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Amycretin: Wirkung, Studien & Potenzial beim Abnehmen

Was Amycretin ist, wie es auf das Gewicht wirkt und wie die Studienlage einzuordnen ist

Geschrieben von
GoLighter Redaktion
Letzte Änderung
22.05.2026
Lesezeit
5
Minuten
Das Wichtigste in Kürze
  • Amycretin ist ein noch nicht zugelassener Wirkstoff, dessen Effekte auf das Körpergewicht bisher nur in kleinen frühen Studien untersucht wurden.
  • Er aktiviert gleichzeitig GLP-1- und Amylin-Rezeptoren.
  • Erste Studien zeigen eine deutliche Gewichtsreduktion unter Amycretin, die jedoch in kleinen, frühen Studien untersucht wurde.
  • Die bisherigen Daten stammen aus kleinen, frühen klinischen Studien.
  • Amycretin ist aktuell nicht zugelassen.
  • Langzeitwirkungen und Sicherheit sind noch nicht ausreichend untersucht.
  • Gewichtsveränderungen entstehen grundsätzlich durch die Energiebilanz.
Medikamentenfläschchen mit der Aufschrift Amycretin vor grünem Hintergrund.

Was ist Amycretin und wie wirkt es?

Amycretin ist ein Wirkstoff, der sich noch in der Entwicklung befindet und derzeit in klinischen Studien untersucht wird. Im Fokus steht dabei seine Wirkung auf Appetit und Körpergewicht. Der Wirkstoff wird vor allem zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas erforscht.

Es handelt sich um einen sogenannten dualen Rezeptor-Agonisten. Das bedeutet, dass ein einzelnes Molekül gleichzeitig zwei Signalwege beeinflusst, die an der Regulation von Hunger und Sättigung beteiligt sind:

  • GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1): beeinflusst zentrale Signalwege im Gehirn, die das Hungergefühl regulieren, und verlangsamt die Magenentleerung
  • Amylin: wirkt auf bestimmte Hirnareale (z. B. Area postrema) und trägt dazu bei, die Nahrungsaufnahme zu steuern

Durch die Kombination dieser beiden Mechanismen wird untersucht, ob sich Effekte auf das Essverhalten verstärken lassen. Ob daraus ein zusätzlicher klinischer Nutzen gegenüber bestehenden Therapien entsteht, ist derzeit noch nicht belegt.

Amycretin ist ein Wirkstoff in klinischer Entwicklung, dessen Effekte auf Appetit und Körpergewicht bisher nur in frühen Studien untersucht wurden.

Wirkt Amycretin direkt auf den Fettabbau?
Warum werden zwei Signalwege gleichzeitig aktiviert?

Worin unterscheidet sich Amycretin von anderen Wirkstoffen?

Amycretin gehört zu einer neuen Generation von Wirkstoffen. Ein Vergleich mit bestehenden Therapien zeigt, worin sich der Ansatz unterscheidet. 

Die folgende Übersicht zeigt, wie sich Amycretin in Bezug auf Wirkmechanismus und Anwendung von bestehenden Medikamenten unterscheidet.

Wirkstoff Handelsname Rezeptor(en) Anwendung
Liraglutid Saxenda® GLP-1-Rezeptor-Agonist 1x täglich (Injektion)
Semaglutid Wegovy® GLP-1-Rezeptor-Agonist 1× wöchentlich (Injektion)
Tirzepatid Mounjaro® GLP-1- und GIP-Rezeptor-Agonist 1× wöchentlich (Injektion)
Retatrutid – (in Entwicklung) GLP-1-, GIP- und Glukagon-Rezeptor-Agonist Studien
Cagrilintid + Semaglutid – (in Entwicklung) Amylin + GLP-1-Rezeptor-Agonist Studien
Amycretin – (in Entwicklung) GLP-1- und Amylin-Rezeptor Studien

Ob diese Unterschiede zu einem klinisch relevanten Vorteil führen, ist derzeit nicht belegt.

Warum werden neue Wirkstoffe wie Amycretin entwickelt?
Gibt es bereits vergleichbare Wirkstoffe mit ähnlichem Ansatz?

Wie ist der Zulassungsstatus von Amycretin?

Amycretin ist derzeit nicht zugelassen und darf nur im Rahmen klinischer Studien eingesetzt werden.

Bevor eine mögliche Zulassung erfolgt, müssen:

  • größere Studien durchgeführt werden
  • Wirksamkeit und Sicherheit bestätigt werden
  • Langzeitdaten vorliegen

Dieser Prozess kann mehrere Jahre dauern.

Die bisherigen Erkenntnisse zu Amycretin stammen daher aus frühen klinischen Studien, die im Folgenden eingeordnet werden.

Studienlage (Phase 1 und Phase 2)

Da sich Amycretin noch in der Entwicklung befindet, stammen die bisherigen Daten aus frühen klinischen Studien. In diesen Studien liegt der Fokus vor allem auf Sicherheit, Verträglichkeit und geeigneter Dosierung.

Phase-1-Studie (Tablettenform)

  • Teilnehmende: 48 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas ohne Diabetes
  • Studiendauer: 12 Wochen
  • Intervention: tägliche Einnahme in steigenden Dosierungen (bis zu 2× 50 mg)

Ergebnis: Unter hoher Dosierung wurde eine Gewichtsveränderung von bis zu 13,1 % beobachtet.

Einordnung: Die Studie war klein und kurzfristig angelegt. Die Ergebnisse liefern erste Hinweise, sind aber nicht direkt auf den Alltag übertragbar.

Phase-1b/2a-Studie (Injektion)

  • Teilnehmende: 125 Erwachsene mit BMI 27,0–39,9 kg/m²
  • Studiendauer: bis zu 36 Wochen
  • Intervention: wöchentliche Injektion (0,3 bis 60 mg)

Ergebnis: Bei hoher Dosierung wurde eine Gewichtsveränderung von bis zu 24,3 % beobachtet (Placebo: −1,1 %).

Einordnung: Die Ergebnisse zeigen deutliche Effekte unter Studienbedingungen. Ein direkter Vergleich mit anderen Wirkstoffen ist jedoch nur eingeschränkt möglich.

Warum sind frühe Studien oft nicht ausreichend für eine Bewertung?
Warum sind hohe Dosierungen in Studien besonders einzuordnen?

Welche Nebenwirkungen wurden beobachtet?

Die bisher beobachteten Nebenwirkungen ähneln denen anderer inkretin-basierter Medikamente.

Typische Beschwerden:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • verminderter Appetit

Diese traten vor allem zu Beginn oder während der Dosissteigerung auf.

Die Nebenwirkungen wurden meist als mild bis moderat beschrieben. Daten zur langfristigen Sicherheit fehlen.

Warum treten Nebenwirkungen besonders zu Beginn auf?
Warum wird die Dosis schrittweise erhöht?

Wie wirkt Amycretin im Kontext der Gewichtsabnahme?

Amycretin beeinflusst Signalwege, die das Essverhalten verändern können. Dadurch kann die Energieaufnahme sinken. Damit stellt sich die Frage, wie Amycretin im Kontext von Abnehmen einzuordnen ist.

Entscheidend: Gewichtsveränderungen entstehen durch ein Kaloriendefizit.

Medikamente können:

  • Appetit und Sättigung beeinflussen
  • die Umsetzung eines Kaloriendefizits erleichtern

Sie ersetzen jedoch keine Anpassung der Energieaufnahme. Auch bei medikamentösen Therapien entsteht Gewichtsverlust nur dann, wenn ein Kaloriendefizit vorliegt.

Wann werden Medikamente zur Gewichtsreduktion eingesetzt?

Welche Risiken und Unsicherheiten bestehen aktuell?

Da sich Amycretin noch in der Entwicklung befindet, bestehen mehrere Unsicherheiten:

  • fehlende Langzeitdaten
  • begrenzte Teilnehmerzahlen in Studien
  • unklare langfristige Sicherheit
  • noch keine breite Anwendung in der Praxis

Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend, müssen aber durch größere und längere Studien bestätigt werden.

Warum dauert es mehrere Jahre, bis ein Wirkstoff zugelassen wird?

Medikamente

Wirkstoffe

Häufige Fragen

Amycretin ist ein Wirkstoff in klinischer Entwicklung, der gleichzeitig GLP-1- und Amylin-Rezeptoren aktiviert. Dadurch beeinflusst er Signalwege, die an der Regulation von Hunger und Sättigung beteiligt sind.

Was ist Amycretin und wie wirkt der Wirkstoff im Körper?

Amycretin ist ein Wirkstoff in klinischer Entwicklung, der gleichzeitig GLP-1- und Amylin-Rezeptoren aktiviert. Dadurch beeinflusst er Signalwege, die an der Regulation von Hunger und Sättigung beteiligt sind.

Im Gegensatz zu klassischen GLP-1-Agonisten kombiniert Amycretin zwei Wirkmechanismen in einem Molekül. Ob daraus ein klinischer Vorteil entsteht, ist noch nicht belegt.

Wie unterscheidet sich Amycretin von anderen GLP-1-basierten Medikamenten?

Im Gegensatz zu klassischen GLP-1-Agonisten kombiniert Amycretin zwei Wirkmechanismen in einem Molekül. Ob daraus ein klinischer Vorteil entsteht, ist noch nicht belegt.

Amycretin befindet sich derzeit in frühen klinischen Entwicklungsphasen (Phase 1 und Phase 2). In diesen Studien werden vor allem Sicherheit, Verträglichkeit und geeignete Dosierungen untersucht.

In welchem Entwicklungs- oder Zulassungsstatus befindet sich Amycretin aktuell?

Amycretin befindet sich derzeit in frühen klinischen Entwicklungsphasen (Phase 1 und Phase 2). In diesen Studien werden vor allem Sicherheit, Verträglichkeit und geeignete Dosierungen untersucht.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

Kann ich Wegovy® ohne Rezept kaufen?

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

Ja, ein Mounjaro® Rezept ist zwingend erforderlich, da das Medikament verschreibungspflichtig ist. Es darf nur mit ärztlicher Verordnung in Apotheken – online oder vor Ort – abgegeben werden.

Brauche ich ein Rezept für Mounjaro®?

Ja, ein Mounjaro® Rezept ist zwingend erforderlich, da das Medikament verschreibungspflichtig ist. Es darf nur mit ärztlicher Verordnung in Apotheken – online oder vor Ort – abgegeben werden.

  1. Dahl, K., Toubro, S., Dey, S., Duque do Vale, R., Flint, A., Gasiorek, A., Heydorn, A., Jastreboff, A. M., Key, C., Petersen, S. B., Vegge, A., & Adelborg, K. (2025). Amycretin, a novel, unimolecular GLP-1 and amylin receptor agonist administered subcutaneously: results from a phase 1b/2a randomised controlled study. Lancet (London, England), 406(10499), 149–162. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)01185-7
  2. Gasiorek, A., Heydorn, A., Gabery, S., Hjerpsted, J. B., Kirkeby, K., Kruse, T., Petersen, S. B., Toubro, S., Vegge, A., & Key, C. (2025). Safety, tolerability, pharmacokinetics, and pharmacodynamics of the first-in-class GLP-1 and amylin receptor agonist, amycretin: a first-in-human, phase 1, double-blind, randomised, placebo-controlled trial. Lancet (London, England), 406(10499), 135–148. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)01176-6
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