Kalorienrechner: So findest Du Deinen täglichen Kalorienbedarf

Kalorienbedarf berechnen, verstehen und gezielt anpassen – so erreichst Du Deine Ziele.

Verschiedene Lebensmittel mit Maßband und Taschenrechner auf einem Tisch zeigen, wie man den Kalorienbedarf berechnen kann.

Dein Kalorienbedarf ist die Basis, egal ob Du abnehmen, zunehmen oder Muskeln aufbauen möchtest. In diesem Artikel erfährst Du, wie sich Dein täglicher Energiebedarf aus Grund- und Leistungsumsatz zusammensetzt, wie Du ihn selbst berechnest oder praktische Kalorienrechner nutzt – und wie Du mit einem passenden Kaloriendefizit oder -überschuss Deine Ziele effektiv erreichst. Zusätzlich zeigen wir Dir typische Fehler beim Abnehmen und geben Dir konkrete Rechenbeispiele zur Orientierung.

Letzte Änderung
28.08.2025
Lesezeit
5
Minuten

Was sind Kalorien?

Kalorien sind eine Maßeinheit für Energie. Genauer gesagt beschreibt eine Kalorie (cal) die Energiemenge, die benötigt wird, um 1 g Wasser um 1 °C zu erwärmen. In der Ernährung sprechen wir jedoch fast immer von Kilokalorien (kcal) – das sind 1.000 Kalorien.

Obwohl seit 1948 Joule (J) die offizielle physikalische Einheit für Energie ist (1 kcal = 4,184 kJ), hat sich im Alltag die Angabe in Kalorien gehalten.

Was ist der Kalorienbedarf – und warum ist er wichtig?

Der Kalorienbedarf ist die Energiemenge, die Dein Körper täglich benötigt, um grundlegende Funktionen wie Atmung, Verdauung, Bewegung und Denkprozesse aufrechtzuerhalten.

Ob Du Dein Gewicht hältst, abnimmst oder zunimmst, hängt von Deiner Energiebilanz ab:

  • Nimmst Du mehr Kalorien auf als Du verbrauchst → Gewichtszunahme
  • Nimmst Du weniger Kalorien auf → Gewichtsabnahme

Einflussfaktoren auf den Kalorienbedarf

Der tägliche Kalorienbedarf wird von mehreren Faktoren beeinflusst – darunter Alter, Geschlecht, Muskelanteil, Aktivitätslevel sowie hormonelle und gesundheitliche Voraussetzungen.

Diese bestimmen, wie viel Energie Dein Körper im Ruhezustand (Grundumsatz) und bei körperlicher Belastung (Leistungsumsatz) verbraucht.

Im Alltag – insbesondere beim Abnehmen – sind diese individuellen Unterschiede meist nachrangig. Entscheidend ist die Energiebilanz: Wer dauerhaft weniger Kalorien aufnimmt, als der Körper verbraucht, nimmt ab.

Kalorienbedarf berechnen: So funktioniert’s Schritt für Schritt

Der tägliche Kalorienbedarf, auch Gesamtumsatz genannt, setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Grundumsatz – Energieverbrauch in Ruhe
  • Leistungsumsatz – zusätzlicher Verbrauch durch Bewegung

Grundumsatz berechnen

Nutze die Mifflin-St. Jeor-Formel1 zur Berechnung:

  • Männer: (10 × Gewicht in kg) + (6,25 × Größe in cm) – (5 × Alter in Jahren) + 5
  • Frauen: (10 × Gewicht in kg) + (6,25 × Größe in cm) – (5 × Alter in Jahren) – 161

Leistungsumsatz berechnen

Der Leistungsumsatz hängt von Deiner Aktivität ab und wird mit dem PAL-Wert (Physical Activity Level)2 berechnet:

PAL-Wert Aktivität
1,2 Ausschließlich sitzend oder liegend (z. B. bei immobilen Personen)
1,4–1,5 Vorwiegend sitzende Tätigkeit (z. B. Büroangestellte) und wenig körperlich aktive Freizeit
1,6–1,7 Sitzend mit teilweise stehender oder gehender Tätigkeit (z. B. Berufskraftfahrer, Laborpersonal) und moderate Freizeitaktivitäten
1,8–1,9 Überwiegend gehende oder stehende Tätigkeit (z. B. Pflegekräfte, Servicepersonal)
2,0–2,4 Körperlich sehr anstrengende Tätigkeiten (z. B. auf dem Bau arbeitende Personen, Leistungssportler:innen)

Gesamtumsatz berechnen

Gesamtumsatz = Grundumsatz × PAL-Wert

Das Ergebnis ist Dein täglicher Kalorienbedarf, um Dein aktuelles Gewicht zu halten.

Kalorienrechner online nutzen

Du möchtest Dir die Berechnung sparen? Dann nutze einen Kalorienrechner online oder in einer App. Damit kannst Du Deinen Bedarf schnell und individuell berechnen – egal, ob zum Abnehmen, Zunehmen oder Muskelaufbau.

Hinweis zur Genauigkeit:

Ob per Formel oder Online-Tool – alle Berechnungen basieren auf Durchschnittswerten. Faktoren wie Muskelmasse, Stoffwechsel und Hormonhaushalt können individuell stark abweichen. Nutze den Rechner daher als Orientierung und beobachte Deine Fortschritte beim Abnehmen.

Beispielrechnung Kalorienbedarf

Person Grundumsatz (kcal) PAL-Wert Gesamtumsatz (kcal) Ziel: Abnehmen (-400 kcal)
Frau, 30 J., 100 kg, 1,70 m 1.752 kcal 1,4 2.452 kcal 2.052 kcal
Mann, 35 J., 115 kg, 1,80 m 2.105 kcal 1,5 3.158 kcal 2.758 kcal

Kalorienrechner für Abnehmen, Zunehmen & Muskelaufbau

Ein Kalorienrechner hilft Dir dabei, Deinen täglichen Energiebedarf zu bestimmen – also wie viele Kalorien Du brauchst, um Dein aktuelles Gewicht zu halten (Erhaltungsbedarf). Je nach Ziel musst Du Deine Kalorienzufuhr anpassen:

Abnehmen

Um Körperfett zu verlieren, brauchst Du ein Kaloriendefizit – also weniger Kalorien, als Du verbrauchst. Das erreichst Du durch:

  • weniger essen (geringere Kalorienzufuhr).
  • mehr Bewegung (höherer Energieverbrauch).

Ein tägliches Defizit von 300–500 kcal gilt als effektiv und nachhaltig. So verlierst Du im Schnitt ca. 0,5 kg Fett pro Woche. Wichtig: Ein zu großes Defizit kann zu Muskelabbau oder Nährstoffmangel führen.3

Zunehmen

Wenn Du an Gewicht zulegen möchtest, brauchst Du einen Kalorienüberschuss.

Empfohlen sind +250 bis +500 kcal pro Tag. Ohne gezieltes Training (Sport) nimmst Du dabei vor allem Fettmasse zu.4

Muskelaufbau

Für Muskelaufbau ist ein leichter Kalorienüberschuss nötig – etwa +250 bis +300 kcal täglich.

Entscheidend ist dabei: Nur mit regelmäßigem Krafttraining baust Du Muskulatur auf. Ohne Trainingsreiz speichert der Körper die überschüssige Energie nicht als Muskelmasse, sondern als Fett.5

Typische Fehler beim Abnehmen vermeiden

  • Zu starkes Kaloriendefizit: Ein drastisches Defizit (z. B. mehr als 800–1.000 kcal unter Bedarf) kann den Stoffwechsel verlangsamen, den Körper in den Energiesparmodus versetzen und zu Muskelabbau führen. Ein Defizit von 300–500 kcal pro Tag wird empfohlen – damit verlierst Du im Schnitt etwa 0,5 kg Fett pro Woche.3
  • Zu schnelle Ergebnisse erwarten: Erfolgreiches Abnehmen braucht Zeit. Wer schnelle Erfolge durch Crash-Diäten erzwingen will, riskiert den Jo-Jo-Effekt. Ein langsamer, stetiger Gewichtsverlust ist effektiver und langfristig stabiler.
  • Keine Anpassungen vornehmen: Dein Bedarf sinkt, wenn Du Gewicht verlierst – passe Dein Defizit entsprechend an.

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Ja. Ein Kalorienrechner berücksichtigt sowohl Deinen Grundumsatz (Energie im Ruhezustand) als auch den Leistungsumsatz, der durch Alltagsbewegung und Sport entsteht. Deine tägliche Aktivität – ob Spaziergänge, Hausarbeit oder regelmäßiges Training – hat Einfluss auf Deinen Gesamtenergiebedarf.

Ja. Die meisten Kalorienrechner beziehen Deine sportlichen Aktivitäten über den PAL-Wert (Physical Activity Level) mit ein. Wer einen sitzenden Job hat, aber regelmäßig trainiert, erhöht seinen Leistungsumsatz – und damit auch den täglichen Kalorienbedarf.

Nein, das ist in der Regel nicht nötig. Solange Dein Gewicht und Aktivitätslevel relativ konstant bleiben, reicht es, Deinen Kalorienbedarf alle paar Wochen oder Monate erneut zu berechnen.

Nutze den Kalorienrechner vor allem dann erneut, wenn sich etwas Grundlegendes verändert – zum Beispiel bei:

  • Gewichtsveränderungen
  • Deutlich mehr oder weniger Bewegung im Alltag oder Training

Ja. Der Jo-Jo-Effekt entsteht oft nach extremen Diäten, bei denen die Kalorienzufuhr stark reduziert wird. Ein Kalorienrechner hilft Dir, ein realistisches Defizit einzuhalten und den Stoffwechsel nicht unnötig zu drosseln.

Dokumentiere Deine Kalorienaufnahme mit einem Ernährungstagebuch oder einer App. Achte auf eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung, um nachhaltig abzunehmen.

  1. 1Mifflin-St. Jeor, J. A., St Jeor, S. T., Hill, L. A., Scott, B. J., & Daugherty, S. A. (1990). A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals. The American Journal of Clinical Nutrition, 51(2), 241–247.
  2. 2DocCheck. (2015, 17. März). PAL-Wert. DocCheck Flexikon. Abgerufen von https://flexikon.doccheck.com/de/PAL-Wert
  3. 3Deutsche Adipositas-Gesellschaft. (2024). S3-Leitlinie: Prävention und Therapie der Adipositas. AWMF-Registernummer 050–001. Abgerufen von https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/050-001
  4. 4Wilding, J. P. H., Batterham, R. L., Calanna, S., Davies, M., Van Gaal, L. F., Lingvay, I., … & Kushner, R. F. (2021). Once-weekly semaglutide in adults with overweight or obesity. The New England Journal of Medicine, 384(11), 989–1002. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2032183
  5. 5Mind To Muscle Fitness. (2023). Calorie surplus for muscle growth: How much? Abgerufen von https://www.mindtomusclefitness.com/calorie-surplus-for-muscle-growth/
  6. 6Helms, E. R., Aragon, A. A., & Fitschen, P. J. (2014). Evidence-based recommendations for natural bodybuilding contest preparation: Nutrition and supplementation. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 11(1), 20. https://doi.org/10.1186/1550-2783-11-20
  7. Holtmeier, H.-J. (1995). Grundumsatz. In Gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen (S. 143–147). Springer Berlin Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-79188-1_19
  8. Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB). (o. J.). Die gesetzlichen Einheiten im Messwesen. Abgerufen am 9. Juli 2024, von https://www.ptb.de/cms/fileadmin/internet/presse_aktuelles/broschueren/intern_einheitensystem/Die_gesetzlichen_Einheiten.pdf
  9. AMBOSS. (o. J.). Kalorischer Verbrauch. Abgerufen am 9. Juli 2024, von https://next.amboss.com/de/article/wK0hiS?q=kalorischer%20verbrauch