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Bitterstoffe und Abnehmen: Was sagt die Studienlage?

Warum Bitterstoffe keinen relevanten Beitrag zur Gewichtsreduktion leisten – und was bei Wirkversprechen zu beachten ist

Geschrieben von
GoLighter Redaktion
Letzte Änderung
01.03.2026
Lesezeit
5
Minuten
Das Wichtigste in Kürze
  • Bitterstoffe gehören nicht zu den essenziellen Nährstoffen, für die ein definierter Bedarf besteht.
  • Für eine Gewichtsreduktion ist entscheidend, dass über einen längeren Zeitraum weniger Energie aufgenommen als verbraucht wird.
  • Beim Abnehmen kommt es auf eine ausgewogene, kalorienreduzierte Ernährung an.
Holzkiste mit grünem Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Sellerie und Salat sowie einem Glas grünem Smoothie als Symbolbild für Bitterstoffe zum Abnehmen.

Bitterstoffe zum Abnehmen: Keine Belege für Wirkversprechen

Pflanzen schützen sich mit Bitterstoffen davor, von Tieren gefressen zu werden. Es gibt jedoch zahlreiche dieser bitterschmeckenden sekundären Pflanzenstoffe, die für den Menschen ungiftig sind. 

Sie wurden bereits in altertümlichen Medizinpraktiken eingesetzt und für einige Bitterstoffe sind positive Wirkungen, etwa die Förderung der Verdauung, auch wissenschaftlich belegt.

Bislang gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass Bitterstoffe einen klinisch relevanten Beitrag zur Gewichtsreduktion leisten.

Beachte:

  • Für eine Steigerung der Fettverbrennung durch Bitterstoffe gibt es keine belastbaren Nachweise.
  • Sie können weder die Kalorienaufnahme im Darm hemmen noch den Appetit maßgeblich unterdrücken.
  • Eine klinisch relevante Verzögerung der Magenentleerung durch Bitterstoffe konnte beim Menschen bislang nicht konsistent nachgewiesen werden.1

Für eine Gewichtsreduktion ist entscheidend, dass über einen längeren Zeitraum weniger Energie aufgenommen als verbraucht wird. Dieses Kaloriendefizit ist die grundlegende Voraussetzung für den Abbau von Körperfett. 

Einzelne Lebensmittel oder Pflanzenstoffe können dieses Prinzip nicht ersetzen. Sie können allenfalls indirekt dabei helfen, eine ausgewogene Ernährung einzuhalten. Fundierte Argumente für einen besonderen Fokus auf Bitterstoffe zum Abnehmen gibt es nicht. 

Widersprüchliche Behauptungen über Abnehmeffekte von Bitterstoffen 

Gerade im Hinblick auf die angebliche Unterstützung des Gewichtsverlustes widersprechen sich die Behauptungen

  • Laut einiger Werbeversprechen sollen Bitterstoffe das Abnehmen unterstützen, indem sie den Appetit zügeln.
  • Andere Anbieter betonen hingegen, dass Bitterstoffe bei Appetitlosigkeit helfen können.

Studien liefern Hinweise, dass bestimmte Bitterstoffe (Quinin, Hopfenextrakte) die Ausschüttung des Darmhormons GLP-1 beim Menschen leicht erhöhen können.1 GLP-1 fördert das Sättigungsgefühl.

Der Effekt ist jedoch sehr schwach, uneinheitlich und hat nichts mit der wissenschaftlich belegten Wirkung von Abnehmspritzen gemeinsam, die von Ärztinnen und Ärzten bei Adipositas verschrieben werden können.  

Weder Bedarf noch Mangelerscheinungen – Bitterstoffe nicht notwendig?

Die deutsche Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein Bedarf an Bitterstoffen nicht erwiesen ist. Eine Ernährung ohne Bitterstoffe führt nicht zu Mangelerscheinungen, denn laut aktuellem Forschungsstand sind die menschlichen Organe nicht auf diese Substanzen angewiesen.

Es gibt daher keine empfohlene tägliche Mindestmenge für die teilweise stark unterschiedlichen Pflanzenstoffe. In den Empfehlungen und gültigen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung werden Bitterstoffe nicht erwähnt.

Wirkung von Bitterstoffen: Was sie leisten und was nicht

Richtig ist, dass Bitterstoffe physiologisch wirksam sind. Sie zählen jedoch nicht zu den essenziellen Nährstoffen. 

Laut der deutschen Verbraucherzentrale können Bitterstoffe die Verdauung nachweislich beeinflussen, indem sie: 

  • die Produktion von Speichel, Magensäure und Gallenflüssigkeit anregen und
  • die Darmbewegung aktivieren.  

Bitterstoffe aktivieren spezielle Geschmacksrezeptoren. Experimentelle Studien untersuchen, ob sie hormonelle Sättigungssignale beeinflussen können. Für eine klinisch relevante Reduktion der Kalorienaufnahme gibt es jedoch bislang keine belastbaren Belege.

Zahlreiche weitere Wirkversprechen sind jedoch nicht durch klinische Studien an Menschen belegt. Dazu zählen:

  • Kontrolle des Blutzuckers 
  • Antidepressive Effekte und Stressreduktion
  • Stärkung des Immunsystems

Studienlage zu Bitterstoffen sehr begrenzt

Für die Prävention oder Behandlung von Übergewicht und Adipositas spielen Bitterstoffe nach aktuellem Kenntnisstand keine relevante Rolle.  

Der Großteil der Effekte von Bitterstoffen, die beim Abnehmen oder zur Behandlung von Beschwerden helfen sollen, wurde in Tier- oder Zellmodellen beobachtet.1 Eventuelle Abnehmwirkungen lassen sich nicht auf den Menschen übertragen

Beispielsweise zeigten sich bei Menschen nur sehr geringe oder keine Effekte auf den Appetit. Viele Wirkungen sind zudem nur bei sehr hohen Dosen messbar, die jedoch gesundheitsgefährdend oder nicht praktisch umsetzbar wären.1 

Ernährung beim Abnehmen: Bitterstoffe bereits in natürlichen Lebensmitteln enthalten

Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Bitterstoffen werden nicht empfohlen. Lebensmittel, die von Natur aus Bitterstoffe enthalten, können hingegen ein Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Der Grund dafür sind nicht die Bitterstoffe selbst, sondern die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe, die für den Körper essenziell sind.

Beispiele für Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Bitterstoffen sind:

  • Artischocken

  • Chicorée

  • Radicchio

  • Rucola

  • Kohl

  • Kräuter

  • Grapefruit

  • Birnen

  • Kaffee, grüner Tee, Kakao

  • Hülsenfrüchte und Nüsse

Mögliche Risiken von Bitterstoffen

Bitterstoffe, die über Obst, Gemüse und andere Lebensmittel aufgenommen werden, gelten als gesundheitlich unbedenklich. Bestimmte Kräuter (wie Wermut und Artemisia) sowie Bitterstoff-Präparate können jedoch Risiken und Nebenwirkungen haben:

  • Ein übermäßiger Verzehr kann zu Übelkeit, Krämpfen und Verdauungsbeschwerden führen. 
  • Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und allergische Reaktionen
  • Die Substanz Thujon, die unter anderem in Pflanzen wie Salbei, Wermutkraut und Thymian enthalten ist, ist in hohen Dosen giftig. Sie kann epilepsieartige Krämpfe auslösen.

Bei Magengeschwüren, Darmproblemen, Gallensteinen und Übersäuerung sollten grundsätzlich keine Bitterstoff-Präparate eingenommen werden. Zudem bergen sie in der Schwangerschaft und Stillzeit Risiken.

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Bitterstoffe helfen nicht beim Abnehmen. Einige Bitterstoffe regen die Verdauung an, doch haben sie keinen nachweisbaren Effekt auf den Gewichtsverlust.

Bitterstoffe erleichtern das Abnehmen nicht nachweislich. Wissenschaftliche Daten, die eine maßgebliche Appetitminderung zeigen, stammen lediglich aus Tier- oder Zellstudien und sind nicht auf den Menschen übertragbar. Einige Bitterstoffe werden pharmakologisch genutzt und traditionell unter anderem zur Appetitanregung eingesetzt.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Bitterstoffe den Gewichtsverlust unterstützen. Sie kommen natürlicherweise in Obst, Gemüse, Kräutern, Nüssen, Hülsenfrüchten sowie in Kaffee und grünem Tee vor. Da viele dieser Lebensmittel kalorienarm und ballaststoffreich sind, können sie das Einhalten eines Kaloriendefizits erleichtern.

Der Verzehr bitterstoffhaltiger Lebensmittel ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht mit einem zusätzlichen Gewichtsverlust verbunden.

Einige Bitterstoffe regen die Produktion von Speichel, Magensäure und Gallenflüssigkeit an und können somit die Verdauung fördern. Dies beeinflusst jedoch nicht direkt das Abnehmen.

In Tier- und Zellstudien wurden Effekte auf Verdauungshormone beobachtet, die potenziell die Sättigung beeinflussen könnten. Beim Menschen sind diese Wirkungen jedoch gar nicht nachweisbar, oder sehr gering und uneinheitlich.1

Ein Abnehmeffekt durch Bitterstoffe ist nicht bekannt und es gibt keine Einnahmeempfehlung. Der menschliche Körper ist nicht auf Bitterstoffe angewiesen, weshalb ein Verzicht ohne Folgen bleibt.

Wenn Du Dich ausgewogen ernährst, nimmst Du Bitterstoffe automatisch über die Lebensmittel auf. Nahrungsergänzungsmittel sind nicht nötig und können Risiken bergen.

Bitterstoffe werden nicht zum Abnehmen empfohlen. Nebenwirkungen können vor allem bei hochdosierten Präparaten auftreten. 

Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Krämpfe, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen sowie allergische Reaktionen. Bei Magengeschwüren, Gallensteinen oder Übersäuerung sollten Bitterstoffe keinesfalls ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.

Nein, Saxenda® kaufen ohne Rezept ist nicht erlaubt. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

1. Rezaie, P., Bitarafan, V., Horowitz, M., & Feinle-Bisset, C. (2021). Effects of bitter substances on GI function, energy intake and glycaemia-do preclinical findings translate to outcomes in humans? Nutrients, 13(4), 1317. https://doi.org/10.3390/nu13041317 

2. Feichter, M. (2025, April 22). Bitterstoffe. netDoktor. https://www.netdoktor.de/medikamente/bitterstoffe/

3. Feichter, M., & Steinbach, M. (2014, November 18). Wermut. netDoktor. https://www.netdoktor.de/heilpflanzen/wermut/

4. Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf die Gesundheit. (n.d.). DGE. Retrieved January 8, 2026, from https://www.dge.de/wissenschaft/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-die-gesundheit/

5. Die Kraft der Bitterstoffe in der Ernährung bei Diabetes Typ 1 und Typ 2. (n.d.). diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe. Retrieved January 8, 2026, from https://www.diabetesde.org/pressemitteilung/kraft-bitterstoffe-ernaehrung-diabetes-typ-1-typ-2

6. Bitterstoffe entzaubert: Fakten statt Mythen für kluge Kaufentscheidungen. (n.d.). Verbraucherzentrale.de. Retrieved January 8, 2026, from https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/bitterstoffe-entzaubert-fakten-statt-mythen-fuer-kluge-kaufentscheidungen-104694