Mythos Bierbauch: Wie wirkt sich Alkohol auf den Bauchumfang aus?

Viszerales Fett und die Risiken bauchbetonter Adipositas

Bierglas vor einem Bauch, symbolisiert Bierbauch und Gewichtszunahme.

Ein “Bierbauch” ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Fettansammlung im Bauchbereich. Alkohol hemmt die Fettverbrennung von gleichzeitig konsumierter Nahrung und kann so eine Gewichtszunahme begünstigen. Die Grundursache eines Bierbauchs ist jedoch eine allgemeine Gewichtszunahme durch einen länger andauernden Kalorienüberschuss. Typisch für den Bierbauch ist, dass sich das Fett vor allem im Bauchraum um die inneren Organe herum ansammelt. Dieses viszerale Fett ist hormonell aktiv und produziert Botenstoffe, die Entzündungen fördern können. So kann Bauchfett zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes-Typ-2 beitragen. Dabei gilt: Je breiter die Taille, desto höher das Risiko.

Letzte Änderung
13.02.2026
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Wichtiger Hinweis zu Ozempic®

Ozempic® ist in Deutschland ausschließlich zur Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Es darf nur nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden. Die Anwendung von Ozempic® zur Gewichtsreduktion gehört nicht zu den zugelassenen Indikationen. Der folgende Artikel dient der medizinischen Aufklärung. Wende Dich bei Fragen zur Behandlung immer an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.

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Alkohol und Bauchumfang: Gibt es den Bierbauch wirklich?

Kurz gesagt: Nein, Bier “formt” keinen typischen Bauch. Zwar kann ein hoher Bierkonsum zu einem höheren Bauchumfang beitragen, das Bier alleine ist jedoch nicht die Ursache.

Einige Wissenschaftler:innen1 wollten es genauer wissen. Sie werteten die Daten von 12.749 Frauen und 7.876 Männern aus und stellten fest: Bei Männern wuchs mit dem Bierkonsum auch der Taillenumfang. Wer 1 l Bier am Tag trank, hatte ein 17 % höheres Risiko, am Bauch zuzunehmen. Aber mit dem Bierkonsum stieg nicht nur der Taillenumfang, sondern das gesamte Gewicht. Der Bierbauch ist also nicht dem Bier geschuldet, sondern entsteht, wenn sich durch einen Kalorienüberschuss das Fett besonders im Bauchraum ablagert.  

Bei Frauen wurde nur ein geringer Effekt und kein klarer Zusammenhang zwischen Bierkonsum und Taillenumfang gemessen. Das kann auch daran liegen, dass Frauen häufig eine andere Fettverteilung aufweisen. Sie lagern Fett generell eher im Hüft- und Oberschenkelbereich (“Birnenform”) ein, während Männer Fett meist im Bauchraum speichern (“Apfelform”).

Viszerales Fett: Bauchumfang ist wichtiger Indikator

Ob durch Bier oder andere Nahrungsmittel verursacht ‒ ein hoher Bauchumfang ist ein wichtiger Indikator für mögliche Gesundheitsrisiken. Je breiter die Taille, desto höher ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes.

Verantwortlich dafür ist das viszerale Fett. So nennt man Fett, das sich im Bauchraum um die inneren Organe anlagert. Im Gegensatz zum subkutanen Fett (Fett direkt unter der Haut) ist viszerales Fett mehr als nur ein Fettspeicher. Es ist hormonell aktiv und setzt Fettsäuren und Entzündungsstoffe frei. Es kann dadurch Krankheiten wie Insulinresistenz, Bluthochdruck oder Arteriosklerose begünstigen.

Ab einem Taillenumfang von 80 cm (Frauen) bzw. 94 cm (Männer) besteht ein  erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes. Dabei kann jeder Zentimeter mehr das Risiko weiter erhöhen. Ab einem Taillenumfang von 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) sprechen Mediziner:innen von bauchbetonter oder abdominaler Adipositas. Diese geht aufgrund des hohen Anteils an viszeralem Fett mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes einher.

Bauchbetonte Adipositas: Auch Menschen ohne Adipositas betroffen

Auch Menschen mit einem niedrigen BMI können eine ungesunde Fettverteilung ausweisen. Man spricht in diesem Fall auch vom TOFI-Typ. TOFI steht für “thin outside, fat inside”, also außen schlank und innen übergewichtig. Das Robert-Koch-Institut (RKI)2,3 geht davon aus, dass 34 % der Erwachsenen in Deutschland – 31 % der Männer und 37 % der Frauen – von bauchbetonter Adipositas betroffen sind. Darunter auch rund ein Drittel der Erwachsenen, die aufgrund ihres BMI nicht als adipös gelten.

So ermittelst Du Deinen Bauchfettanteil

Bauchfett kann man auf verschiedene Arten messen:

Taillenumfang:

  • Der Taillenumfang wird in der Mitte zwischen Beckenkamm und unterster Rippe, ca. 2–3 cm oberhalb des Bauchnabels gemessen.

  • Ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes besteht ab einem Bauchumfang von > 80 cm bei Frauen > 94 cm bei Männern

  • Mit zunehmendem Bauchumfang steigt das Risiko weiter an. Ab einem Bauchumfang von 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) gilt das Risiko als stark erhöht (abdominale Adipositas).

Taille-Hüft-Verhältnis:

  • Das Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) wird ermittelt, indem man den Bauchumfang (gemessen in der Taille) in cm durch den Hüftumfang (gemessen am oberen Beckenkamm) in cm teilt.

  • Als ungünstig und gesundheitlich bedenklich gelten bei Männern Werte ab 0,9, bei Frauen ab 0,85.

Das Taille-Hüft-Verhältnis berücksichtigt die Fettverteilung zwischen Taille und Hüfte, was ein besseres Maß für das viszerale Fett sein kann als der Bauchumfang allein. Beide Methoden sind für eine erste Orientierung einfach durchzuführen. Für eine genaue Bestimmung des viszeralen Fettes sind medizinische Verfahren wie die Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) oder andere Bildgebungsverfahren erforderlich.

Alkohol - eine zusätzliche flüssige Mahlzeit

Ob Bier, Wein oder Spirituosen, alkoholische Getränke haben viele Kalorien. Eine kleine Flasche Bier (330 ml) oder ein Glas Rotwein (0,2 l)bringen im Durchschnitt 130 kcal an Energie mit, ungefähr so viel wie ein Wiener Würstchen oder 6 Stückchen Milchschokolade. Ein Caipirinha hat einen ähnlichen Nährwert wie ein Cheeseburger (320 kcal). So werden alkoholische Getränke zu einer zusätzlichen “flüssigen Mahlzeit”, die einen Kalorienüberschuss begünstigen kann.

Alkoholische Getränke zu reduzieren oder zu meiden, ist ein Hebel, um beim Abnehmen Kalorien einzusparen.

Nachhaltig abnehmen mit multimodalem Konzept

Nachhaltig abnehmen gelingt nur durch Einhaltung eines Kaloriendefizits. Wenn behandelnde Ärztinnen und Ärzte es für sinnvoll erachten, können moderne Wirkstoffe wie Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid – inkretin-basierte Therapien – bei der Abnahme unterstützen. Die Wirkstoffe beeinflussen das Sättigungs- und Belohnungssystem im zentralen Nervensystem sowie die Kommunikation zwischen Verdauungstrakt und Gehirn. Sie wirken gezielt auf Rezeptoren, die das Hungergefühl dämpfen, das Sättigungsgefühl verstärken, die Magenentleerung verlangsamen und die Blutzuckerkontrolle verbessern. Medikamente wie Wegovy®, Saxenda® und Mounjaro® unterstützen so die nachhaltige Reduktion des Körpergewichts bei Übergewicht und Adipositas.

Dabei gilt es zu beachten:

  • Diese Medikamente wurden für Menschen mit Übergewicht und Adipositas, also einem BMI über 30 (oder BMI über 27 mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen), entwickelt, die auf anderem Weg nicht erfolgreich abnehmen können.
  • Eine nachhaltige Gewichtsabnahme (d. h., das Zielgewicht kann langfristig auch gehalten werden) gelingt auch mit inkretin-basierten Therapien nur, wenn die Anwendung von Maßnahmen zur Ernährungsumstellung, Bewegungstraining und Verhaltensänderungen begleitet wird.
  • Inkretin-basierte Therapien sind verschreibungspflichtig. Sie dürfen nur auf ärztliches Rezept und unter ärztlicher Begleitung angewendet werden.

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Der Bierbauch entsteht nicht durch Bier, sondern durch eine generelle Gewichtszunahme durch einen länger andauernden Kalorienüberschuss. Typisch für den Bierbauch ist, dass sich Fett besonders im Bauchraum anlagert.

Fett, das sich im Bauchraum um die inneren Organe anlagert, viszerales Fett, unterscheidet sich von Unterhautfett (subkutanes Fett). Es ist hormonell aktiv und setzt u. a. Entzündungsstoffe frei. Viszerales Fett ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes-Typ-2.

Für jede Gewichtsabnahme ist ein Kaloriendefizit entscheidend. Das heißt, Du musst mehr Energie verbrauchen, als Du aufnimmst. Eine ausgewogene, kalorienreduzierte Ernährung, mehr Bewegung und Stressmanagement unterstützen beim Abnehmen. Da Alkohol viele Kalorien enthält, kannst Du die Gewichtsabnahme unterstützen, indem Du Alkohol reduzierst oder ganz darauf verzichtest.

Ein Bierbauch verschwindet nur durch Einhaltung eines Kaloriendefizits. Das heißt, Du musst mehr Kalorien verbrauchen, als Du zu Dir nimmst. Je größer der Bauchumfang, desto länger dauert es. Du solltest daher eine Ernährung wählen, die Du im Alltag langfristig umsetzen kannst. Viel Gemüse, Obst, Ballaststoffe und Proteine sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Alkohol ist kalorienreich. Ein Glas Bier oder Wein enthält im Durchschnitt ca. 130 kcal, etwa so viel wie 6 Stückchen Schokolade. Ein Caipirinha hat einen ähnlichen Nährwert wie ein Cheeseburger (320 kcal). Alkoholkonsum kann daher zu einem Kalorienüberschuss führen.

Zum Abnehmen ist ein Kaloriendefizit erforderlich. Das gilt auch für den Bierbauch. Um nachhaltig abzunehmen, ist ein tägliches Kaloriendefizit von 500–600 kcal erforderlich. Wie schnell man Gewicht reduzieren kann, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel dem Ausgangsgewicht.

Nein, Saxenda® kaufen ohne Rezept ist nicht erlaubt. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur mit einer ärztlichen Verordnung in Apotheken abgegeben werden.

Du kannst Wegovy® bestellen, wenn Dir ein Arzt ein gültiges Rezept ausgestellt hat. Anschließend ist die Bestellung über eine zertifizierte Versandapotheke möglich.

  1. Schütze, M., Schulz, M., Steffen, A. et al. Beer consumption and the ‘beer belly’: scientific basis or common belief?. Eur J Clin Nutr 63, 1143–1149 (2009). https://doi.org/10.1038/ejcn.2009.39
  2. Jeder Dritte Erwachsene betroffen: Warum Bauchfett so gefährlich ist – Adipositas Gesellschaft. (n.d.). https://adipositas-gesellschaft.de/jeder-dritte-erwachsene-betroffen-warum-bauchfett-so-gefaehrlich-ist/
  3. Kamtsiuris, P., Lange, M., Hoffmann, R., Rosario, A. S., Dahm, S., Kuhnert, R., & Kurth, B. (2013, May 27). Die erste Welle der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). https://edoc.rki.de/handle/176904/1477
  4. Koliaki C, Spinos T, Spinou Μ, Brinia ΜE, Mitsopoulou D, Katsilambros N. Defining the Optimal Dietary Approach for Safe, Effective and Sustainable Weight Loss in Overweight and Obese Adults. Healthcare (Basel). 2018 Jun 28;6(3):73. doi: 10.3390/healthcare6030073. PMID: 29958395; PMCID: PMC6163457