen Neoplasie Typ 2 (MEN2). Ob Mounjaro® im individuellen Fall geeignet ist, sollte immer ärztlich geprüft werden.

Wie schnell kann man mit Mounjaro® abnehmen?

Erste Veränderungen des Körpergewichts können bereits nach wenigen Wochen auftreten. Wie schnell und wie stark die Gewichtsabnahme ausfällt, ist jedoch individuell unterschiedlich. Einfluss haben unter anderem die Dosis, das Ausgangsgewicht, Begleiterkrankungen, mögliche Nebenwirkungen, genetische Faktoren sowie Ernährungs-, Bewegungs- und andere Lebensgewohnheiten.

Wie wirkt Mounjaro®?

Der Wirkstoff Tirzepatid gehört zu den inkretin-basierten Therapien und ahmt die Wirkung der körpereigenen Darmhormone GLP-1 und GIP nach. Dadurch beeinflusst Mounjaro® verschiedene Prozesse im Körper gleichzeitig. 

Je nach Anwendungsgebiet stehen dabei unterschiedliche Effekte im Vordergrund.

Bei Typ-2-Diabetes trägt Mounjaro® dazu bei,

  • die Insulinausschüttung abhängig vom Blutzuckerspiegel zu fördern,
  • die Ausschüttung des blutzuckersteigernden Hormons Glukagon zu verringern und
  • dadurch die Blutzuckerkontrolle zu verbessern.

Zur Gewichtsreduktion kann Mounjaro® dazu beitragen,

  • das Sättigungsgefühl zu verstärken,
  • das Hungergefühl zu reduzieren,
  • die Magenentleerung zu verlangsamen und
  • dadurch die Kalorienaufnahme zu verringern.

Nehmen Menschen über einen längeren Zeitraum weniger Energie auf, als sie verbrauchen, entsteht ein Kaloriendefizit. Der Körper greift dann verstärkt auf seine Energiereserven zurück, wodurch Fettmasse abgebaut werden kann.

Ist Mounjaro® ein Insulin?

Nein. Mounjaro® ist kein Insulin. Der Wirkstoff Tirzepatid regt die körpereigene Insulinfreisetzung an, wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist, ersetzt Insulin jedoch nicht und wirkt nach einem anderen Prinzip als eine Insulintherapie.

Allein angewendet erhöht Mounjaro® das Risiko für Unterzuckerungen in der Regel nicht. Wird es jedoch mit Insulin oder bestimmten blutzuckersenkenden Medikamenten wie Sulfonylharnstoffen kombiniert, kann das Risiko für Hypoglykämien steigen. Deshalb wird die Begleitmedikation ärztlich individuell angepasst.

Ist die Wirkung bei allen Menschen gleich?

Nein. Wie gut Mounjaro® wirkt, ist individuell unterschiedlich. Einfluss haben unter anderem das Ausgangsgewicht, Begleiterkrankungen, die Dosis, die Verträglichkeit der Therapie, genetische Faktoren sowie Ernährungs-, Bewegungs- und andere Lebensgewohnheiten. Auch das Geschlecht kann die Gewichtsabnahme beeinflussen.

Welche weiteren gesundheitlichen Effekte von Tirzepatid werden derzeit erforscht?

Tirzepatid wird derzeit nicht nur zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas untersucht. Forschende prüfen auch, ob der Wirkstoff weitere gesundheitliche Vorteile bei Erkrankungen bieten könnte, die häufig mit Übergewicht und Adipositas verbunden sind.

Erste Studien¹˒²˒³ zeigen unter der Behandlung mit Tirzepatid Verbesserungen kardiometabolischer Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutfettwerten und Insulinsensitivität. Dabei handelt es sich um in Studien beobachtete Effekte, die zum Teil mit der Gewichtsabnahme zusammenhängen können. Inwieweit Tirzepatid darüber hinaus gewichtsunabhängige Effekte auf diese Risikofaktoren hat, wird weiterhin untersucht.

Kann Tirzepatid die Symptome einer Schlafapnoe verbessern?

Erste Studien4,5 zeigen, dass sich bei Menschen mit Adipositas und obstruktiver Schlafapnoe der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) unter einer Tirzepatid-Therapie verbessern kann. Nach aktuellem Kenntnisstand ist dieser Effekt vor allem auf die Gewichtsabnahme zurückzuführen.

Mögliche Gründe sind:

  • eine geringere Belastung der oberen Atemwege durch den Gewichtsverlust,
  • weniger Fettgewebe im Hals- und Rachenbereich sowie
  • eine geringere Häufigkeit nächtlicher Atemaussetzer.

Wichtig: In den USA ist Zepbound® (Tirzepatid) bereits zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe bei Erwachsenen mit Adipositas zugelassen. In der EU besteht eine entsprechende Zulassung für Tirzepatid derzeit nicht. Unabhängig davon ersetzt Tirzepatid keine leitliniengerechte Therapie wie die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure). Dabei wird während des Schlafs über eine Atemmaske kontinuierlich ein leichter Überdruck erzeugt, der die oberen Atemwege offen hält und Atemaussetzer verhindert.

Kann Tirzepatid zu einer Senkung des Blutdrucks beitragen?

Studien1,2 deuten darauf hin, dass Tirzepatid bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas zu einer moderaten Senkung des Blutdrucks beitragen kann. Zusätzlich werden eine verbesserte Insulinempfindlichkeit sowie günstige Effekte auf die Gefäßfunktion und entzündliche Prozesse als mögliche Ursachen diskutiert.

Tirzepatid ersetzt jedoch keine blutdrucksenkende Therapie. Änderungen bestehender Medikamente sollten ausschließlich in ärztlicher Absprache erfolgen.

Kann Tirzepatid die Beschwerden bei Asthma verbessern?

Derzeit wird untersucht, ob Tirzepatid bei Menschen mit Asthma und Adipositas neben der Gewichtsabnahme weitere gesundheitliche Vorteile haben könnte. Für eine gezielte Wirkung auf Asthma liegen bislang jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise vor.

Mögliche Verbesserungen der Beschwerden werden derzeit vor allem als Folge der Gewichtsabnahme diskutiert. Eine bestehende Asthma-Therapie sollte deshalb nicht verändert oder durch Tirzepatid ersetzt werden.

Welche Alternativen gibt es zu Mounjaro® zur Gewichtsabnahme?

Neben Mounjaro® stehen weitere verschreibungspflichtige Medikamente zur Gewichtsreduktion zur Verfügung. Dazu gehören vor allem GLP-1-Rezeptor-Agonisten, die den Appetit reduzieren, das Sättigungsgefühl verstärken und die Magenentleerung verlangsamen.

Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Begleiterkrankungen, Verträglichkeit, Therapieziel und ärztlicher Einschätzung ab.

Welche Medikamente kommen als Alternative zu Mounjaro® infrage?

Wirkstoff Handelsname Anwendung Wirkmechanismus
Semaglutid Wegovy® 1-mal wöchentlich als Injektion oder 1-mal täglich als Wegovy® Tablette GLP-1-Rezeptor-Agonist
Liraglutid Saxenda® 1-mal täglich als Injektion GLP-1-Rezeptor-Agonist
Worin unterscheidet sich Mounjaro® von Wegovy® oder Saxenda®?

Der wichtigste Unterschied liegt im Wirkmechanismus:

  • Mounjaro® (Tirzepatid) wirkt gleichzeitig am GLP-1- und GIP-Rezeptor.
  • Wegovy® (Semaglutid) und Saxenda® (Liraglutid) wirken ausschließlich am GLP-1-Rezeptor.

Welches Medikament infrage kommt, hängt unter anderem von der medizinischen Indikation, dem Therapieziel, möglichen Begleiterkrankungen und der individuellen Verträglichkeit ab.

Welche neuen Medikamente zur Gewichtsreduktion werden derzeit erforscht?

Neben den bereits zugelassenen Medikamenten werden derzeit weitere Wirkstoffe zur Behandlung von Adipositas entwickelt. Viele dieser Medikamente greifen – ähnlich wie Mounjaro® – in hormonelle Signalwege ein, die an der Regulation von Hunger, Sättigung, der Magenentleerung und der Blutzuckerkontrolle beteiligt sind. Ziel der Forschung ist es, die Gewichtsreduktion und die Behandlung von Adipositas weiter zu verbessern.

Worin unterscheiden sich neue Wirkstoffe von Mounjaro®?

Während Mounjaro® gleichzeitig am GLP-1- und GIP-Rezeptor wirkt, werden derzeit unter anderem Multi-Agonisten untersucht, die zusätzlich weitere hormonelle Signalwege aktivieren. Ziel ist es, die Wirksamkeit weiter zu verbessern oder Nebenwirkungen zu reduzieren.

Sind diese Medikamente bereits erhältlich?

Nein. Die Wirkstoffe befinden sich in der klinischen Entwicklung und sind derzeit nicht zugelassen. Eine Anwendung außerhalb klinischer Studien ist deshalb nicht möglich.

Mounjaro® Dosis und Anwendung: Wie wird das Medikament angewendet?

Die Dosis von Mounjaro® wird individuell ärztlich festgelegt. Bei der Behandlung von Adipositas beginnt die Therapie in der Regel mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise erhöht wird. 

Die schrittweise Dosissteigerung soll dazu beitragen, dass sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt und das Risiko für Nebenwirkungen verringert wird.

Wie wird Mounjaro® bei Adipositas dosiert?

Die übliche Dosierung erfolgt schrittweise:

Behandlungsphase Dosierung
Startdosis 2,5 mg 1-mal wöchentlich
Dosissteigerung Schrittweise Erhöhung in ärztlich festgelegten Abständen
Erhaltungsdosis Individuell wirksame und gut verträgliche Dosis, maximal 15 mg 1-mal wöchentlich

Studien1 zeigen, dass höhere Dosierungen zu einem stärkeren Gewichtsverlust führen können. Gleichzeitig steigt jedoch auch das Risiko für Nebenwirkungen. Deshalb sollte die Dosis ausschließlich ärztlich angepasst werden.

Was tun, wenn eine Mounjaro® Dosis vergessen wurde?

Liegt die vergessene Injektion weniger als vier Tage zurück, sollte sie möglichst bald nachgeholt werden. Sind bereits mehr als vier Tage vergangen, wird die Dosis ausgelassen und die Behandlung am nächsten regulären Wochentag fortgesetzt.

Wichtig: Es sollte niemals die doppelte Dosis injiziert werden. Wenn Unsicherheiten bestehen, kontaktiere Deine behandelnde Ärztin oder Deinen behandelnden Arzt.

Gibt es eine Mounjaro® Klicktabelle?

Für Mounjaro® gibt es weder eine offizielle Klicktabelle vom Hersteller noch eine vorgesehene Umrechnung von Klicks in Milligramm.

Der Fertigpen ist für die Anwendung in fest definierten Dosisstufen vorgesehen. Eine eigenständige Teil-Dosierung oder das „Herunterklicken“ entsprechen nicht der zugelassenen Anwendung und sollten nicht durchgeführt werden.

Wird Mounjaro® bei Typ-2-Diabetes anders dosiert?

Die Dosierung bei Typ-2-Diabetes wird individuell ärztlich festgelegt. Dabei werden unter anderem die Blutzuckerkontrolle, die Verträglichkeit und die persönlichen Therapieziele berücksichtigt.

Wie wird die Mounjaro® Abnehmspritze richtig angewendet?

Mounjaro® wird einmal pro Woche mit einem Fertigpen unter die Haut injiziert. Der Fertigpen ist für die Selbstanwendung zu Hause vorgesehen. Vor der Anwendung sollten die Hinweise in der Packungsbeilage sorgfältig gelesen werden.

Wo wird Mounjaro® injiziert?

Geeignete Injektionsstellen sind:

  • der Bauch (mindestens 5 cm Abstand zum Bauchnabel),
  • der Oberschenkel oder
  • der Oberarm.

Um Hautreizungen vorzubeugen, sollte die Injektionsstelle bei jeder Anwendung gewechselt werden.

Wie wird Mounjaro® gelagert?

Vor der ersten Anwendung wird Mounjaro® im Kühlschrank gelagert. Nach dem ersten Gebrauch kann der KwikPen bis zu 30 Tage bei Raumtemperatur unter 30 °C aufbewahrt werden. Anschließend sollte er entsorgt werden – auch wenn sich noch Arzneimittel im Pen befindet.

Der KwikPen sollte nicht verwendet werden, wenn er eingefroren war, beschädigt ist oder die Lösung trüb, verfärbt oder mit Partikeln versehen ist. Auch nach Ablauf des Verfallsdatums darf der Pen nicht mehr angewendet werden. Beachte immer die Hinweise in der Packungsbeilage.

Was passiert nach dem Absetzen von Mounjaro®?

Nach dem Absetzen von Mounjaro® endet die appetitregulierende Wirkung des Medikaments. Dadurch können Hunger und Sättigung wieder stärker wahrgenommen werden. Viele Menschen berichten außerdem, dass Food Noise – also häufige Gedanken an Essen oder ein stärkeres Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln – wieder zunimmt.

Dadurch kann es schwerer fallen, die während der Behandlung aufgebauten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten beizubehalten oder die Energieaufnahme an das persönliche Ziel anzupassen. Ob das Gewicht nach dem Absetzen stabil bleibt oder wieder zunimmt, ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem von den langfristigen Veränderungen der Ernährung, der Bewegung und des Verhaltens ab. Leitlinien empfehlen deshalb, eine medikamentöse Behandlung immer mit nachhaltigen Lebensstilmaßnahmen zu kombinieren.

Gut zu wissen
Warum ist Mounjaro® Teil einer ganzheitlichen Abnehmstrategie?

Mounjaro® ersetzt keine gesunde Lebensweise. Für eine nachhaltige Gewichtsreduktion empfehlen Leitlinien eine Kombination aus Ernährungsumstellung, regelmäßiger Bewegung, Verhaltenstherapie und ggf. ärztlicher Begleitung. 

Mounjaro® sollte ausschließlich nach ärztlicher Verordnung und nicht zur kosmetischen Gewichtsreduktion angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen kann Mounjaro® haben?

Mounjaro® zeigte in den Zulassungsstudien1,2 insgesamt ein günstiges Verträglichkeitsprofil. Wie bei allen Medikamenten können jedoch Nebenwirkungen auftreten. 

Die meisten Beschwerden betreffen den Magen-Darm-Trakt und treten vor allem zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auf. Die Beschwerden sind häufig vorübergehend und bessern sich bei vielen Menschen im Verlauf der Behandlung.

Da Tirzepatid ein relativ neuer Wirkstoff ist, liegen noch keine Langzeitdaten über mehrere Jahrzehnte vor. Die Sicherheit wird jedoch kontinuierlich im Rahmen klinischer Studien und der Arzneimittelüberwachung bewertet.

Häufigkeit Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig
(mehr als 1 von 10 Behandelten)
Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen*
Häufig
(bis zu 1 von 10 Behandelten)
Verminderter Appetit, Verdauungsstörungen, Blähungen, aufgeblähter Bauch, Aufstoßen, Sodbrennen/Reflux, Müdigkeit, Schwindel, Haarausfall, Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Rötung oder Juckreiz), schneller Puls, niedriger Blutdruck*, allergische Reaktionen (z. B. Hautausschlag, Juckreiz, Ekzeme), erhöhte Pankreasenzyme (Lipase, Amylase), erhöhte Calcitonin-Werte im Blut*
Gelegentlich
(bis zu 1 von 100 Behandelten)
Gallensteine, Entzündung der Gallenblase, Schmerzen an der Injektionsstelle, verzögerte Magenentleerung, veränderter Geschmackssinn, Veränderungen des Hautempfindens
Selten
(bis zu 1 von 1.000 Behandelten)
Schwere allergische Reaktionen (z. B. Anaphylaxie, Angioödem)
Schwerwiegende Nebenwirkungen

Unabhängig von ihrer Häufigkeit sollte bei folgenden Beschwerden sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden:

  • Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis): starke, anhaltende Bauchschmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen können.
  • Schwere allergische Reaktion: Atemnot, Schwellungen von Lippen, Zunge oder Rachen sowie Schluckbeschwerden.

Hinweis: Das Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) ist insbesondere erhöht, wenn Mounjaro® zusammen mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen angewendet wird.

*Einige Nebenwirkungen wurden je nach Anwendungsgebiet (Adipositas, Typ-2-Diabetes oder obstruktive Schlafapnoe) unterschiedlich häufig beobachtet.

Hinweis: Diese Tabelle fasst die wichtigsten Nebenwirkungen zusammen. Eine vollständige Übersicht aller möglichen Nebenwirkungen sowie weitere Hinweise zur sicheren Anwendung findest Du in der aktuellen Packungsbeilage von Mounjaro®.

Verursacht Mounjaro® Haarausfall

Ein diffuser Haarausfall kann im Zusammenhang mit einer schnellen und ausgeprägten Gewichtsabnahme auftreten. Nach aktuellem Kenntnisstand wird dieser jedoch nicht durch Mounjaro® selbst verursacht, sondern gilt als mögliche Begleiterscheinung eines raschen Gewichtsverlusts – unabhängig davon, ob dieser medikamentös oder auf andere Weise erreicht wird.

Der Haarausfall ist meist vorübergehend. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Welche Langzeitfolgen von Mounjaro® sind bisher bekannt?

Langzeitdaten über viele Jahre oder Jahrzehnte liegen derzeit noch nicht vor. Die verfügbaren Sicherheitsdaten stammen aus den Zulassungsstudien und deren Verlängerungsphasen, die sich über mehrere Jahre erstrecken.

Bisher zeigte Tirzepatid insgesamt eine gute Verträglichkeit. Ob sehr seltene oder erst nach vielen Jahren auftretende Nebenwirkungen existieren, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Deshalb sind regelmäßige ärztliche Verlaufskontrollen insbesondere bei einer langfristigen Behandlung wichtig.

Gab es Todesfälle im Zusammenhang mit Mounjaro®?

Bislang gibt es keinen gesicherten Nachweis, dass Mounjaro® das Sterberisiko erhöht. Wie bei anderen Arzneimitteln können jedoch selten schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, beispielsweise eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung oder schwere allergische Reaktionen. Diese erfordern eine umgehende ärztliche Behandlung.

Bei starken und anhaltenden Oberbauchschmerzen – insbesondere in Kombination mit Übelkeit oder Erbrechen – oder Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie lassen sich Nebenwirkungen von Mounjaro® lindern?

Magen-Darm-Beschwerden treten besonders häufig zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auf. Folgende Maßnahmen können helfen:

  • kleinere, fettarme Mahlzeiten essen
  • langsam essen und gründlich kauen
  • ausreichend trinken
  • leichte Bewegung, zum Beispiel Spaziergänge

Wann sollte ich ärztliche Hilfe suchen?

Eine sofortige ärztliche Abklärung ist erforderlich bei:

  • starken Bauchschmerzen,
  • anhaltendem Erbrechen,
  • Atemnot,
  • Schwindel oder
  • Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Hautausschlag oder Schwellungen.
Sollte die Ernährung während der Behandlung angepasst werden?

Ja. Eine ausgewogene, eiweiß- und ballaststoffreiche Ernährung sowie regelmäßige Bewegung sind wichtige Bestandteile der Behandlung. Besonders Krafttraining und eine ausreichende Eiweißzufuhr können dabei helfen, Muskelmasse während der Gewichtsabnahme möglichst zu erhalten. Gleichzeitig unterstützen gesunde Gewohnheiten nicht nur die Gewichtsabnahme während der Therapie, sondern können auch den langfristigen Gewichtserhalt nach dem Absetzen des Medikaments erleichtern.

Welche Wechselwirkungen und Kontraindikationen sind bei Mounjaro® zu beachten? 

Mounjaro® kann mit anderen Medikamenten wechselwirken und ist nicht für alle Menschen geeignet. Vor Beginn der Behandlung sollte deshalb geprüft werden, welche Medikamente eingenommen werden und ob Gegenanzeigen bestehen.

Mit welchen Medikamenten kann Mounjaro® wechselwirken?

Mounjaro® verlangsamt die Magenentleerung. Dadurch kann sich die Aufnahme bestimmter Medikamente verändern, die als Tablette eingenommen werden und eine schnelle Aufnahme im Magen-Darm-Trakt benötigen.

Außerdem kann das Risiko für Unterzuckerung steigen, wenn Mounjaro® zusammen mit Insulin oder bestimmten blutzuckersenkenden Medikamenten wie Sulfonylharnstoffen angewendet wird. In diesen Fällen kann eine Anpassung der Begleitmedikation erforderlich sein.

Für wen ist Mounjaro® nicht geeignet?

Mounjaro® sollte unter anderem nicht angewendet werden bei:

  • bestehender oder geplanter Schwangerschaft,
  • Stillzeit,
  • medullärem Schilddrüsenkarzinom,
  • multipler endokriner Neoplasie Typ 2 (MEN2),
  • schweren Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere Gastroparese.

Ob Mounjaro® im individuellen Fall geeignet ist, sollte immer ärztlich geprüft werden.

Hinweis: Bei Menschen mit fortgeschrittener diabetischer Retinopathie oder diabetischem Makulaödem sollte Mounjaro® nur mit Vorsicht angewendet werden. Während der Behandlung können engmaschige augenärztliche Kontrollen sinnvoll sein. 

Welche Informationen sollte ich vor Beginn der Behandlung meiner Ärztin oder meinem Arzt mitteilen?

Vor Beginn der Behandlung solltest Du Deine Ärztin oder Deinen Arzt über alle Medikamente, die Du derzeit einnimmst, sowie über bestehende Erkrankungen informieren. Teile außerdem mit, wenn Du schwanger bist, stillst oder eine Schwangerschaft planst.

So kann geprüft werden, ob Mounjaro® für Dich geeignet ist und ob mögliche Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen berücksichtigt werden müssen.

Beeinflusst Mounjaro® die Wirkung der Pille?

Ja, Mounjaro® kann durch die verzögerte Magenentleerung die Aufnahme hormoneller Verhütungsmittel zum Einnehmen beeinflussen.

Deshalb wird empfohlen, während der ersten vier Wochen nach Beginn der Behandlung sowie nach jeder Dosiserhöhung zusätzlich eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode, beispielsweise Kondome, anzuwenden.

Wenn Du hormonell verhütest, solltest Du die Behandlung vor Beginn mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprechen.

Wie wird die Sicherheit von Mounjaro® nach der Zulassung überwacht?

Auch nach der Zulassung wird die Sicherheit von Mounjaro® kontinuierlich überwacht. Dieses Verfahren wird als Pharmakovigilanz bezeichnet. Dabei werden Meldungen zu Nebenwirkungen aus dem Versorgungsalltag fortlaufend ausgewertet.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse können dazu führen, dass Fachinformationen, Warnhinweise oder Anwendungsempfehlungen angepasst werden, um die sichere Anwendung des Medikaments weiter zu verbessern.

Wichtig: Ob Mounjaro® für Dich geeignet ist und sicher angewendet werden kann, sollte immer individuell ärztlich beurteilt werden.

Kostenübernahme von Mounjaro® in Deutschland

Ob die Kosten für Mounjaro® übernommen werden, hängt von der medizinischen Indikation und der Art der Krankenversicherung ab.

Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für Mounjaro®?

Für die Behandlung von Typ-2-Diabetes kann Mounjaro® bei entsprechender Indikation von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

Für die Behandlung von Adipositas werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit nicht übernommen.

Übernimmt die private Krankenversicherung die Kosten für Mounjaro®?

Bei privaten Krankenversicherungen hängt die Erstattung vom individuellen Tarif und den Vertragsbedingungen ab. Vor Beginn der Behandlung sollte die Kostenübernahme mit der Versicherung geklärt werden.

Wie kann man Mounjaro® sicher kaufen?

Die Mounjaro® Abnehmspritze ist verschreibungspflichtig und in Deutschland nicht rezeptfrei erhältlich. Sie kann nur mit einer gültigen ärztlichen Verordnung in einer Apotheke bezogen werden.

Wo kann man Mounjaro® kaufen?

Mit einem gültigen Rezept ist Mounjaro® erhältlich:

  • in Vor-Ort-Apotheken,
  • in zertifizierten Online-Apotheken mit EU-Sicherheitslogo.
Kann man Mounjaro® ohne Rezept kaufen?

Nein. Angebote, die Mounjaro® ohne Rezept oder zu ungewöhnlich günstigen Preisen anbieten, sind unseriös. Es besteht das Risiko, gefälschte oder nicht zugelassene Arzneimittel zu erhalten. Mounjaro® sollte deshalb ausschließlich über zugelassene Apotheken mit einer gültigen ärztlichen Verordnung bezogen werden.

Alle Artikel zu Mounjaro®

Behandlungen

Medikamente

Wirkstoffe

Häufige Fragen

Ob Mounjaro® oder Wegovy® besser geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab. Beide Medikamente unterstützen die Gewichtsreduktion, unterscheiden sich jedoch im Wirkmechanismus. Mounjaro® wirkt gleichzeitig am GLP-1- und GIP-Rezeptor, während Wegovy® ausschließlich den GLP-1-Rezeptor aktiviert. 

Welches Medikament infrage kommt, sollte gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt entschieden werden.

Mounjaro® ist für eine langfristige Behandlung der Adipositas vorgesehen. Wie lange die Therapie dauert, hängt vom Behandlungserfolg, der Verträglichkeit und den individuellen Therapiezielen ab. Da Adipositas eine chronische Erkrankung ist, kann nach dem Absetzen ohne begleitende Lebensstilmaßnahmen eine erneute Gewichtszunahme auftreten.

Nein. Mounjaro® reduziert nicht gezielt Fett an einzelnen Körperstellen. Die Gewichtsabnahme erfolgt am gesamten Körper. Dabei nimmt in der Regel auch das viszerale Bauchfett ab, das mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Welche Fettdepots zuerst abgebaut werden, ist individuell unterschiedlich.

Nein, Mounjaro® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

Ja, Wegovy® Pille kaufen kannst Du nur mit einem ärztlichen Rezept. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann ausschließlich mit einer gültigen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

  1. 1Jastreboff, A. M., et al. (2022). Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity. The New England Journal of Medicine, 387(3), 205–216. https://doi.org/10.1056/nejmoa2206038
  2. 2Frías, J. P., Davies, M. J., Rosenstock, J., Pérez Manghi, F. C., Fernández Landó, L., Bergman, B. K., Liu, B., Cui, X., & Brown, K. (2021). Tirzepatide versus semaglutide once weekly in patients with type 2 diabetes. The New England Journal of Medicine, 385(6), 503–515. Aufgerufen am 03.06.2024. https://doi.org/10.1056/nejmoa2107519
  3. 3Deutsche Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) et al. (2023): S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“. Version 2.0, AWMF-Registernummer 050-001. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/050-001
  4. Castaneda, R., Bechenati, D., Rivera Gutierrez, R. de J., Espinosa, M. A., Villamarin, J., Tama, E., Safwan, N., Fansa, S., Verastegui, A., McNally, A. W., Meek, J. L., Cole, K. C., Winham, S. J., Rajjo, T. I., Acosta, A., Faubion, S. S., Shufelt, C. L., & Hurtado Andrade, M. D. (2026). Sex, not age, predicts weight loss outcomes with tirzepatide: A retrospective analysis. Obesity. Advance online publication. https://doi.org/10.1002/oby.70231
  5. Eli Lilly and Company. (2024). Tirzepatide reduced apnea–hypopnea index in adults with obesity and obstructive sleep apnea: Results from the SURMOUNT-OSA phase 3 clinical trials [Press release / clinical trial results]. https://investor.lilly.com
  6. American Thoracic Society. (2019). The role of weight management in the treatment of adult obstructive sleep apnea [Clinical practice guideline]. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, 200(2), e10–e24. https://doi.org/10.1164/rccm.201806-1170ST 
  7. (O. J.-b). Europa.eu. EU Risk Management Plan. Aufgerufen am 03.06.2024. https://www.ema.europa.eu/en/documents/rmp-summary/mounjaro-epar-risk-management-plan_en.pdf. 
  8. Siebenand, S. (2024, December 4). Gewichtsmanagement: Tirzepatid jetzt auch bei Adipositas zugelassen. Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/tirzepatid-jetzt-auch-bei-adipositas-zugelassen-144491/ 
  9. Roux, C. W. L., Hankosky, E. R., Wang, D., Malik, R., Yu, M., Hickey, A., Kan, H., Bunck, M. C., Stefanski, A., Garcia‐Perez, L., & Wharton, S. (2023). Tirzepatide 10 and 15 mg compared with semaglutide 2.4 mg for the treatment of obesity: An indirect treatment comparison. Diabetes, Obesity & Metabolism/Diabetes, Obesity and Metabolism, 25(9), 2626–2633. https://doi.org/10.1111/dom.15148 
  10. (O. J.-b). Europa.eu. EU Risk Management Plan. Aufgerufen am 03.06.2024. https://www.ema.europa.eu/en/documents/rmp-summary/mounjaro-epar-risk-management-plan_en.pdf. 
  11. BFARM - EU-Sicherheitslogo. (n.d.). BFARMWEB. https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Arzneimittelinformationen/Versandhandels-Register/EU-Sicherheitslogo/_node.html 
  12. Lilly Deutschland GmbH. (n.d.). Übernimmt meine Krankenversicherung die Kosten für Mounjaro® (Tirzepatid)? https://medical.lilly.com/de/patient/answers/bernimmt-meine-krankenversicherung-die-kosten-f-r-mounjaro-tirzepatid-209784 
  13. Wirkmechanismus, Z. I. U. (o. J.). Tirzepatid (Mounjaro) – Markteinführung. Akdae.de. Aufgerufen am 03.06.2024. https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/Arzneimitteltherapie/NA/Archiv/202402-Mounjaro.pdf. 
  14. Mounjaro Fachinformation. Lilly.com. Aufgerufen am 03.06.2024. https://www.lilly.com/at/assets/pdf/fachinformation/at_mounjaro_fachinformation.pdf 
  15. Kannan, S., & Nasr, C. (2015). Should we be concerned about thyroid cancer in patients taking glucagon-like peptide 1 receptor agonists? Cleveland Clinic Journal of Medicine, 82(3), 142–144. Aufgerufen am 03.06.2024. https://doi.org/10.3949/ccjm.81a.13066.
https://www.golighter.de/ratgeber/mounjaro