Ein großer Bauchumfang kann die Lunge einengen und das Atmen behindern

Ein großer Bauchumfang kann die Lunge einengen und das Atmen erschweren. Bei Übergewicht drückt das Fettgewebe auf Zwerchfell und Brustkorb, wodurch weniger Sauerstoff in den Körper gelangt. Herz und Lunge müssen stärker arbeiten, was die Belastung erhöht. Durch Gewichtsreduktion, Bewegung und Atemtraining lässt sich die Atmung oft verbessern und die Lebensqualität steigern.
Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel. Es zieht sich beim Einatmen zusammen, senkt sich ab und schafft Platz, damit sich die Lunge mit Luft füllen kann. Beim Ausatmen entspannt es sich.
Bei Übergewicht oder Adipositas, insbesondere mit Bauchfett, wird dieser Mechanismus gestört: Das Fett im Bauchraum drückt auf das Zwerchfell, die Lunge kann sich nicht mehr vollständig entfalten, und der Sauerstoffaustausch ist eingeschränkt. Gleichzeitig steigt der Sauerstoffbedarf, weil der größere Körper mehr Energie benötigt.1
Übergewicht beeinträchtigt die Atmung auf mehreren Ebenen – durch körperliche Einschränkungen, Veränderungen der Lungenfunktion und eine zusätzliche Belastung des Herz-Kreislauf-Systems.
Ein wesentlicher Grund für die erschwerte Atmung bei Übergewicht ist die mechanische Belastung durch überschüssiges Fettgewebe im Bauch- und Brustbereich.
Dadurch kann die Lunge weniger Sauerstoff aufnehmen – besonders im Sitzen, Liegen oder beim Bücken. Menschen mit hohem Body-Mass-Index (BMI) leiden deutlich häufiger unter Atemnot schon bei geringer Belastung.2
Mit zunehmendem Körpergewicht steigt der Sauerstoffbedarf, weil die Muskulatur mehr arbeiten muss. Das Herz pumpt stärker, die Atemfrequenz nimmt zu – und dennoch entsteht häufig das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen.
Bei Adipositas ist zudem die Dehnbarkeit der Lunge (Lungencompliance) eingeschränkt, wodurch sich das Atmen anstrengender anfühlt.1
Neuere Studien zeigen außerdem, dass sich bei starkem Übergewicht Fettzellen in den Atemwegswänden der Lunge ablagern können. Diese Einlagerungen können die Atemwege verengen, Entzündungen fördern und die Atmung zusätzlich erschweren.3
Übergewicht erhöht das Risiko für Bluthochdruck und Herzschwäche. Wenn das Herz weniger effizient pumpt, kann sich Flüssigkeit in der Lunge stauen – die Folge ist Atemnot bei Anstrengung oder im Liegen.1
Atemnot durch Übergewicht zeigt sich meist schleichend und zunächst bei körperlicher Belastung. Mit der Zeit kann sie auch in Ruhe auftreten.
Diese Symptome sollten nicht als normale Begleiterscheinung von Übergewicht abgetan werden. Sie sind häufig ein Hinweis darauf, dass Herz, Lunge und Atemmuskulatur überlastet sein können und medizinisch abgeklärt werden sollten.
Bleibt die Atembelastung über längere Zeit bestehen, können sich verschiedene Begleiterkrankungen entwickeln oder verstärken. Viele davon stehen in engem Zusammenhang und beeinflussen sich gegenseitig.
Bei Übergewicht lagert sich Fettgewebe auch im Bereich des Rachens ab. Dieses verengt die oberen Atemwege, sodass es im Schlaf zu wiederholten Atemaussetzern (Apnoen) kommt und eine Schlafstörung entstehen kann. Betroffene schlafen unruhig, wachen häufig auf und fühlen sich am nächsten Tag müde oder unkonzentriert. Unbehandelt erhöht die Schlafapnoe das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Stoffwechselstörungen.1
Neben Gewichtsreduktion kann eine Atemmaske (CPAP-Therapie) helfen, die die Atemwege während des Schlafs offenhält und den Sauerstoffgehalt stabilisiert. Diese Behandlung sollte stets ärztlich verordnet und überwacht werden.
Beim Obesitas-Hypoventilationssyndrom (OHS) arbeitet das Zwerchfell dauerhaft gegen den Druck des Bauchfetts. Dadurch gelangt weniger Luft in die Lunge, Kohlendioxid (CO₂) staut sich im Blut, und es entsteht ein chronischer Sauerstoffmangel. Zusätzlich reagiert das Atemzentrum im Gehirn weniger empfindlich auf erhöhte CO₂-Werte – die Atmung wird dadurch weiter abgeschwächt. Betroffene leiden unter anhaltender Kurzatmigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Konzentrationsproblemen.
Eine gezielte Gewichtsreduktion steht im Mittelpunkt, ergänzt durch Atemtherapie oder eine nicht-invasive Beatmung (BiPAP), um die Atmung zu unterstützen und den CO₂-Spiegel zu senken. Auch hier ist eine ärztliche Kontrolle unerlässlich, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und die Therapie individuell anzupassen.
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck und Gefäßveränderungen können das Herz überlasten. Wenn es nicht mehr ausreichend Blut in den Kreislauf pumpt, staut sich Flüssigkeit in der Lunge – das führt zu Atemnot bei Anstrengung oder im Liegen.1 Symptomatisch sind geschwollene Beine, Müdigkeit und ein schneller Puls.
Neben medikamentöser Behandlung (z. B. Entwässerungs- und Herzstärkungsmittel) können Gewichtsabnahme, Salzreduktion und moderates Ausdauertraining die Herzleistung verbessern und die Atemnot lindern. Die Behandlung gehört in die Hände von Fachärzten und Fachärztinnen für Kardiologie oder Innere Medizin.
Diese Begleiterkrankungen sind häufig miteinander verknüpft – so verstärkt etwa Schlafapnoe die Herzbelastung, und Herzschwäche verschlimmert wiederum die Atemnot. Eine frühzeitige ärztliche Diagnose und individuell abgestimmte Behandlung sind entscheidend, um die Atemfunktion zu stabilisieren, die Herzgesundheit zu schützen und die Lebensqualität langfristig zu verbessern.
Atemprobleme bei Übergewicht treten häufig nicht allein auf. Erkrankungen wie Schlafapnoe, OHS und Herzinsuffizienz können sich gegenseitig beeinflussen und die Atemnot verschlimmern:
So entsteht ein Teufelskreislauf: Atemprobleme schwächen das Herz – und eine Herzschwäche verschlechtert die Atmung weiter.
Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist eine interdisziplinäre Behandlung entscheidend – idealerweise durch Fachleute aus Pneumologie, Kardiologie und Adipositasmedizin.
Wer unter Atemnot bei Übergewicht leidet, kann aktiv etwas tun, um die Atmung zu erleichtern und wieder besser Luft zu bekommen. Neben kurzfristigen Maßnahmen, die akute Beschwerden lindern, spielen vor allem medizinisch begleitete Behandlungsstrategien eine wichtige Rolle.
Diese Strategien können kurzfristig helfen, die Atmung zu stabilisieren und Erleichterung zu schaffen:
Dauerhafte Veränderungen im Lebensstil können die Atemfunktion nachhaltig verbessern und Herz sowie Lunge entlasten:
Übergewicht – besonders im Bauchbereich – belastet den gesamten Atemapparat. Das Zwerchfell, der wichtigste Atemmuskel, kann sich durch das zusätzliche Fettgewebe im Bauchraum schlechter nach unten bewegen. Dadurch verringert sich das Lungenvolumen, und die Atmung wird flacher. Gleichzeitig benötigt der Körper mehr Sauerstoff, weil die Muskulatur stärker arbeiten muss, um das höhere Gewicht zu bewegen. Schon geringe Belastungen können deshalb zu spürbarer Atemnot führen.
Beides spielt eine Rolle:
Die Lunge selbst ist in der Regel gesund, arbeitet aber unter ungünstigen mechanischen Bedingungen. Zusätzlich können Entzündungsprozesse, die bei Adipositas häufig auftreten, die Lungenfunktion langfristig beeinträchtigen.
Ja – in den meisten Fällen. Mit sinkendem Gewicht kann sich das Zwerchfell wieder freier bewegen, die Lunge dehnt sich besser aus und der Sauerstoffbedarf sinkt. Studien4 zeigen, dass eine Gewichtsabnahme die Atemleistung verbessert, insbesondere bei Menschen mit Adipositas-Hypoventilationssyndrom oder Schlafapnoe.
Ja, Atemnot kann ein Warnzeichen sein. Wenn sie bereits in Ruhe, nachts oder plötzlich auftritt, kann eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken, etwa:
Eine ärztliche Abklärung ist notwendig.
Wenn die Atemnot zunimmt, plötzlich auftritt oder mit Brustschmerz, Schwindel oder bläulichen Lippen verbunden ist, den Notarzt (112) rufen.
Nein, Saxenda® kaufen ohne Rezept ist nicht erlaubt. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.
Ja, ein Wegovy® Rezept ist zwingend erforderlich, da das Medikament verschreibungspflichtig ist. Nur mit einer ärztlichen Verordnung darf es in Apotheken abgegeben werden – online oder vor Ort.