Stillstand – Was tun, wenn man auf dem Abnehmplateau feststeckt?

Ursachen, Strategien und Tipps zur Überwindung eines Abnehmplateaus

Rostiges Vorhängeschloss mit Maßband als Symboldbild für das Abnehmplateau.

Rund 85 % aller Menschen1 in einer aktiven Gewichtsabnahme erleben eine Phase, in der das Gewicht nach anfänglichem Gewichtsverlust stagniert. Sie sind auf einem Abnehmplateau angekommen. Der Grund: Das geringere Gewicht führt zu einem geringeren Energieverbrauch. Als Folge verändert sich das zum Abnehmen erforderliche Kaloriendefizit. Um ein Abnehmplateau zu überwinden, ist es essentiell, das individuelle Kaloriendefizit anzupassen. Mehr Bewegung im Alltag sowie mehr Variation bei Ernährung und Training können helfen, neue Anreize zu schaffen und die Motivation aufrechtzuerhalten. Wo sinnvoll können inkretin-basierte Wirkstoffe unterstützen.

Letzte Änderung
19.01.2026
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5
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Wichtiger Hinweis zu Ozempic®

Ozempic® ist in Deutschland ausschließlich zur Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Es darf nur nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden. Die Anwendung von Ozempic® zur Gewichtsreduktion gehört nicht zu den zugelassenen Indikationen. Der folgende Artikel dient der medizinischen Aufklärung. Wende Dich bei Fragen zur Behandlung immer an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.

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Wenn nichts mehr geht - Was ist ein Abnehmplateau?

Rund 85 %1 aller Menschen in einer aktiven, längerfristigen Gewichtsabnahme erleben eine Phase, in der das Körpergewicht trotz intensiver Bemühungen unverändert bleibt. Dieses Phänomen nennt man Abnehmplateau. Es kann für Betroffene frustrierend sein, ist aber erklärbar und es gibt Strategien, damit umzugehen.

Mehr als Motivationsverlust: Ursachen für ein Abnehmplateau

Die Hauptursache für ein Abnehmplateau ist die Anpassung Deines Körpers an die verringerte Kalorienzufuhr. Bei einem länger andauernden Kaloriendefizit passiert im Körper Folgendes: 

  • Beim Abnehmen verliert der Körper Wasser, Fett und – je nach Ernährung und Aktivität – auch Muskelmasse. Weil weniger Körpergewebe versorgt werden muss, sinken der Energieverbrauch und der Grundumsatz. Der Grundumsatz verringert sich dabei zum Teil stärker als durch den Gewichtsverlust erklärbar, da der Körper effizienter arbeitet und weniger Energie verbraucht (adaptive Thermogenese). Diese Veränderung ist eine normale Anpassung an das geringere Körpergewicht. 
  • Die Hormone stellen sich auf die veränderten Bedingungen ein: Unter anderem sinkt der Anteil des Sättigungshormons Leptin, während das Hungerhormon Ghrelin vermehrt ausgeschüttet wird (Anpassung an das Appetitregulationssystem).
  • Unbewusst reduzieren wir die kleinen Alltagsbewegungen (Treppen steigen, Hausarbeit, stehende Tätigkeiten), um Energie zu sparen. Mediziner:innen sprechen von Non-Exercise Activity Thermogenesis (NEAT). Die Alltagsbewegung mag unerheblich wirken, hat aber einen nachweislichen Einfluss2. Bereits am Schreibtisch zu stehen anstatt zu sitzen, hat einen Effekt auf den Energiehaushalt.  
  • Die Muskeln und der Körper führen Bewegungen effizienter aus. Das führt dazu, dass bei gleicher Belastung weniger Energie benötigt wird. Die Trainingseffizienz verbessert sich.

Muskelabbau, weniger Bewegung im Alltag und verbesserte Trainingseffizienz führen dazu, dass der Körper weniger Energie verbraucht, während gleichzeitig  hormonelle Veränderungen das Hungergefühl verstärken. Folglich muss man bewusster auf Ernährung und Bewegung achten, um weiterhin das nötige Kaloriendefizit einzuhalten. Ein Abnehmplateau kann dazu führen, dass die  Motivation sinkt und es schwer fällt, am Ball zu bleiben. Mediziner:innen nennen diese Reaktion “behavioral fatigue”, also eine Müdigkeit, den neuen Lebensstil "durchzuziehen". Sie zeigt sich z. B. so: 

  • Die Disziplin lässt nach und es schleichen sich Ungenauigkeiten beim Kalorienzählen oder Nachlässigkeiten bei der Einhaltung des Kaloriendefizites ein. 
  • Das Kaloriendefizit wird nicht regelmäßig neu berechnet.

Am Ball bleiben: Was tun, um ein Abnehmplateau zu überwinden?

Wichtig ist: Mach Dir bewusst, dass ein Abnehmplateau eine Phase ist, die Du überwinden kannst. Mit gezielten Ernährungs-, Bewegungs- und mentalen Strategien kannst Du Einiges tun, um Deine Gewichtsreduktion erfolgreich fortzusetzen. 

Ernährung Bewegung Motivation
Überprüfung und Anpassung des Kaloriendefizits: Wenn Du abgenommen hast, ist es wichtig, Dein erforderliches Kaloriendefizit neu zu berechnen, damit Du nicht mehr Energie zu Dir nimmst, als Du verbrauchst. Trainingsvariation: Neue Sportarten (z. B. Krafttraining) oder Veränderung der Intensität und Dauer des Trainings setzen neue Reize, fördern Muskelaufbau, steigern den Kalorienverbrauch. Externe Unterstützung: Apps, Selbsthilfegruppen oder Sparringspartner:innen können helfen, die Routine einzuhalten und am Ball zu bleiben.
Proteinreiche Ernährung: Eiweißreiche Kost in Kombination mit regelmäßiger Bewegung wirkt dem Muskelabbau entgegen und kann helfen, den Grundumsatz zu stabilisieren. Gleichzeitig fördert proteinreiche Nahrung das Sättigungsgefühl und unterstützt indirekt beim Einhalten des Kaloriendefizits. Alltagsbewegung (NEAT): Besonders die kleinen Bewegungen im Alltag sind entscheidend für den Leistungsumsatz: Stehen statt sitzen, Treppe statt Fahrstuhl, Rechen statt Laubbläser - je mehr kleine Alltagsbewegungen, desto besser. Sie fördern nicht nur den Kalorienverbrauch, sondern können auch die Stimmung verbessern. Tagebuch führen: Protokolle zu Ernährung, Training und Alltagsaktivitäten können helfen, Ansatzpunkte für Veränderungen zu erkennen und Erfolge sichtbarer zu machen.
Vielfältige Lebensmittelauswahl: Unterschiedliche Gemüse- und Eiweißquellen verbessern die Versorgung mit Nährstoffen und verhindern Monotonie in der Ernährung. Schlaf und Stressmanagement: Eine Gewichtszunahme durch Stress und Schlafmangel ist möglich, daher ist ausreichender Schlaf (7-9 Stunden) und emotionales Wohlbefinden haben einen positiven Einfluss auf hormonelle Prozesse (Interaktion Leptin - Ghrelin), die Appetit und Sättigung regulieren.

Medikamentöse Unterstützung beim Abnehmplateau

Ein Faktor, der das Einhalten eines Kaloriendefizits erschweren kann, ist die biologische Gegenregulation des Körpers – insbesondere Veränderungen der Hunger- und Sättigungshormone. Wenn Ernährung und Bewegung allein nicht ausreichend wirken, können moderne Wirkstoffe wie Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid – inkretin-basierte Therapien – eine medizinische Option darstellen. Diese Wirkstoffe beeinflussen die hormonelle Regulierung von Hunger, Sättigung und Appetit und verbessern die Kommunikation zwischen Verdauungstrakt und Gehirn. Sie wirken gezielt auf Rezeptoren, die das Hungergefühl dämpfen, das Sättigungsgefühl verstärken, die Magenentleerung verlangsamen und die Blutzuckerkontrolle verbessern. Medikamente wie Wegovy®, Saxenda® und Mounjaro® unterstützen so die nachhaltige Reduktion des Körpergewichts bei Übergewicht und Adipositas. Bitte beachte: Diese Wirkstoffe sind verschreibungspflichtig und sollten nur mit ärztlicher Begleitung eingenommen werden.

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Ein Abnehmplateau ist eine Phase, in der der Körper bei vermeintlich gleichbleibenden Maßnahmen kein weiteres Gewicht verliert. Die Hauptursache ist ein durch das geringere Gewicht verändertes Kaloriendefizit (veränderter Energiehaushalt). Zusätzlich beeinflussen hormonelle Veränderungen das Hunger- und Sättigungsgefühl. Unbewusst können sich kleine Ungenauigkeiten in Bewegung und Ernährung einschleichen (behavioural fatigue).

Nicht jeder Mensch erreicht beim Abnehmen ein Plateau. Ob es eintritt und wie lange es dauert, ist individuell verschieden. Grundsätzlich ist immer ein Kaloriendefizit erforderlich, um weiter abzunehmen. 

Die Hauptursache für ein Abnehmplateau ist die Anpassung des Körpers an das geringere Gewicht. Der Energiehaushalt passt sich an das geringere Gewicht an, wodurch sich das Kaloriendefizit verändert. Hormonelle Veränderungen beeinflussen das Hunger- und Sättigungsgefühl. Gleichzeitig kann sich die Alltagsbewegung unbewusst verringern.

Empfohlen ist ein multimodaler Ansatz, der mehrere wirksame Bausteine kombiniert. Dazu gehören:

  • Ernährung: Das Kaloriendefizit regelmäßig neu berechnen und an das niedrigere Körpergewicht anpassen.
  • Bewegung: Neue Reize in Training und Alltagsbewegung setzen, um den Energieverbrauch zu erhöhen und Verhaltensmüdigkeit zu vermeiden.
  • Verhalten & Struktur: Externe Unterstützung durch Apps, Tracking oder Sparringspartner:innen nutzen, um Routinen zu stabilisieren.
  • Medizinische Therapie: Wenn sinnvoll, eine medikamentöse Unterstützung durch inkretin-basierte Wirkstoffe wie Semaglutid®, Liraglutid® oder Tirzepatid (GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonist) in Erwägung ziehen.

Dieser multimodale Ansatz ist leitlinienkonform und berücksichtigt die vier zentralen Einflussfaktoren: Ernährung, Bewegung, Verhalten und – falls notwendig – medizinische Unterstützung.

Der Stoffwechsel wird nicht messbar langsamer. Er passt sich an ein niedrigeres Körpergewicht an. Vor allem sinkt nach einer Gewichtsabnahme der Grundumsatz (weniger Körpermasse = weniger Grundumsatz). Es handelt sich hier also nicht um eine Stoffwechselstörung, sondern um eine normale Anpassung.

Am wichtigsten ist es, das Kaloriendefizit regelmäßig neu zu berechnen. Da mit dem Gewicht auch der Grundumsatz sinkt, verbraucht der Körper weniger Energie und das errechnete Kaloriendefizit verändert sich. Zusätzlich kannst Du durch viel Abwechslung bei Ernährung und Bewegung die Motivation hochhalten.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

Ja, ein Mounjaro® Rezept ist zwingend erforderlich, da das Medikament verschreibungspflichtig ist. Es darf nur mit ärztlicher Verordnung in Apotheken – online oder vor Ort – abgegeben werden.

  1. Sarwan G, Daley SF, Rehman A. Management of Weight Loss Plateau. [Updated 2024 Dec 11]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK576400/
  2. Dynamic changes in energy expenditure in response to underfeeding: a review. Proceedings of the Nutrition Society. 2022;81(2):199-212. doi:10.1017/S0029665121003669)
  3. Sumithran, P., Prendergast, L. A., Delbridge, E., Purcell, K., Shulkes, A., Kriketos, A., & Proietto, J. (2011). Long-term persistence of hormonal adaptations to weight loss. The New England Journal of Medicine, 365(17), 1597–1604. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1105816
  4. Musharbash, Ruba & Elsahoryi, Nour & Haddad, Areen. (2025). Overcoming Weight Loss Plateaus: Evidence-Based Nutritional and Behavioral Strategies-A Narrative Review Article history. Journal of Food Innovation Nutrition and Environmental Sciences. 2. 81. 10.70851/jfines.2025.2(2).81.97.