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Setmelanotid: Spezialisiert auf erbliche Formen von Übergewicht

Behandlung von genetische bedingter Adipositas mit Setmelanotid

Geschrieben von
GoLighter Redaktion
Letzte Änderung
02.03.2026
Lesezeit
5
Minuten
Das Wichtigste in Kürze
  • Setmelanotid ist ein Melanocortin-Rezeptor-Agonist und aktiviert das Hormon Melanocortin, das im Körper die Energieverwendung mitsteuert. 
  • Setmelanotid ist für Menschen mit einer Störung der Proopiomelanocortin-Produktion (POMC-Mangel) oder einem Defekt der Leptinrezeptoren (LEPR-Mangel) entwickelt.
  • Das Medikament kann nicht als Alternative für inkretin-basierte Therapien (Abnehmspritzen) eingesetzt werden.
Medikamentenfläschchen mit der Aufschrift Setmelanotid vor grünem Hintergrund als Darstellung eines Wirkstoffs zur Behandlung genetisch bedingter Adipositas.

Was ist Setmelanotid?

Setmelanotid ist ein Medikament, das speziell zur Behandlung von erblich bedingter Adipositas eingesetzt wird. Anders als inkretin-basierte Medikamente wie GLP-1- oder GIP-/GLP-1-Rezeptor-Agonisten (z. B. Semaglutid oder Tirzepatid) wirkt Setmelanotid nicht an diesen Rezeptoren, sondern an den Melanocortin-4-Rezeptoren. Melanocortin ist ein Peptidhormon, das im Körper die Energieverwendung mitsteuert. Das Medikament wird außerdem zur Behandlung des seltenen Bardet-Biedl-Syndrom (BBS) eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Erbkrankheit, die unter anderem auch zu Adipositas führen kann. 

Setmelanotid ist verschreibungspflichtig und darf nur mit ärztlicher Begleitung angewendet werden. Der Wirkstoff wird täglich unter die Haut gespritzt (subkutane Injektion.

Erblich bedingte Adipositas: Was ist das?

Starkes Übergewicht kann in seltenen Fällen (Hersteller schätzen 1 von 100.000 Personen) durch angeborene Genveränderungen (Mutationen) an bestimmten Hormonrezeptoren ausgelöst werden. Betroffene Menschen entwickeln bereits im Kindesalter Adipositas. 

Hauptauslöser dafür sind entweder ein: 

  • Mangel an Proopiomelanocortin (POMC-Mangel): POMC ist ein Vorläuferhormon von Alpha-MSH (Alpha-Melanocyten-stimulierendes Hormon), welches eine wichtige Rolle bei der Regulation des Energiehaushalts spielt. Alpha-MSH bindet an den Melanocortin-4-Rezeptor (MC4R), der wesentlich daran beteiligt ist, dem Gehirn ein Sättigungsgefühl zu übermitteln. Fehlt POMC, kann MC4R nicht aktiviert werden und es kann bereits innerhalb des ersten Lebensjahres zu gesteigertem Hunger und schwerer Adipositas kommen.

oder ein 

  • Defekt der Leptinrezeptoren (LEPR-Mangel): Leptin ist ein Hormon, das im Gehirn ebenfalls ein Sättigungsgefühl auslöst. Sind die Leptinrezeptoren geschädigt, kommt die Botschaft “Ich bin satt” nicht im Gehirn an und betroffene Kinder können bereits als Neugeborene eine Adipositas entwickeln. 

Da die Veränderungen  jeweils an einem anderen Gen auftreten, ist es unwahrscheinlich, dass beide Mutationen gleichzeitig auftreten, obwohl theoretisch möglich. 

Wie wirkt Setmelanotid bei erblich bedingter Adipositas?

Beide Störungen, POMC-Mangel und LEPR-Mangel, treten auf dem Leptin-MC4R-Signalweg auf. Er ist mitverantwortlich für die Regulierung des Energiehaushaltes und des Körpergewichtes. Dysfunktionen in diesem Signalweg können daher zu Übergewicht oder anderen Stoffwechselstörungen führen.

Der Signalweg beginnt bei dem Hormon Leptin. Leptin wird hauptsächlich von Fettzellen produziert und wirkt auf Rezeptoren im Hypothalamus (Region im Gehirn). Dort aktiviert Leptin Neuronen, die Proopiomelanocortin (POMC) produzieren. Dieses Hormon wiederum bindet an die Melanocortin-4-Rezeptoren (MC4R). Werden die MC4-Rezeptoren aktiviert, empfängt das Gehirn das Signal “Der Körper hat genug Energie, wir müssen keine weiteren Kalorien aufnehmen.” Anders gesagt: Aktivierte MC4-Rezeptoren reduzieren den Appetit und steigern den Energieverbrauch

Ein LEPR-Mangel ist eine Störung auf der ersten “Station” des Signalweges und POMC-Mangel eine Störung auf der zweiten “Station”. Setmelanotid behebt Störungen an beiden “Stationen” indem es direkt die Melanocortin-4-Rezeptoren aktiviert. So kann es sowohl die Aufgabe des fehlenden Proopiomelanocortin (POMC) als auch die Aufgabe defekter Leptinrezeptoren imitieren. 

Wie eine internationale Studie (Multizentrische Phase 3 Studie)¹ zeigte, konnte Setmelanotid das Hungergefühl sowohl bei Patientinnen und Patienten mit POMC-Mangel als auch bei Patienten und Patientinnen mit einem Defekt der Leptinrezeptoren (LEPR-Mangel) verbessern. Das Medikament gilt als sicher und bei sachgerechter Anwendung als gut verträglich.

Setmelanotid: Keine Alternative zu GLP-1-Agonisten

Setmelanotid ist ein Medikament für sehr seltene genetische Erkrankungen. Auch wenn es dieselbe Wirkung – weniger Hungergefühl, mehr Sättigungsgefühl – erzeugt, wird diese auf einem anderen Weg erreicht. Bei Menschen, die nicht an einem Mangel an POMC oder einem Defekt der Leptinrezeptoren leiden, kann Setmelanotid unerwünschte Nebenwirkungen auslösen und unabsehbare Folgen haben, da die Wirkung des Medikaments für diese Fälle nicht erforscht ist. 

Medikamente wie Setmelanotid nennt man auch Orphan Drug. Das sind Arzneimittel zur Prävention, Diagnose und Behandlung von seltenen Erkrankungen. Damit Pharmahersteller einen Anreiz erhalten, auch solche “Nischenprodukte” zu entwickeln, gelten für Orphan Drugs erleichterte Entwicklungsbedingungen wie reduzierte Gebühren oder schnellere Zulassungsverfahren. Dennoch ist die Entwicklung solcher Medikamente sehr aufwändig. Da sie zudem selten benötigt werden (laut Hersteller 2025 in Deutschland 20-50 Individuen), ist die Behandlungteuer. Die Jahrestherapiekosten pro Patient:in liegen laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)² schätzungsweise bei mindestens 35.000 Euro und oft deutlich darüber³.

Gewichtsmanagement für Nicht-Erkrankte

Was können Menschen mit Adipositas und ohne Genmutation tun? Um Gewicht zu verlieren, braucht es ein Kaloriendefizit. Um dies zu erreichen, müssen verschiedene Faktoren ineinander greifen: Ernährungsumstellung, Bewegungsprogramm und Verhaltensänderung.

Zusätzlich können - wo sinnvoll - moderne Wirkstoffe wie Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid unterstützen. Diese inkretin-basierten Therapien beeinflussen das Sättigungs- und Belohnungssystem im zentralen Nervensystem sowie die Kommunikation zwischen Verdauungstrakt und Gehirn. Sie wirken gezielt auf Rezeptoren, die das Hungergefühl dämpfen, das Sättigungsgefühl verstärken, die Magenentleerung verlangsamen und die Blutzuckerkontrolle verbessern. Medikamente wie Wegovy®, Saxenda® und Mounjaro® können helfen, ein Kaloriendefizit leichter einzuhalten und unterstützen so die nachhaltige Reduktion des Körpergewichts bei Übergewicht und Adipositas.

Dabei gilt es zu beachten:

  • Diese Medikamente wurden für Menschen mit Übergewicht oder Adipositas, also einem BMI über 30 (oder BMI über 27 mit Begleiterkrankungen), entwickelt, die auf anderem Weg nicht erfolgreich abnehmen können.

  • Eine nachhaltige Gewichtsabnahme gelingt auch mit Inkretin-basierten Therapien nur, wenn die Anwendung von Maßnahmen zur Ernährungsumstellung, Bewegungstraining und Verhaltensänderungen begleitet wird.

  • Inkretin-basierte Therapien sind verschreibungspflichtig und dürfen nur auf ärztliches Rezept und unter ärztlicher Begleitung angewendet werden.

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Nein, Setmelanotid wirkt an den Rezeptoren für das Hormon Melanocortin-4 und hat keinen Einfluss auf die GLP-1-Rezeptoren. Es ist speziell entwickelt zur Behandlung von Menschen mit Genmutationen, die die Melanocortin-4-Rezeptors beeinträchtigen (POMC- oder LEPR-Mangel).

Die Gewichtsabnahme ist abhängig von verschiedenen Faktoren und von der Ursache der genetisch bedingten Adipositas. In einer Studie verloren 80 % der Patienten und Patientinne nmit einer Störung der Proopiomelanocortin-Produktion ( POMC-Mangel und 45 % der Patienten und Patientinnen mit einem Defekt an den Leptinrezeptoren  (LEPR-Mangel) mindestens 10 % ihres Ausgangsgewichtes.

Setmelanotid ist zur Behandlung von erblich bedingten Störungen vorgesehen. Wenn diese nachgewiesen sind, übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten.

Nein, Setmelanotid wird ausschließlich für erblich bedingte Adipositas verschrieben. Eine Verwendung für andere Fälle ist weder vorgesehen noch erforscht. Setmelanotid hat eine sehr spezifische, auf die Genmutationen abgestimmte Wirkung und ist, da es für sehr seltene Erkrankungen entwickelt wurde, sehr teuer (jährliche Kosten von mehr als 35.000 Euro).

Es  sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen bekannt. Zur Sicherheit sollten mögliche Wechselwirkungen aber vor der Einnahme eines Medikamentes ärztlich überprüft werden.

Das Medikament kann milde bis moderate Nebenwirkungen haben. Häufig treten Übelkeit, Erbrechen, Reaktionen an der Injektionsstelle und eine verstärkte Hautpigmentierung (dunkle Flecken) auf.

Nein, Saxenda® kaufen ohne Rezept ist nicht erlaubt. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

  1. Clément, K., Van Den Akker, E., Argente, J., Bahm, A., Chung, W. K., Connors, H., De Waele, K., Farooqi, I. S., Gonneau-Lejeune, J., Gordon, G., Kohlsdorf, K., Poitou, C., Puder, L., Swain, J., Stewart, M., Yuan, G., Wabitsch, M., Kühnen, P., Pigeon-Kherchiche, P., . . . Kühnen, P. (2020). Efficacy and safety of setmelanotide, an MC4R agonist, in individuals with severe obesity due to LEPR or POMC deficiency: single-arm, open-label, multicentre, phase 3 trials. The Lancet Diabetes & Endocrinology, 8(12), 960–970. https://doi.org/10.1016/s2213-8587(20)30364-8
  2. Mempel, I. V. M. C. (2025, March 27). Setmelanotid. Gelbe Liste Online. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Setmelanotid_56668#Wirkmechanismus
  3. Zorn, S., Schnurbein, J. V., Kohlsdorf, K., Denzer, C., & Wabitsch, M. (2020). Extreme Adipositas durch Leptinrezeptordefekt. Monatsschrift Kinderheilkunde. https://doi.org/10.1007/s00112-020-01100-w
  4. Zorn, S., Schnurbein, J. V., Kohlsdorf, K., Denzer, C., & Wabitsch, M. (2020). Extreme Adipositas durch Leptinrezeptordefekt. Monatsschrift Kinderheilkunde. https://doi.org/10.1007/s00112-020-01100-w