Was die Hormon-Diät verspricht und warum sie riskant ist

Die HCG-Diät kombiniert eine stark kalorienreduzierte Ernährungsform mit der Gabe des Schwangerschaftshormons HCG (Humanes Choriongonadotropin). Dadurch sollen Fettdepots schmelzen, während die Muskelmasse erhalten bleibt. Viele Studien belegen, dass die Gewichtsabnahme nur auf die strikte Diät und nicht auf das HCG zurückzuführen ist. Fachgesellschaften raten von der HCG-Diät ab, da sie zu Mangelerscheinungen führen und potenziell erhebliche Nebenwirkungen verursachen kann. Frei verkäufliche HCG-Präparate enthalten zudem oft krebsfördernde Varianten von HCG oder gar keinen Wirkstoff.
Die HCG-Diät, oft auch als “Stoffwechselkur” vermarktet, ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Führende Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) stufen die HCG-Diät als unwirksam und gesundheitlich riskant ein.
Mehrere klinische Studien1 im Zeitraum zwischen 1959 und 1990 konnten klar zeigen, dass der Gewichtsverlust bei der HCG-Diät ausschließlich auf der extrem kalorienarmen Ernährungsweise beruht, nicht auf der Wirkung des Hormons. In verschiedenen Vergleichsstudien2,3 erhielt jeweils eine Gruppe das Hormon und die andere Gruppe ein Scheinmedikament (Placebo). Die strikte Diät hielten beide Gruppen ein. Das Ergebnis: Es gab keinen Unterschied im Gewichtsverlust zwischen HCG- und Placebogruppen. Eine Meta-Analyse4 aus dem Jahr 1995, in der 24 Studien zum Thema ausgewertet wurden, fand ebenfalls keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass HCG den Fettabbau fördert oder Hunger unterdrückt.
Da die Wirkung der HCG-Diät wissenschaftlich nicht bestätigt werden konnte, ist sie nicht als Therapie zur Gewichtsreduktion anerkannt und HCG-Medikamente nicht für diesen Zweck zugelassen. Die weitere Forschung zur HCG-Diät wurde eingestellt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gab bekannt: “Weitere Studien zur Wirkung von HCG werden nicht mehr durchgeführt, da die Substanz für die Gewichtsreduktion nicht mehr zugelassen und damit einhergehende Studiendesigns ethisch nicht mehr vertretbar sind.”
Die HCG-Diät birgt ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Durch die strikte Nahrungseinschränkung über mehrere Wochen droht ein Mangel an Vitaminen, Nähr- und Mineralstoffen. Zusätzlich kann das Hormon verschiedene Nebenwirkungen auslösen. In Einzelfällen kam es während einer HCG-Diät zu lebensgefährlichen Thrombosen, Herzrhythmusstörungen oder Lungenembolien. Typische Nebenwirkungen sind:
Frei verkäufliche HCG-haltige Mittel (Tropfen, Tabletten, Nasenspray, Globuli) durchlaufen keine medizinische Qualitätskontrolle. Was Reinheit und Zusammensetzung der Wirkstoffe anbelangt, gibt es große Unterschiede. Viele Präparate werden aus Schwangerschaftsurin hergestellt und enthalten hyperglycosyliertes HCG (hCGh) und freies Beta-HCG. Diese Varianten des Hormons stehen mit Krebserkrankungen in Verbindung und können u.a. Wachstum und Ausbreitung von Krebszellen fördern. Andere Präparate wiederum (v.a. homöopathische Mittel) enthalten oft gar kein HCG und sind somit wirkungslos.
HCG (humanes Choriongonadotropin) ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft in der Plazenta produziert wird. Es ist von großer Wichtigkeit für die Entwicklung des Embryos, da es den Erhalt der Schwangerschaft unterstützt und in der frühen Phase unter anderem die Produktion der Steroidhormone (v.a. Progesteron und Östrogen) fördert.
Das Hormon wird hauptsächlich in der Reproduktionsmedizin (Stimulation des Eisprungs oder der Testosteronproduktion) und zur Behandlung von Hodenerkrankungen (Kryptorchismus, Hypogonadismus) eingesetzt. HCG-Medikamente für diese medizinischen Zwecke sind verschreibungspflichtig.
Erhöhte HCG-Werte außerhalb einer Schwangerschaft oder bei Männern können ein Hinweis auf bestimmte Krebserkrankungen (v.a. Keimzelltumore wie Hodenkrebs oder Eierstockkrebs) sein.
In den 1950er Jahren machte der britische Mediziner A.T.W. Simeons bei indischen schwangeren Frauen eine Beobachtung. Sie nahmen täglich sehr wenige Kalorien zu sich, verloren dadurch aber hauptsächlich Fett und kein Muskelgewebe. Gleichzeitig waren sie weiterhin leistungsfähig. Ursache dafür, so seine Vermutung, war das Schwangerschaftshormon HCG. Die Kombination aus HCG und einem starken Kaloriendefizit erschien ihm daher als eine neue Möglichkeit, schnell und auf einfache Weise abzunehmen. Er schlussfolgerte aus seinen Beobachtungen, dass das HCG vor allem das Depotfett an Hüften, Beinen und Armen reduzieren und Stimmungstiefs während der stark kalorienreduzierten Abnehmphase abfedern kann.
Simeons HCG-Diät verspricht einen Gewichtsverlust von 10 % des Körpergewichts innerhalb von 3 Wochen. Die Diät führt kurzfristig bei vielen Menschen zu einer deutlichen Gewichtsreduktion. Wie wir heute wissen, nehmen sie jedoch nicht durch das Hormon ab, sondern allein durch das extreme Kaloriendefizit.
Um nachhaltig und ohne Mangelernährung Übergewicht zu reduzieren, müssen verschiedene Aspekte ineinandergreifen. Grundvoraussetzung ist ein Kaloriendefizit. Eine multimodale Therapie aus Ernährungsumstellung, Bewegungsprogramm und Verhaltensänderung ist heute der Goldstandard. Denn bei starkem Übergewicht und Adipositas ist eine langfristige Strategie entscheidend. Kurzfristige, extreme Abnehmkuren fördern meist nur den JoJo-Effekt und führen langfristig zu Motivationsverlust.
Die Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas5 empfiehlt ein tägliches Kaloriendefizit von 500–600 kcal. Das Ziel sollte sein, langsam aber kontinuierlich abzunehmen und Ernährung und Essverhalten grundlegend zu verändern.
Wo sinnvoll, kann die multimodale Therapie medikamentös unterstützt werden. Nachgewiesen wirksam sind z. B. inkretin-basierte Wirkstoffe wie Semaglutid und Liraglutid (GLP-1-Agonisten ) oder Tirzepatid (dualer GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonist). Sie helfen, das Hungergefühl zu reduzieren und das Sättigungsgefühl zu erhöhen und helfen, ein Kaloriendefizit über einen längeren Zeitraum einzuhalten.
Die HCG-Diät ist eine extrem kalorienarme Abnehmkur, bei der man täglich nur etwa 500–800 Kilokalorien und zusätzlich das Hormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) zu sich nimmt. HCG wird während der Schwangerschaft gebildet und sollte laut ursprünglicher Theorie den Fettabbau anregen und das Hungergefühl dämpfen. Wissenschaftlich konnte das aber nie bestätigt werden, denn wie verschiedene Studien bestätigen konnten, entsteht der Gewichtsverlust allein durch die sehr geringe Kalorienzufuhr, nicht durch das Hormon.
Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) raten ausdrücklich von der HCG-Diät ab. Mit der HCG-Diät kann man kurzfristig stark abnehmen, oft mehrere Kilo in wenigen Wochen. Allerdings verliert der Körper dabei nicht nur Fett, sondern auch Wasser und Muskelmasse. Sobald die Kalorienzufuhr wieder erhöht wird, kommt das Gewicht meist schnell zurück.
Erlaubt sind während der Diät nur sehr kleine Portionen fettarmer, zuckerfreier Lebensmittel, meist mageres Fleisch, Fisch, etwas Gemüse und viel Wasser. Kohlenhydrate, Fette, Alkohol und Süßigkeiten sind tabu.
Nein, Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) raten ausdrücklich von der HCG-Diät ab. Durch das extreme Kaloriendefizit und die Hormoneinnahme kann es zu Mangelerscheinungen, Kreislaufproblemen, Stimmungsschwankungen, hormonellen Störungen oder sogar Thrombosen kommen. Frei verkäufliche HCG-Mittel enthalten häufig Formen des Hormons (hyperglycosyliertes HCG (hCGh) und freies Beta-HCG), das mit Krebserkrankungen in Verbindung steht.
Die HCG-Diät wird aus medizinischer Sicht nicht empfohlen. Es gibt keine sinnvolle oder sichere Dauer, weil die Methode wirkungslos und gesundheitlich riskant ist.
Die HCG-Diät wird aus medizinischer Sicht nicht empfohlen, und die vermeintlichen „Erfolge“ sind nicht HCG-bedingt. Der anfängliche Gewichtsverlust entsteht fast ausschließlich durch die extrem niedrige Kalorienzufuhr – nicht durch das Hormon. Dabei verliert der Körper vor allem Wasser und Muskelmasse.
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