Wissenswertes zur Behandlung von Reizdarm mit der FODMAP-Diät

Die FODMAP-Diät ist ein Ernährungskonzept, das speziell zur Behandlung des Reizdarmsyndroms entwickelt wurde. Dabei verzichten Betroffene auf schwer verdauliche Kohlenhydrate und Zuckeralkohole (FODMAPs), die bei ihnen Verdauungsbeschwerden verursachen. Die FODMAP-Diät erfordert umfangreiches Ernährungswissen und ist komplex in der Anwendung. Wird sie länger als 6-8 Wochen angewendet, kann sie zu Nährstoffmangel und einer geschädigten Darmflora führen. Sie ist nicht geeignet zum nachhaltigen Abnehmen bei Übergewicht und Adipositas.
Bei Patientinnen und Patienten mit Reizdarmsyndrom kann eine FODMAP-Diät anfänglich zu einer Gewichtsabnahme führen. Diese ist jedoch meist vorübergehend und nicht das Ziel der Ernährungsform.
Die FODMAP-Diät erfordert viel Ernährungswissen, ist aufwändig und komplex in der Anwendung und kann bei unsachgemäßer Durchführung negative Effekte auf die Gesundheit haben. Vor allem bei einer Langzeitanwendung von mehr als 6-8 Wochen können Nährstoffmängel (v. a. Ballaststoffe, Eisen und Kalzium) und eine geschädigte Darmflora auftreten.
FODMAP ist die englische Abkürzung für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole ( fermentable oligo-, di-, monosaccharides and polyols). Vereinfacht gesagt: schwer verdauliche Kohlenhydrate und Zuckeralkohole. Diese werden im Dünndarm schlecht aufgenommen und führen dann im Dickdarm zu Gärungsprozessen (Fermentierung). Bei manchen Menschen lösen sie Verdauungsprobleme aus, die auch als Reizdarmsyndrom (engl. Irritable Bowel Syndrom, IBS) bezeichnet werden.
Rund 10–15 % der Erwachsenen1 leiden an einem Reizdarmsyndrom. Besonders häufig betroffen sind Frauen jeden Alters sowie Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Typische Symptome reichen von Bauchschmerzen und -krämpfen, Blähungen, Verstopfung, und Völlegefühl bis hin zu Schleim im Stuhl. Was die Beschwerden verursacht, ist nicht abschließend geklärt. Die Forschung vermutet eine Störung der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn (neurogastrointestinale Fehlsteuerung). Ausgelöst werden die Beschwerden häufig durch Stress, hormonelle Schwankungen und FODMAP-reiche Nahrungsmittel.
Die FODMAP-Diät ist ein Ernährungskonzept, das an der australischen Monash University entwickelt wurde, um Beschwerden beim Reizdarmsyndrom zu lindern.
Die Diät, über deren Wirkung 2010 erstmals in einer Studie2 berichtet wurde, zielt darauf ab, den Anteil an FODMAPs in der Nahrung zu reduzieren, die individuell die meisten Beschwerden verursachen. So kann sich der Darm beruhigen und die Betroffenen erhalten ein besseres Verständnis für die eigenen Unverträglichkeiten.
In Studien3 brachte die FODMAP-Diät 60–80 % der Betroffenen zumindest kurzfristig eine Besserung ihrer Symptome. Zur Langzeitwirkung der Ernährungsform gibt es aktuell noch zu wenig Forschung, um klare Aussagen machen zu können.
Eine FODMAP-Diät sollte nur unter Anleitung einer Ernährungsfachkraft durchgeführt werden. Zum einen lassen sich so Folgeschäden durch die Diät vermeiden, zum anderen hat sie das nötige Expertenwissen, um FODMAPs in Lebensmitteln richtig zu klassifizieren. Denn ob ein Nahrungsmittel viele oder wenige FODMAPs enthält, hängt z. B. auch von der Verarbeitung und Zubereitungsart ab. So ist Tofu arm an FODMAPS, die Sojabohne, aus der er hergestellt wird, jedoch FODMAP-reich.
Beispiele von FODMAP-reichen und FODMAP-armen Lebensmitteln:
Die FODMAP-Diät ist nicht geeignet für eine langfristige Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Adipositas. Die Monash Universität selbst warnt in einem Statement vor dem Versuch, mit der FODMAP-Diät abzunehmen.4
Menschen mit Übergewicht und Adipositas und Reizdarmsyndrom sollten sich ärztlich beraten lassen, um eine individuell geeignete Ernährungsstrategie zu finden, die beide Krankheiten berücksichtigt.
Um Übergewicht zu reduzieren, ist eine multimodale Therapie erforderlich. Die Empfehlung ist, durch eine Kombination aus Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung ein tägliches Kaloriendefizit von 500–600 kcal zu erreichen.
Entscheidend ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung, die sicherstellt, dass der Körper auch bei einem länger andauernden Kaloriendefizit mit notwendigen Nährstoffen versorgt wird und die Patientinnen und Patienten die neue Ernährungsform auch nach erreichen des Zielgewichts beibehalten können.
Empfohlene Ernährungsformen zum Abnehmen:
Nicht empfehlenswert sind:
Moderne Wirkstoffe wie Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid – inkretin-basierte Therapien – beeinflussen das Sättigungs- und Belohnungssystem im zentralen Nervensystem sowie die Kommunikation zwischen Verdauungstrakt und Gehirn. Sie wirken gezielt auf Rezeptoren, die das Hungergefühl dämpfen, das Sättigungsgefühl verstärken, die Magenentleerung verlangsamen und die Blutzuckerkontrolle verbessern. Medikamente wie Wegovy®, Saxenda® und Mounjaro® können helfen, ein Kaloriendefizit leichter einzuhalten und unterstützen so die nachhaltige Reduktion des Körpergewichts bei Übergewicht und Adipositas.
Dabei gilt es zu beachten:
Die FODMAP-Diät ist ein Ernährungskonzept, das an der Monash University entwickelt wurde, um Beschwerden beim Reizdarmsyndrom zu lindern. Dabei werden bestimmte, schwer verdauliche Kohlenhydrate und Zuckeralkohole vorübergehend stark reduziert. Diese binden im Darm Gase und Wasser und können so Blähungen, Krämpfe oder Durchfall auslösen. Danach werden FODMAPs schrittweise wieder eingeführt, um individuell verträgliche Lebensmittel zu finden und die Ernährung langfristig ausgewogen zu gestalten.
Geeignet ist die Diät für Menschen mit ärztlich bestätigtem Reizdarmsyndrom oder funktionellen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Durchfall. Sie ist keine Abnehmkur und sollte nur unter fachlicher Begleitung angewendet werden, da sie komplex ist und bei falscher Durchführung zu Nährstoffmängeln führen kann.
Erlaubt sind leicht verdauliche Lebensmittel wie Reis, Hafer, Kartoffeln, Zucchini, Bananen, Trauben oder laktosefreie Milchprodukte. Zu meiden sind FODMAP-reiche Produkte wie Zwiebeln, Knoblauch, Äpfel, Birnen, Weizen, Hülsenfrüchte und Zuckeralkohole wie Sorbit oder Xylit. Nach einer strengen Diätphase sind nach und nach einzelne FODMAP-reiche Lebensmittel erlaubt, um herauszufinden, welche Lebensmittel individuell verträglich sind. Das Ziel ist es, den Speiseplan schrittweise zu erweitern.
Die Diät kann Reizdarmbeschwerden deutlich lindern, weil sie die Stoffe meidet, die den Darm reizen und zu Gasbildung führen. Viele Betroffene berichten über weniger Schmerzen, Blähungen und eine bessere Verdauung.
Die strenge Phase sollte etwa 6–8 Wochen dauern. Danach werden FODMAPs schrittweise wieder eingeführt, um individuell verträgliche Lebensmittel zu finden und die Ernährung langfristig ausgewogen zu gestalten.
Im Alltag empfinden viele die Ernährungsform anfangs als aufwendig, da man genau auf Zutaten achten muss. Mit etwas Übung und professioneller Unterstützung lässt sie sich aber umsetzen und führt häufig zu einer spürbaren Verbesserung des Wohlbefindens.
Nein, Wegovy® kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einer ärztlichen Verordnung in der Apotheke erworben werden.
Du kannst Saxenda® bestellen, wenn Dir ein Arzt ein gültiges Rezept ausgestellt hat. Danach ist die Bestellung über eine zertifizierte Versandapotheke möglich.