Blutgruppendiät – funktioniert sie wirklich? Konzept, Lebensmitteltabelle & wissenschaftliche Einschätzung

Ernährung nach Blutgruppe: Was steckt dahinter – und was sagt die Wissenschaft wirklich?

Ärztliches Beratungsgespräch mit Tablet-Grafik zu Blutwerten, im Vordergrund Obst, Gemüse und Maßband als Symboldbild für die Blutgruppendiät.

Seit den 1990er-Jahren sorgt die Blutgruppendiät für Diskussionen. Ihr Erfinder, der amerikanische Naturheilkundler Dr. Peter D’Adamo, behauptet, dass Menschen je nach Blutgruppe bestimmte Lebensmittel besser oder schlechter vertragen – und dadurch leichter abnehmen oder gesünder leben könnten. Doch wissenschaftliche Untersuchungen konnten diese Theorie bisher nicht bestätigen. Mehrere Studien zeigen keinen Zusammenhang zwischen Blutgruppe, Nahrungsverträglichkeit oder Gewichtsreduktion. Die Blutgruppendiät gilt daher heute als wissenschaftlich widerlegt.

Letzte Änderung
20.01.2026
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Was ist die Blutgruppendiät – und was ist wirklich dran?

Die Blutgruppendiät, auch bekannt als Ernährung nach Blutgruppe, wurde in den 1990er-Jahren von Dr. Peter D’Adamo entwickelt. Seine Theorie besagt, dass Menschen mit unterschiedlichen Blutgruppen Nahrungsmittel unterschiedlich gut vertragen und verstoffwechseln.

D’Adamo ordnete jeder Blutgruppe einen evolutionären Typ zu:

  • Blutgruppe 0: „Jäger:in“ – eiweißreiche Kost
  • Blutgruppe A: „Landwirt:in“ – pflanzenbasierte Ernährung
  • Blutgruppe B: „Nomade und Nomadin“ – vielseitige Kost
  • Blutgruppe AB: „Rätselhafte:r“ – Mischtyp aus A und B, mit einer Kombination aus deren empfohlenen Lebensmitteln.

Ziel dieser Ernährungsweise ist es, den „Stoffwechsel zu optimieren“ und das Immunsystem zu stärken.

Tatsächlich gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Blutgruppen einen Einfluss auf die Verträglichkeit oder den Nutzen bestimmter Lebensmittel haben.

Wie soll die Blutgruppendiät beim Abnehmen unterstützen?

Nach der Theorie hängt der Stoffwechsel eng mit der Blutgruppe zusammen. Bestimmte Eiweiße in Lebensmitteln – Lektine – sollen mit den Blutgruppenantigenen reagieren und so Verdauung, Immunreaktionen und Fettstoffwechsel beeinflussen.

Wer sich „blutgruppenrichtig“ ernährt, soll laut D’Adamo:

  • Entzündungen vermeiden,
  • die Verdauung verbessern,
  • das Gewicht leichter reduzieren können.

Fazit: Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise, dass Lektine mit Blutgruppen reagieren oder dass die Blutgruppendiät das Abnehmen erleichtert.

Blutgruppendiät-Tabelle: empfohlene und verbotene Lebensmittel

Die Blutgruppendiät teilt Menschen in vier Ernährungstypen ein. Diese Lebensmittel-Tabelle zeigt, welche Produkte laut D’Adamo geeignet oder zu meiden sind.

Blutgruppe 🚫 Ähnlich zu
0 – Jäger:in Fleisch, Fisch, Gemüse Weizen, Mais, Hülsenfrüchte, Milchprodukte Low-Carb- / Paleo-Ernährung
A – Landwirt:in Gemüse, Obst, Soja, Vollkorn Fleisch, Milchprodukte, Weizen Pflanzliche Ernährung (vegane Ernährungspyramide)
B – Nomade und Nomadin Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte Mais, Weizen, Tomaten, Erdnüsse Mischkost
AB – Rätselhafte Fisch, Tofu, grünes Gemüse Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, Mais Flexitarisch

Wichtig: Diese Empfehlungen beruhen nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft die Blutgruppendiät als nicht evidenzbasiert ein.

Blutgruppendiät 0, A, B und AB – Ernährung im Detail

Nach D’Adamos Theorie reagiert jede Blutgruppe unterschiedlich auf bestimmte Lebensmittel. Entsprechend teilte er Menschen in vier Ernährungstypen ein, deren jeweilige „optimale“ Kost angeblich an die evolutionäre Entwicklung dieser Gruppen angepasst sein soll.

Beachte dabei: Die wissenschaftliche Evidenz für diese Empfehlungen fehlt.

Blutgruppendiät 0 – Ernährung für Jäger:innen

Empfohlen werden eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und grünes Gemüse. Getreide, Milchprodukte und Hülsenfrüchte sollten hingegen gemieden werden.

D’Adamo bezeichnet diesen Typ als die „ursprünglichste“ Ernährungsform, angeblich angepasst an frühe Jägergemeinschaften.

Blutgruppendiät A – Ernährung für Landwirte und Landwirtinnen

Empfohlen sind viel Gemüse, Obst, Sojaprodukte und Vollkornprodukte. Fleisch, Milchprodukte und Weizen sollten hingegen gemieden werden. Dieser Typ gilt als stärker pflanzenbasiert.

Blutgruppendiät B – Ernährung für Nomaden und Nomadinnen

Menschen mit Blutgruppe B sollen laut D’Adamo Fleisch, Milchprodukte und Eier gut vertragen. Mais, Weizen, Tomaten und Erdnüsse sollten hingegen gemieden werden.

Blutgruppendiät AB – Ernährung für Mischtypen

Eine Kombination aus Typ A und B: empfohlen sind Fisch, Tofu und grünes Gemüse. Rotes Fleisch und Hülsenfrüchte sollten hingegen gemieden werden.

Gibt es Vorteile oder Risiken der Blutgruppendiät?

Mögliche Vorteile:

  • Mehr Achtsamkeit für Ernährung
  • Frische, unverarbeitete Lebensmittel stehen im Vordergrund

Mögliche Risiken:

  • Einseitige Ernährung durch starke Einschränkungen
  • Risiko für Nährstoffmängel (z. B. bei Verzicht auf ganze Lebensmittelgruppen)
  • Wissenschaftlich nicht belegte Wirkungsversprechen

Wer nachhaltig abnehmen möchte, sollte sich an bewährte Grundlagen halten:
Ein moderates Kaloriendefizit durch ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung bleiben die entscheidenden Faktoren – unabhängig von der Blutgruppe.

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Ja, aber nicht wegen der Blutgruppe. Wer mit der Blutgruppendiät Gewicht verliert, tut das, weil insgesamt weniger Kalorien aufgenommen werden – nicht, weil die Blutgruppe eine Rolle spielt.

Laut dem Konzept sind für jede Blutgruppe bestimmte Lebensmittel empfohlen:

  • Typ 0: viel Fleisch, Fisch, Gemüse
  • Typ A: überwiegend vegetarisch
  • Typ B: vielseitig mit Milchprodukten
  • Typ AB: Mischkost

Diese Empfehlungen sind jedoch nicht wissenschaftlich belegt. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung funktioniert für alle Blutgruppen gleich gut.

Es gibt keine Blutgruppe, die schneller oder langsamer abnimmt.

Wie viel Gewicht man verliert – und in welchem Zeitraum – hängt in erster Linie davon ab, wie hoch das tägliche Kaloriendefizit ist. Die Blutgruppe spielt dabei keine Rolle.

Die Blutgruppendiät ist ein Mythos. Studien zeigen keine Beweise, dass sie beim Abnehmen hilft oder den Stoffwechsel beeinflusst. Auch die Theorie zu Lektinen und Blutgruppen wurde widerlegt.

Ja, es gibt zahlreiche Bücher und Online-Tabellen mit Ernährungsempfehlungen nach Blutgruppe. Sie beruhen jedoch auf unbelegten Annahmen, nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Theoretisch ja, praktisch ist das Konzept jedoch widersprüchlich. So soll laut D’Adamo nur Blutgruppe A vegetarisch essen, während anderen Gruppen Fleisch oder Milchprodukte empfohlen werden. Da die Blutgruppendiät wissenschaftlich nicht belegt ist, spricht nichts dagegen, direkt auf eine ausgewogene vegetarische oder vegane Ernährung umzusteigen.

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Ja, ein Wegovy® Rezept ist zwingend erforderlich, da das Medikament verschreibungspflichtig ist. Nur mit einer ärztlichen Verordnung darf es in Apotheken abgegeben werden – online oder vor Ort.

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