Warum Fachleute vom Wasserfasten bei Übergewicht und Adipositas abraten

Beim Wasserfasten wird vollständig auf Nahrung verzichtet und ausschließlich Wasser getrunken. Durch das hohe Kaloriendefizit führt Wasserfasten zu einem schnellen, aber kurzfristigen Gewichtsverlust. Dieser beruht aber fast ausschließlich auf Wasser- und Muskelverlust und ist nicht nachhaltig. Bei längerer Fastendauer steigt das Risiko für Nährstoffmangel oder Muskelabbau. Wasserfasten wird aus medizinischer Sicht nicht empfohlen und ist zum Abnehmen bei Übergewicht und Adipositas nicht geeignet.
Auch wenn sie schnell zu einem hohen Gewichtsverlust führen können, sind extreme Diäten wie das Wasserfasten nicht geeignet zum Abnehmen bei chronischen Erkrankungen wie Übergewicht und Adipositas. Insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen und längeren Fastenzeiten drohen gesundheitliche Risiken. Zudem sind die Effekte kurzfristig und nicht dauerhaft. Sobald die Abnehmwilligen zur gewohnten Ernährungsweise zurückkehren, nehmen sie meist schnell wieder an Gewicht zu.
Wenn dem Körper vorübergehend keine Energie zugeführt wird, nutzt er die verfügbaren Glukose- und Glykogenspeicher. Parallel steigt die Fettmobilisierung an. Bei einer längeren oder sehr starken Kalorienunterversorgung ‒ wie beim Wasserfasten ‒ greift der Körper auch auf Proteine aus den Muskeln zurück, um die Energieversorgung zu sichern.
Zwischen 2 und 10 % ihres Körpergewichts haben Teilnehmer:innen verschiedener Studien1 nach 5–20 Tagen Wasserfasten verloren. Dabei galt meist: Je länger die Fastendauer, desto höher der Gewichtsverlust. Allerdings verliert der Körper nicht nur Fett, sondern auch Wasser und Muskelgewebe.
Neben einer Gewichtsabnahme treten beim Wasserfasten ‒ und beim Fasten generell ‒ auch weitere Effekte auf. So wird z. B. häufig beobachtet, dass Blutdruck und Blutzuckerspiegel sinken sowie Verdauungsorgane und Leber entlastet werden. Diese Veränderungen spiegeln jedoch keine echte Verbesserung wider, sondern entstehen durch den reduzierten Energie- und Flüssigkeitshaushalt. Spätestens nach 3–4 Monaten verschwinden diese Effekte wieder, wenn die ursprüngliche Ernährungsweise wieder aufgenommen wird, wie eine Auswertung verschiedener Studien zeigte.1
Als Nebenwirkung treten beim Wasserfasten häufig Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme auf. In seltenen Fällen kann es auch zu Elektrolytstörungen (niedrige Natrium- oder Chloridwerte) oder zu vorübergehenden Veränderungen bei den Leberwerten kommen. Vor allem bei längeren Fastenphasen (2–-3 Wochen) besteht das Risiko für einen Nährstoffmangel und Muskelabbau.
Besondere Vorsicht ist nach Beendigung des Fastens geboten. Es ist wichtig, die Energiezufuhr nur langsam zu erhöhen, um das Refeeding-Syndrom zu vermeiden, das Symptome wie Herzrasen und Ödeme verursachen kann.
Mit Wasserfasten ist eine Diät gemeint, bei der die Fastenden über einige Tage oder Wochen nichts anderes als 2–3 Liter Wasser am Tag zu sich nehmen. Ähnliche Begriffe wie Wasserdiät oder Nulldiät werden unterschiedlich genutzt und können Diäten bezeichnen, bei denen zusätzlich zu einer normalen Ernährung mehrere Liter Wasser am Tag getrunken werden oder bei denen auf feste Nahrung verzichtet wird, aber kalorienarme Getränke (Gemüsebrühe, Säfte) erlaubt sind. In diesem Artikel bezieht sich der Begriff Wasserfasten auf eine Diät, bei der nur Wasser erlaubt ist.
Für Menschen mit Übergewicht und Adipositas empfehlen Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine nachhaltige Form des Abnehmens. Denn um ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren, müssen Menschen mit diesen Erkrankungen über einen langen Zeitraum ein Kaloriendefizit einhalten, also weniger Nahrung zu sich nehmen, als sie verbrauchen. Das gelingt nachgewiesenermaßen durch eine multimodale Therapie mit einer Kombination aus Ernährungsumstellung, Bewegung und Verhaltensänderung.
In manchen Fällen können Ärztinnen und Ärzte zusätzlich zur multimodalen Therapie eine Behandlung mit inkretin-basierten Wirkstoffen (Abnehmspritzen) verordnen. Diese beeinflussen das Sättigungs- und Belohnungssystem im zentralen Nervensystem sowie die Kommunikation zwischen Verdauungstrakt und Gehirn. Sie wirken gezielt auf Rezeptoren, die das Hungergefühl dämpfen, das Sättigungsgefühl verstärken, die Magenentleerung verlangsamen und die Blutzuckerkontrolle verbessern. Medikamente wie Wegovy® (Semaglutid) Saxenda® (Liraglutid) und Mounjaro® (Tirzepatid) unterstützen so die nachhaltige Reduktion des Körpergewichts bei Übergewicht und Adipositas.
Beim Wasserfasten verzichtet man vollständig auf feste Nahrung und trinkt ausschließlich Wasser, meist 2–3 Liter pro Tag. Wenn dem Körper vorübergehend keine Energie zugeführt wird, nutzt er zunächst die verfügbaren Glukose- und Glykogenspeicher. Parallel steigt die Fettmobilisierung an. Bei einer längeren oder sehr starken Kalorienunterversorgung ‒ wie beim Wasserfasten ‒ greift der Körper auch auf Proteine aus den Muskeln zurück, um die Energieversorgung zu sichern.
Es zeigte sich in Studien1, dass viele Menschen während einer Fastenperiode von etwa 5 bis 20 Tagen viele Menschen zwischen 2 und 10 % ihres Körpergewichts verlieren. Dabei werden zunächst die verfügbaren Glukose- und Glykogenspeicher genutzt. Bei einer sehr starken Kalorienunterversorgung wie beim Wasserfasten wird auch Muskelmasse zur Energie genutzt. Kehrt man nach dem Fasten wieder zu seinen vorherigen Ernährungsgewohnheiten zurück, nimmt der Körper einen Teil des Gewichts oft wieder zu.
Wasserfasten ist gesundheitlich riskant und wird nicht empfohlen. Kurzfristige Veränderungen bei Gewicht oder Blutwerten beruhen vor allem auf Wasser- und Muskelverlust, während die Risiken wie Kreislaufprobleme, Elektrolytstörungen und Nährstoffmängel überwiegen.
Wasserfasten wird aus medizinischer Sicht nicht empfohlen.
Es gibt daher keine Dauer, die als sinnvoll oder sicher gelten kann. Die kurzfristigen Gewichtsverluste, die häufig nach wenigen Tagen auftreten, bestehen größtenteils aus Wasser und Muskelmasse – nicht aus Fett. Mit zunehmender Dauer steigen die gesundheitlichen Risiken deutlich, unter anderem für Elektrolytstörungen, Kreislaufprobleme und Nährstoffmängel. Aus diesem Grund raten Fachleute klar davon ab, Wasserfasten zur Gewichtsabnahme zu nutzen.
Wasserfasten wird nicht empfohlen. Vermeintliche „Erfolge“ sind irreführend. Zwar sinken Gewicht und Blutdruck kurzfristig, doch diese Veränderungen entstehen fast ausschließlich durch Wasserverlust, Muskelabbau und eine extrem geringe Kalorienzufuhr – nicht durch einen gesundheitlichen Nutzen des Wasserfastens selbst. Langfristig ist diese Methode nicht wirksam. Sobald wieder normal gegessen wird, kehrt das Gewicht meist zurück, und die gesundheitlichen Risiken überwiegen deutlich.
Ja. Beim klassischen Wasserfasten ist ausschließlich Wasser erlaubt. Gemüsebrühe, Tees oder Säfte gehören zu milderen Formen des Heilfastens und sind beim strengen Wasserfasten ausgeschlossen.
Die Begriffe werden häufig synonym verwendet, meinen aber nicht immer dasselbe. Allen gemeinsam ist ein fast vollständiger Verzicht auf Nahrung. Die Nulldiät erlaubt in manchen Varianten kalorienarme Flüssigkeiten oder Nahrungsergänzungsmittel, während beim Wasserfasten wirklich nur Wasser getrunken wird. Die „Wasserdiät“ ist kein klar definierter Begriff und wird manchmal mit Wasserfasten gleichgesetzt, manchmal ist damit aber auch eine Diät gemeint, bei der zusätzlich zur normalen Nahrung viel Wasser getrunken wird, um die Verdauung anzuregen.
Ja, ein Wegovy® Rezept ist zwingend erforderlich, da das Medikament verschreibungspflichtig ist. Nur mit einer ärztlichen Verordnung darf es in Apotheken abgegeben werden – online oder vor Ort.
Nein, Mounjaro® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.