Warum Fett nicht gleich Fett ist und welche Rolle braunes Fettgewebe beim Abnehmen wirklich spielt

Während wir weißes Fett oft nur als Polster wahrnehmen, gilt braunes Fett in der Theorie als „Kalorienverbrenner“. Es kann Energie in Wärme umwandeln, statt sie zu speichern. Klingt nach der perfekten Lösung für das Abnehmen. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt die Wissenschaft, dass die Aktivierung von braunem Fett kein Wundermittel ist. Dieser Artikel erklärt, welche Rolle Fettgewebe bei Übergewicht und Adipositas spielt, was wissenschaftlich bestätigt ist und welche Strategien beim Abnehmen weiterhelfen.
Fettgewebe ist ein endokrines (hormonbildendes) Organ, das aktiv Botenstoffe aussendet und in wichtige Immun- und Stoffwechselprozesse involviert ist. Nimmst Du dauerhaft mehr Energie auf, als Du verbrauchst, speichert der Körper diesen Überschuss im weißen Fettgewebe. Dies führt zu einer krankhaften Vermehrung der Fettzellen – insbesondere des viszeralen Fetts –, was entzündliche Prozesse im Körper fördert. Deshalb kann ein zu hoher Körperfettanteil das Risiko für eine Reihe von Krankheiten und Beschwerden erhöhen:1
Bereits vor 40 Jahren ließen Tierexperimente den Schluss zu, dass braunes Fett bei der Entwicklung von Übergewicht eine Rolle spielen kann, da es aktiv Kalorien verbrennt. Bei Überfütterung waren jene Tiere vor einer Gewichtszunahme geschützt, die viel aktives braunes Fett hatten.2, 3 Entsprechend wurde die Hypothese aufgestellt, dass Menschen mit einem höheren Anteil an aktivem braunem Fettgewebe möglicherweise weniger anfällig für Gewichtszunahme sind.
Doch bei Übergewicht und Adipositas gerät das Gleichgewicht zwischen weißem und braunem Fett oft durcheinander. Mit steigendem Body-Mass-Index (BMI) nehmen Menge und Aktivität des braunen Fetts deutlich ab – genau dann, wenn man die zusätzliche Verbrennung theoretisch am nötigsten bräuchte.
In der Theorie wäre dann also das Ziel, braunes Fett bei Übergewichtigen zu aktivieren und zu vermehren. Denn je mehr aktives braunes Fett ein Mensch besitzt, desto eher würde er Kalorien verbrennen und desto leichter würde das Abnehmen gelingen.
Die Theorie klingt einfach: Wenn wir mehr braunes Fettgewebe haben, verbrennen wir mehr und leichter Kalorien. Doch die Übertragung vom Tier auf den Menschen ist komplizierter als gedacht.
Theoretisch lässt sich braunes oder beiges Fett stimulieren:4
Wichtig: Du musst Dich nicht täglich in die Eiswanne legen oder dauerhaft frieren. Der Kalorienverbrauch durch aktives braunes Fettgewebe ist bei Menschen – mit maximal 25 kcal pro Tag – minimal.5 Spezielle Kältetherapien sind daher keine effektive Strategie, um Übergewicht abzubauen – der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum sehr geringen Nutzen.
Die Forschung4 konzentriert sich auf eine künstliche Aktivierung. Braunes Fettgewebe wird natürlicherweise über den Sympathikus (einen Teil unseres Nervensystems) aktiviert, indem Noradrenalin an spezielle Rezeptoren der Fettzellen andockt. Bisherige Versuche, diesen Prozess mit Medikamenten nachzuahmen, zeigten beim Menschen oft nur schwache Wirkungen oder führten zu relevanten Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen.
Braunes Fett ist kein Wundermittel, um ungesunde Ernährung oder Bewegungsmangel auszugleichen.
Für eine langfristige Gewichtsabnahme ist eine Ernährungsumstellung mit einem täglichen Kaloriendefizit von 500–600 kcal Grundvoraussetzung. Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und ballaststoffreichen Lebensmitteln.
Auch kleine Veränderungen in Deinem Alltag können dabei helfen, Dein Gewicht zu reduzieren. Versuche, Dich regelmäßig zu bewegen. Es muss kein Leistungssport sein, bereits tägliche Spaziergänge können den Kalorienverbrauch erhöhen. Zusätzliches Krafttraining unterstützt den Erhalt und Aufbau von Muskelmasse.
Bei Menschen mit Übergewicht und Adipositas können ärztlich überwachte Programme oder eine medikamentöse Unterstützung – etwa durch inkretin-basierte Therapien (z.B. Abnehmspritzen) – den Gewichtsverlust unterstützen.
Um zu verstehen, warum Fett nicht gleich Fett ist, lohnt sich ein Blick unter die Haut. Denn die beiden Arten – weißes und braunes Fett – unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern vor allem in ihrer Aufgabe und ihrem Aufbau.
Weißes Fettgewebe macht den Großteil unseres Körperfetts aus. Seine Hauptaufgabe ist es, überschüssige Energie aus der Nahrung in Form von Triglyzeriden zu speichern. Es dient als Isolierschicht gegen Kälte und als mechanisches Polster zum Schutz unserer Organe.
Es wird unterschieden zwischen:
Braunes Fettgewebe hat eine andere Funktion als weißes Fett. Es speichert Energie nicht, sondern verbrennt sie, um Wärme zu erzeugen – ein Vorgang, der Thermogenese genannt wird. Säuglinge haben viel braunes Fett, um ihre Körpertemperatur zu halten. Bei Erwachsenen ist es nur noch in geringen Mengen vorhanden.
Doch Vorsicht vor falschen Hoffnungen: Braunes Fett verbrennt maximal rund 25 zusätzliche Kilokalorien pro Tag.5 Das reicht bei weitem nicht aus, denn für eine langfristige Gewichtsabnahme ist ein tägliches Defizit von 500–600 kcal nötig.
Es gibt noch eine dritte Art: beiges Fett. Das sind Fettzellen, die eigentlich weiß sind, sich aber durch bestimmte Reize (wie Kälte) so verändern können, dass sie Eigenschaften von braunem Fett annehmen. Dieser Prozess wird „Browning“ (Verbräunung) genannt, da sich die Zellen durch die Zunahme an Mitochondrien optisch verdunkeln.
Weißes Fett speichert überschüssige Energie aus der Nahrung, braunes Fett verbrennt Energie aktiv und erzeugt Wärme. Während weißes Fett den Großteil unseres Körperfetts ausmacht, kommt braunes Fettgewebe bei Erwachsenen nur in kleinen Mengen vor.
Weißes Fett schützt Deine Organe wie ein Stoßdämpfer, speichert Energie und produziert Botenstoffe, die wichtige Stoffwechselprozesse beeinflussen. Braunes Fett ist vor allem für Säuglinge wichtig, um sie warmzuhalten. Bei Erwachsenen ist diese Funktion der Energieumwandlung kaum noch aktiv.
Ein Zuviel an weißem Bauchfett kann Entzündungen fördern, den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen und das Risiko für Krankheiten wie Typ-2-Diabetes erhöhen. Braunes Fett wirkt grundsätzlich eher günstig, verbrennt Energie und verbessert einzelne Stoffwechselwerte – spielt beim Erwachsenen aber nur eine kleine, eher untergeordnete Rolle.
Theoretisch lässt sich die Aktivität von braunem Fett durch Kälte und Bewegung beeinflussen. Doch der Effekt ist minimal: Der zusätzliche Kalorienverbrauch liegt bei Erwachsenen bei maximal 25 kcal pro Tag.1 Das reicht nicht aus, um einen nachhaltigen Gewichtsverlust zu erzielen. Weißes Fettgewebe lässt sich langfristig nur durch ein tägliches Kaloriendefizit von 500–600 kcal, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung reduzieren.
Bei dauerhaftem Energieüberschuss speichert der Körper Triglyzeride im weißen Fettgewebe – besonders im Bauchraum, was entzündliche Prozesse fördert und das Risiko für bestimmte Krankheiten und Beschwerden erhöht. Mit steigendem BMI nimmt gleichzeitig die Menge und Aktivität des energieverbrennenden braunen Fetts deutlich ab – was am Ende aber nur wenige Kalorien ausmacht.
Menschen mit mehr aktivem braunem Fett zeigen trotz Übergewicht oft günstigere Blutzucker- und Fettwerte, doch die genauen Zusammenhänge werden wissenschaftlich noch untersucht.
Kälte, Sport oder bestimmte Medikamente können die Aktivität von vorhandenem braunem Fett geringfügig steigern, doch diese Effekte sind beim Menschen gering. Um weißes Fettgewebe zu reduzieren und langfristig Gewicht zu verlieren, sind ein Kaloriendefizit von 500–600 kcal pro Tag, eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung wichtig.
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3. Rothwell, N. J., & Stock, M. J. (1983). Luxuskonsumption, diet-induced thermogenesis and brown fat: the case in favour. Clinical science (London, England : 1979), 64(1), 19–23. https://doi.org/10.1042/cs0640019
4. Kononova, Y. A., Tuchina, T. P., & Babenko, A. Y. (2024). Brown and Beige Adipose Tissue: One or Different Targets for Treatment of Obesity and Obesity-Related Metabolic Disorders?. International journal of molecular sciences, 25(24), 13295. https://doi.org/10.3390/ijms252413295
5. Kwok, T. C., & Stimson, R. H. (2023). Human brown adipose tissue function: insights from current in vivo techniques. The Journal of endocrinology, 259(1), e230017. https://doi.org/10.1530/JOE-23-0017
6. An, S. M., Cho, S. H., & Yoon, J. C. (2023). Adipose Tissue and Metabolic Health. Diabetes & metabolism journal, 47(5), 595–611. https://doi.org/10.4093/dmj.2023.0011
7. DocCheck (02. Dezember 2025). Fettgewebe. Abgerufen am 05. Dezember 2025 von: https://flexikon.doccheck.com/de/Fettgewebe
8. DocCheck (21. März 2024). Braunes Fettgewebe. Abgerufen am 05. Dezember 2025 von: https://flexikon.doccheck.com/de/Braunes_Fettgewebe
9. Cleveland Clinic (08. Juli 2022). Brown Fat. Abgerufen am 05. Dezember 2025 von: https://my.clevelandclinic.org/health/body/24015-brown-fat