wie reagiert das Abnehmmedikament mit Alkohol und anderen Medikamenten?

Ozempic® Wechselwirkungen

Welche Medikamente können die Wirkung von Ozempic®  beeinflussen und ist Alkoholkonsum während der Therapie erlaubt? Bei der Behandlung mit dem rezeptpflichtigen Arzneistoff, der zur ergänzenden Behandlung von Typ-2-Diabetes und bei Personen mit Adipositas eingesetzt werden kann, gilt es einiges zu beachten — vor allem, wenn Du zusätzliche Arzneimittel einnimmst. Worauf genau Du achten solltest, erfährst Du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ozempic® kann die Aufnahme von Wirkstoffen anderer Medikamente verlangsamen. 
  • Um Wechselwirkungen zu vermeiden oder zu verringern, sprich mit Deinem Arzt / Deiner Ärztin über alle Medikamente, die Du aktuell nimmst bzw. planst, während der Ozempic® Behandlung zu nehmen. 
  • Gegebenenfalls müssen Dosierungen angepasst, Medikamente ersetzt oder bestimmte Werte engmaschiger überwacht werden.

Ozempic®: Wie beeinflusst die Abnehmspritze die Wirkung weiterer Medikamente?

Bevor Du ein Rezept für Ozempic® erhältst, fragt Dich der behandelnde Arzt / die behandelnde Ärztin nach Vorerkrankungen und ob Du bereits regelmäßig Medikamente einnimmst. Nach dem Gespräch und einer gründlichen Untersuchung kann er / sie entscheiden, ob Wechselwirkungen auftreten können und ob Ozempic®  für Dich geeignet ist.

Was sind Wechselwirkungen?

Werden mehrere Medikamente miteinander kombiniert oder zusammen mit Rauschmitteln oder bestimmten Lebensmitteln (wie z. B. Grapefruitsaft) eingenommen, so können sie sich gegenseitig beeinflussen. Mögliche Folgen sind:

  • Medikament wirkt schwächer / stärker
  • Medikament wird schneller / langsamer vom Körper abgebaut
  • Stärkere Nebenwirkungen treten auf 
  • Erwünschte Wirkung wird verringert 

Um das zu verhindern, können bestimmte Medikamente abgesetzt oder durch andere Arzneimittel ersetzt bzw. die Dosis reduziert werden. Bitte beachte, dass das immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin passieren sollte.

Welchen Einfluss hat Ozempic® auf andere Medikamente?

Der Wirkstoff in Ozempic® ist Semaglutid, ein GLP-1-Rezeptor-Agonist. Er sorgt unter anderem für eine verzögerte Magenentleerung, sprich: Der Mageninhalt gelangt langsamer in den Darm. Aufgrund der verzögerten Darmbewegung wird die Verdauung ebenfalls gehemmt.

Das hat zur Folge, dass sowohl Nahrung als auch Medikamente, die Du oral (über den Mund) einnimmst, langsamer vom Körper aufgenommen werden. Das heißt, es kann länger dauern, bis diese Medikamente anfangen zu wirken.

Pass vor allem bei Medikamenten auf, deren Wirkung von einer schnellen Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt abhängt. Sprich mit Deinem Arzt / Deiner Ärztin über alle Arzneimittel, die Du einnimmst, z. B. auch über Verhütungsmittel wie die Pille. Gegebenenfalls müssen Dosierungen angepasst, Medikamente ersetzt oder bestimmte Werte engmaschiger überwacht werden.

Hier ein Überblick über Medikamente und ihre potenzielle(n) Wechselwirkung(n) mit Ozempic®:

  • Metformin: Ist ein Mittel zur Behandlung von Diabetes. Wie Ozempic® senkt es den Blutzuckerspiegel. Die Kombination von Metformin und Ozempic® ist bei unzureichender Blutzuckersenkung zwar erwünscht. Gleichzeitig steigt aber das Risiko für eine Unterzuckerung.  
  • Orale Kontrazeptiva (Antibabypille): Im Normalfall wird die Wirkung der Antibabypille durch Ozempic® nicht beeinflusst. Sprich zur Sicherheit Deinen Arzt / Deine Ärztin an, um weiterhin zuverlässig vor einer Schwangerschaft geschützt zu sein. 
  • Paracetamol: Zu Beginn der Anwendung mit Ozempic® kann es länger dauern, bis Paracetamol wirkt, also beispielsweise Schmerzen lindert oder Fieber senkt. Allerdings gewöhnt sich Dein Körper nach ein paar Monaten an Ozempic® und die Wirkungsdauer normalisiert sich. 
  • Atorvastatin: Das Medikament wird bei erhöhten Blutfetten und Cholesterin (Hyperlipidämie & Hypercholesterinämie) verschrieben. Die Wirkung des Arzneimittels in Kombination mit Ozempic® wird jedoch nicht relevant beeinflusst.
  • Digoxin: Hast Du eine Herzrhythmusstörung oder eine Herzschwäche, dann nimmst Du vielleicht Digoxin ein. Ozempic® beeinflusst dessen Wirkung zwar nicht. Sprich bei Einnahme dieses Medikaments trotzdem mit Deinem Arzt / Deiner Ärztin, um auf Nummer sicher zu gehen. 
  • Markumar / Warfarin: Die Wirkung von Blutverdünnern, die Thrombosen vorbeugen, wird durch Ozempic® nicht beeinflusst. Doch auch hier sind regelmäßige Blutkontrollen bei Deinem Arzt / Deiner Ärztin wichtig. Beachte, dass Du beim Spritzen von Ozempic® anfälliger für blaue Flecken bist. 
  • Jardiance®: Das Medikament mit dem Wirkstoff Empagliflozin ist ebenfalls ein antidiabetisches Arzneimittel und wird auch bei der Behandlung einer Herzinsuffizienz angewendet. Jardiance® und Ozempic® dürfen nicht miteinander kombiniert werden, da beide den Blutzucker senken und zusammen angewendet, vermutlich schädigend für die Nieren sind.¹
  • Antidepressiva: Manche Antidepressiva haben eine unerwünschte Gewichtszunahme zur Folge. So kann es passieren, dass Du trotz Ozempic® nicht abnimmst oder nicht ausreichend Übergewicht verlierst. Zudem können manche Antidepressiva die Nebenwirkungen von Ozempic® wie Übelkeit oder Unterzuckerung verschlimmern. Sprich in jedem Fall mit Deinem Arzt / Deiner Ärztin über das weitere Vorgehen. 
  • Antibiotika: Ist eine Antibiotika-Einnahme erforderlich, informiere stets Deinen behandelnden Arzt / Deine behandelnde Ärztin über Deine Ozempic® Behandlung.

Wichtig: Kombiniere Ozempic® keinesfalls mit Arzneimitteln, die ebenfalls GLP-1-Rezeptor-Agonisten enthalten. Dazu zählen andere Semaglutide (Wegovy®), Liraglutid (Saxenda®), Dulaglutid (Trulicity®), Exenatid oder Lixisenatid.

Nebenwirkungen
Vor allem zu Beginn einer Ozempic® Behandlung sind Nebenwirkungen am ehesten zu erwarten bzw. am stärksten ausgeprägt. Unter Umständen könnte sich in der Anfangsphase die Aufnahme von Wirkstoffen anderer Medikamente verzögern. Wie immer gilt: Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten. Spürst Du starke Nebenwirkungen, egal, ob zu Beginn oder zu einem späteren Zeitpunkt, suche unbedingt Deinen Arzt / Deine Ärztin auf.

Ozempic®: Mögliche Wechselwirkungen im Alltag

Nicht nur Medikamente, sondern auch bestimmte Gewohnheiten im Alltag, wie Alkoholkonsum oder Rauchen können die Wirkung und Nebenwirkungen von Ozempic® beeinflussen.

Ist Alkoholkonsum während einer Ozempic® Behandlung möglich?

Trinkst Du gelegentlich Alkohol (z. B.  1 bis 2 Bier pro Woche), beeinflusst diese Menge die Wirkung von Ozempic® nicht. Alkohol führt jedoch zu einem Absinken des Blutzuckerspiegels, indem es die Glukoseproduktion (Blutzucker) in der Leber hemmt. Die Gefahr einer Unterzuckerung in Kombination mit Semaglutid ist somit erhöht. Abhängig von der Wahl des Getränks kann aber auch ein zu hoher Blutzuckerspiegel auftreten.

Trinkst Du regelmäßig eine größere Menge Alkohol, besteht ein höheres Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Hattest Du bereits eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder leidest zusätzlich an Gallensteinen oder Neuropathien (Nervenschäden) aufgrund von Diabetes, ist es ratsam, komplett auf Alkohol zu verzichten.

Gut zu wissen
Studien an Ratten legen nahe, dass der Wirkstoff Semaglutid die Lust, Alkohol zu trinken, senkt. Bitte beachte: Tierstudien sind nicht 1 zu 1 auf Menschen übertragbar. Daher wird aktuell weiter geforscht, ob Semaglutid zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit genutzt werden könnte.

Darf ich Cannabis während einer Ozempic® Behandlung konsumieren?

Aktuell gibt es keine Studien, die Wechselwirkungen zwischen Cannabis oder Marihuana nachweisen. Beachte bitte, dass Du bei gleichzeitiger Anwendung die Nebenwirkungen beider Substanzen verspüren kannst. Entwickelst Du beim Cannabiskonsum Heißhunger, kann sich das auf Deine Erfolge bei der Gewichtsabnahme auswirken.

Ozempic® und Rauchen

Es gibt keine Studien, die die Wirkung von Ozempic® zwischen Rauchern und Nichtrauchern untersucht bzw. einen Unterschied festgestellt haben. Rauchen schädigt Deine Blutgefäße und erhöht so die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Durchblutungsstörungen — ein Risiko, das bei Diabetes und Adipositas bereits gesteigert ist.

Ozempic® und Sport

Sportliche Betätigung sowie eine Ernährungsumstellung sind unentbehrlich, um erfolgreich Gewicht zu verlieren. Dein Körper soll Energie beim Sport verbrauchen. Gleichzeitig kann das aber dazu führen, dass Dein Blutzucker absinkt. Nimm sicherheitshalber immer einen Snack mit, den Du unmittelbar nach dem Training essen kannst. Solltest Du nach dem Sport ein anderes antidiabetisches Medikament einnehmen oder Alkohol trinken, erhöht das die Gefahr einer Unterzuckerung umso mehr. Intensives Training und anschließenden Alkoholgenuss solltest Du deshalb vermeiden.

Bei welchen Erkrankungen ist eine besondere Vorsicht mit Ozempic® geboten?

Leidest Du an den folgenden Erkrankungen, sprich dringend mit einem Arzt / einer Ärztin, ob eine Anwendung von Ozempic® überhaupt möglich ist bzw. unter welchen Voraussetzungen.

Diabetes Typ 2 

Ozempic® wird zur Behandlung von Typ 2 Diabetes eingesetzt. Solltest Du zusätzlich Insulin oder einen Sulfonylharnstoff einnehmen, dann steigt das Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Sprich mit Deinem behandelnden Arzt / Deiner behandelnden Ärztin, ob die Dosis Deines Diabetes-Medikaments angepasst werden muss.

Unterzuckerung erkennen und handeln
Bei einer Unterzuckerung rutscht der Blutzucker in einen so niedrigen Bereich, dass es plötzlich zu folgenden Krankheitszeichen kommen kann:
Kalter Schweiß
Kühle, blasse Haut
Kopfschmerzen
Schneller Herzschlag
Übelkeit oder starkes Hungergefühl
Sehstörungen, Müdigkeit oder Schwäche
Nervosität, Ängstlichkeit, Zittern, Verwirrung oder Konzentrationsschwierigkeiten

Das kann vor allem dann passieren, wenn Du Ozempic® zusätzlich zu einem weiteren Diabetes-Medikament anwendest. Spürst Du erste Anzeichen, nimm sofort Traubenzucker oder, noch besser, ein zuckerhaltiges Getränk, z. B. Cola zu Dir. Sollten die Symptome nicht nachlassen, wende Dich an einen Arzt / eine Ärztin.

Schilddrüsenkrebs

Semaglutid sollte nicht von Patienten / Patientinnen eingenommen werden, bei denen in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte ein medulläres Schilddrüsenkarzinom oder ein multiples endokrines Neoplasie-Syndrom Typ 2 vorliegt.

Hintergrund ist, dass sich in einzelnen Studien bei Nagetieren unter einer 2-jährigen Behandlung mit Semaglutid Tumore in der Schilddrüse gebildet haben.

Bei Affen und Menschen wurde diese Entwicklung nicht beobachtet und ist unwahrscheinlich, kann jedoch nicht komplett ausgeschlossen werden.

Für wen ist Ozempic® nicht geeignet?

Semaglutid darf nicht angewendet werden:

  • Bei einer Allergie gegen Semaglutid

  • Während Schwangerschaft & Stillzeit 

Semaglutid wird darüber hinaus nicht empfohlen, wenn folgende Erkrankungen vorliegen:

  • Schwere Herzinsuffizienz

  • Nierenerkrankung mit schwerer Funktionseinschränkung

  • Lebererkrankung mit schwerer Funktionseinschränkung

  • Entzündliche Magen-Darm-Erkrankung

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse

  • Gallenblasenentzündung und Gallensteine

  • Diabetes Typ 1

  • Palpitationen (starkes, bewusst gefühltes Herzklopfen)

  • Schilddrüsenerkrankungen und -krebs

  • Erkrankungen der Netzhaut

  • Diabetische Augenerkrankung (Retinopathie)

Hinweis: Ältere Menschen oder Personen mit bestimmten gesundheitlichen Problemen wie Nieren- oder Lebererkrankungen können anfälliger für Wechselwirkungen sein. Es ist wichtig, dass Dein Arzt / Deine Ärztin alle relevanten Informationen hat, um die beste Behandlungsoption für Dich zu finden.

Wechselwirkungen mit Ozempic® vermeiden bzw. verringern

Um Wechselwirkungen zu vermeiden bzw. auf ein Minimum zu beschränken, beachte bitte Folgendes:

  • Halte Dich an die Einnahmeempfehlungen Deines behandelnden Arztes / Deiner behandelnden Ärztin. 
  • Lies Dir den Beipackzettel aufmerksam durch. 
  • Beantworte alle Fragen Deines behandelnden Arztes / Deiner behandelnden Ärztin wahrheitsgemäß.  
  • Lass Dich ausführlich von Deinem Arzt / Deiner Ärztin, einem Apotheker / einer Apothekerin zu möglichen Wechselwirkungen beraten. Informiere ihn / sie zudem über alle Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, die Du zum Zeitpunkt der Verschreibung einnimmst, vorher eingenommen hast oder planst, während der Ozempic®-Behandlung einzunehmen.

Zusammenfassung

Ozempic® kann Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten haben, vor allem Medikamente, die ebenfalls den Blutzucker senken oder schnell über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Informiere Deinen Arzt / Deine Ärztin über jegliche Vorerkrankungen und alle Medikamente, die Du einnimmst, um mögliche Risiken zu minimieren. Lies Dir zusätzlich den Beipackzettel gründlich durch und halte Dich an die Einnahmeempfehlungen Deines behandelnden Arztes / Deiner behandelnden Ärztin.

Häufige Fragen

Kann Ozempic® mit anderen Diabetes-Medikamenten eingenommen werden?

Gibt es Wechselwirkungen zwischen Ozempic® und Blutdruckmedikamenten?

Kann ich während der Einnahme von Ozempic® Alkohol trinken?

Interagiert Ozempic® mit Schilddrüsenmedikamenten?

Kann Ozempic® die Wirksamkeit von hormonellen Verhütungsmitteln beeinträchtigen?

Gibt es Nahrungsmittel, die die Wirkung von Ozempic® beeinflussen können?

Quellenangaben

Links