Okinawa-Diät im Check: Tradition, Wirkung, Alltagstauglichkeit und Alternativen

Wie die Okinawa-Ernährung funktioniert und wo ihre Grenzen liegen

Ausgewogener Teller mit Lebensmittel bei einer Okinawa-Diät: Fisch, Reis, Gemüse und Tofu.

Die Okinawa-Diät basiert auf einer traditionellen, pflanzenbetonten Ernährung und einem bewussten Lebensstil. Kausale wissenschaftliche Belege für gesundheitsfördernde Effekte fehlen. Beobachtungen aus Okinawa beruhen auf einzigartigen Lebensbedingungen und sind daher nur eingeschränkt auf andere Länder übertragbar. Nach aktueller wissenschaftlicher Evidenz beruht eine nachhaltige Gewichtsreduktion auf einem Kaloriendefizit, das sich durch eine ausgewogene, kalorienbewusste Ernährung, regelmäßige Bewegung und langfristig umsetzbare Gewohnheiten erreichen lässt.

Letzte Änderung
23.12.2025
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Ozempic® ist in Deutschland ausschließlich zur Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Es darf nur nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden. Die Anwendung von Ozempic® zur Gewichtsreduktion gehört nicht zu den zugelassenen Indikationen. Der folgende Artikel dient der medizinischen Aufklärung. Wende Dich bei Fragen zur Behandlung immer an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.

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Wie funktioniert die Okinawa-Diät?

Die Okinawa-Ernährung ist keine Ernährungsform zum Abnehmen, sondern eine traditionelle Ernährungsweise der Inselbewohner:innen:

  • Etwa 80 % der Nahrung stammen aus Pflanzen: Süßkartoffeln (früheres Grundnahrungsmittel), Gemüse (besonders grünes Blattgemüse, Karotten, Kohl, Zwiebeln), Sojaprodukte (z. B. Tofu, Miso, Edamame), Algen und Obst in kleinen Mengen.
  • Tierische Produkte nur sparsam: Fisch 2- bis 3-mal pro Woche, Fleisch – meist mageres Schwein –, Eier und Milchprodukte selten.
  • Wenig Reis und Getreide: Traditionell wird weniger Reis gegessen als im restlichen Japan. Vollkornreis, Hirse oder andere Vollkornsorten sind erlaubt.
  • Wenig Zucker, Salz und Fett: Fette, hauptsächlich aus Soja, Fisch oder pflanzlichen Quellen. Süßigkeiten, Weißmehl, Softdrinks und Fast Food sind nicht erlaubt.
  • Hara-Hachi-bu-Prinzip: Nur essen, bis man zu etwa 80 % satt ist. 
  • Bewegung & Lebensstil: Täglich leichte Bewegung (Spaziergänge, Gartenarbeit, Tai Chi). Gemeinschaft, Gelassenheit und Sinn im Leben („Ikigai“) sind ebenfalls Teil des Konzepts.

Kritische Punkte und Umsetzungsprobleme der Okinawa-Diät

Obwohl die Okinawa-Diät nicht als ungesund gilt, zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass ihre Umsetzung und wissenschaftliche Grundlage einige Einschränkungen und Herausforderungen mit sich bringen:

  • Keine wissenschaftlichen Belege: Es gibt Hinweise, dass die Ernährung und Lebensweise Okinawas gesundheitsfördernd ist. Die Erkenntnisse basieren auf Beobachtungen sowie kleinen Studien mit kurzer Laufzeit und sind nicht aussagekräftig.2-4
  • Schwierige Übertragbarkeit auf andere Länder: Die traditionelle Ernährung beruht auf regionalen Produkten wie lila Süßkartoffeln, Bittermelone oder Algen, die hierzulande nicht immer verfügbar sind. Moderne Varianten (z.B. die „Okinawa-Nordic-Diät“) versuchen, das Konzept anzupassen, doch diese Abwandlungen weichen deutlich vom Original ab und ihre Wirkung ist nicht ausreichend untersucht.
  • Risiko bei einseitiger Umsetzung: Wird die Okinawa-Diät zu stark kalorienreduziert und mit einer niedrigen Eiweißzufuhr durchgeführt, kann das eine einseitige Nährstoffversorgung begünstigen.
  • Schwierigkeiten beim Umsetzen des Hara-Hachi-Bu-Prinzips: Zu 80 % satt zu sein, ist kein exakter Messwert, sondern eine innere Orientierung. Es bedeutet, aufzuhören, wenn man sich gut und leicht satt fühlt, statt erst dann, wenn man voll gesättigt ist. Das kann für viele Menschen schwer umsetzbar sein und erfordert sehr viel Übung.

So kannst Du nachhaltig Gewicht abnehmen

Wenn Du täglich etwa 500–600 kcal weniger aufnimmst, als Dein Körper verbraucht, kannst Du im Durchschnitt rund 0,5 Kilogramm Körperfett pro Woche verlieren, was ein realistisches und nachhaltiges Ziel ist.5

So kannst Du Deine Ernährung gestalten: 

  • Eiweiß und Ballaststoffe: Unterstützen die Sättigung, ausreichend Protein unterstützt den Muskelerhalt. 
  • Fette: Bevorzuge pflanzliche Öle und Nüsse in kleinen Mengen.
  • Kohlenhydrate: Setze auf komplexe Quellen wie Vollkorn, Kartoffeln oder Haferflocken.
  • Flüssigkeit: Trinke täglich 1,5–2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee. Wenn Dir der Verzicht auf Süßgetränke schwerfällt, kannst Du für den Übergang auf Light-Getränke umsteigen – sie sind kalorienärmer und helfen, die Zuckerzufuhr zu reduzieren.

Wie Bewegung beim Abnehmen hilft

Regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils und wirkt auf mehreren Ebenen positiv:

  • Mehr Energieverbrauch: Jede Form von Bewegung verbraucht Kalorien. Damit unterstützt Du Dein Kaloriendefizit und förderst die Gewichtsabnahme.
  • Weniger Körperfett, mehr Muskelmasse: Bewegung hilft, Fettmasse zu reduzieren und gleichzeitig Muskeln zu erhalten und aufzubauen. 
  • Schutz vor Folgeerkrankungen durch Adipositas: Durch körperliche Aktivität kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck gesenkt werden. Auch bestehende Erkrankungen lassen sich positiv beeinflussen.8

Wie viel Bewegung ist sinnvoll?

Ziel sollte laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sein:8 

  • 150–300 Minuten Ausdauertraining pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen).
  • Mindestens zwei Einheiten Krafttraining pro Woche.
  • Mehr Bewegung im Alltag (z. B. Treppen statt Aufzug) und lange Sitzphasen vermeiden.

Starte langsam und steigere Dich nach und nach:

  • Gehe täglich 10–15 Minuten spazieren, am besten in zügigem Tempo.
  • Wähle eine Ausdauersportart, die Dir Spaß macht (z. B. Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking).
  • Führe leichte Kraftübungen durch (z. B. Sitz-Steh-Übungen, Wand-Liegestütze oder Kniebeugen mit dem eigenen Körpergewicht).

Medikamente als unterstützende Option bei der Gewichtsabnahme

Inkretin-basierte MedikamenteGLP-1- oder GIP-/GLP-1-Rezeptor-Agonisten – können bei einem Body-Mass-Index (BMI) ab 30 kg/m² oder ab 27 kg/m² mit gewichtsassoziierten Begleiterkrankungen (z. B. Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes) ärztlich verordnet werden.

Diese verschreibungspflichtigen Arzneimittel, auch als Abnehmspritzen bezeichnet, sind eine ergänzende Option im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts – bestehend aus ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ggf. Verhaltenstherapie.

Sie wirken auf das Hunger- und Sättigungszentrum im Gehirn, wodurch die Nahrungsaufnahme reduziert und das Einhalten eines Kaloriendefizits erleichtert wird. Studien zeigen, dass Menschen, die sie im Rahmen einer ärztlich begleiteten Therapie anwenden, deutlich an Gewicht verlieren und häufig auch Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Risikofaktoren verbessern können.9-11

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Ursprung dieses Ernährungskonzepts ist die japanische Insel Okinawa, deren Bewohner:innen einst durch ihre Langlebigkeit auffielen. Es handelt sich um eine traditionelle, pflanzenbetonte Ernährungs- und Lebensweise der Inselbevölkerung.

Die Kost besteht größtenteils aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Süßkartoffeln, Gemüse, Sojaprodukten, Algen und etwas Obst. Tierische Lebensmittel wie Fisch oder mageres Fleisch spielen nur eine Nebenrolle und werden selten sowie in kleinen Mengen gegessen.

Wissenschaftlich belegt sind die Effekte der Okinawa-Ernährung nicht. Erkenntnisse zur potenziellen Wirksamkeit stammen vor allem aus Beobachtungen und kleineren, wenig aussagekräftigen Studien.2-4

Wenn ein Kaloriendefizit besteht, ist mit der Okinawa-Diät eine Gewichtsreduktion möglich. Die Ernährung ist von Natur aus kalorienarm, ballaststoffreich und sättigend, was das Einhalten eines Defizits erleichtern kann. Wird sie jedoch zu einseitig oder eiweißarm umgesetzt, kann es zu Nährstoffmängeln kommen.

Auf dem Speiseplan stehen pflanzliche Gerichte mit viel Gemüse, Tofu, Algen und kleinen Mengen Fisch. Reis und Getreide spielen zudem eine untergeordnete Rolle. Zucker, Salz und Fett sollen vermieden werden.

In westlichen Ländern kann die Umsetzung schwierig sein, da viele Zutaten hier kaum erhältlich sind. Zudem kann es schwierig sein, das Prinzip des „Hara Hachi Bu“ – nur bis 80 % Sättigung zu essen – konsequent umzusetzen.

Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.

Ein Saxenda® Online Rezept ist bei bestimmten Telemedizin-Anbietern möglich – vorausgesetzt, eine ärztliche Beratung erfolgt und es bestehen keine medizinischen Einwände.

  1. Buettner D, Skemp S. Blue Zones: Lessons From the World's Longest Lived. Am J Lifestyle Med. 2016 Jul 7;10(5):318-321, Download vom 29.10.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30202288/
  2. Willcox DC, Scapagnini G, Willcox BJ. Healthy aging diets other than the Mediterranean: a focus on the Okinawan diet. Mech Ageing Dev. 2014 Mar-Apr;136-137:148-62, Download vom 29.10.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24462788/
  3. Persson GR, Widén C, Wohlfart B, Sjöberg K, Steen S, Coleman MD, Holmer H. Impact of an Okinawa/Nordic based diet on endocrinological and periodontal conditions in individuals with type 2 diabetes. A randomized case-control study. BMC Oral Health. 2023 Aug 9;23(1):544, Download vom 29.10.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37553617/
  4. Manoharan L, Roth B, Bang C, Stenlund H, Ohlsson B. An Okinawan-Based Nordic Diet Leads to Profound Effects on Gut Microbiota and Plasma Metabolites Linked to Glucose and Lipid Metabolism. Nutrients. 2023 Jul 24;15(14):3273, Download vom 29.20.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37513690/
  5. Astrup A. Dietary approaches to reducing body weight. Baillieres Best Pract Res Clin Endocrinol Metab. 1999 Apr;13(1):109-20, Download vom 21.10.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10932679/
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Referenzwert Protein, zuletzt besucht am 21.10.2025, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein
  7. Whelton SP, Chin A, Xin X, He J. Effect of aerobic exercise on blood pressure: a meta-analysis of randomized, controlled trials. Ann Intern Med. 2002 Apr 2;136(7):493-503, Download vom 28.10.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11926784/
  8. World Health Organization (WHO), Physical activity, zuletzt besucht am 28.10.2025, https://www.who.int/initiatives/behealthy/physical-activity
  9. Martin CK, Carmichael OT, Carnell S et. al, Tirzepatide on ingestive behavior in adults with overweight or obesity: a randomized 6-week phase 1 trial. Nat Med. 2025 Jun 24, Download vom 28.10.2025 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40555748/
  10. Alfaris N, Waldrop S, Johnson V et. al, GLP-1 single, dual, and triple receptor agonists for treating type 2 diabetes and obesity: a narrative review. EClinicalMedicine. 2024 Aug 30;75:102782, Download vom 28.10.2025 von https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11402415
  11. Singh G, Krauthamer M, Bjalme-Evans M. Wegovy (semaglutide): a new weight loss drug for chronic weight management. J Investig Med. 2022 Jan;70(1):5-13, Download vom 28.10.2025 von https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8717485