Von leichtem Übergewicht bis zur schweren Fettleibigkeit: Was die Grade 1 bis 3 voneinander unterscheidet – und warum eine frühzeitige Diagnose entscheidend für die Gesundheit ist.
Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die in Deutschland weit verbreitet ist. In Deutschland sind mehr als die Hälfte der Männer und fast jede zweite Frau übergewichtig. Ein großer Teil davon ist bereits von Adipositas betroffen – also von starkem Übergewicht. Seit 2020 gilt Adipositas offiziell als eigenständige Krankheit. Die Schweregrade basieren auf dem BMI und beeinflussen das Risiko für Folgeerkrankungen. Dieser Artikel erklärt, wie Adipositas eingeteilt wird, welche gesundheitlichen Folgen möglich sind und welche Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung infrage kommen.
Adipositas, auch Fettleibigkeit genannt, beschreibt eine übermäßige Anreicherung von Körperfett, die das Risiko für zahlreiche Krankheiten deutlich erhöht. Anders als einfaches Übergewicht wird Adipositas als chronische Erkrankung eingestuft, die ab einem BMI von 30 diagnostiziert wird.
Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, die selten auf eine einzelne Ursache zurückzuführen ist. Vielmehr entsteht sie durch ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr und -verbrauch, das durch verschiedene körperliche, psychische und soziale Faktoren begünstigt wird.
Eine genetische Veranlagung kann beispielsweise beeinflussen, wie der Körper Energie speichert, wie der Stoffwechsel arbeitet und wie stark das individuelle Hungergefühl ausgeprägt ist. Auch hormonelle Veränderungen – etwa bei Schilddrüsenerkrankungen oder Störungen im Insulinstoffwechsel – können eine Gewichtszunahme fördern und die Gewichtsregulation erschweren.
Auch psychische Belastungen wie Depressionen, Angststörungen oder emotionales Essverhalten sind Auslöser. Hinzu kommen äußere Einflüsse wie Bewegungsmangel, sitzende Tätigkeiten, ungesunde Ernährung, Schlafmangel und chronischer Stress. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente (z. B. Antidepressiva, Kortison) oder Erkrankungen zu einer Gewichtszunahme beitragen.
Die Ursachen sind individuell unterschiedlich – deshalb ist eine gezielte Analyse der Lebensumstände und der medizinischen Vorgeschichte entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.
Eine genetische Veranlagung kann beispielsweise beeinflussen, wie der Körper Energie speichert, wie der Stoffwechsel arbeitet und wie stark das individuelle Hungergefühl ausgeprägt ist. Auch hormonelle Veränderungen – etwa bei Schilddrüsenerkrankungen oder Störungen im Insulinstoffwechsel – können eine Gewichtszunahme fördern und die Gewichtsregulation erschweren.
Auch psychische Belastungen wie Depressionen, Angststörungen oder emotionales Essverhalten sind Auslöser. Hinzu kommen äußere Einflüsse wie Bewegungsmangel, sitzende Tätigkeiten, ungesunde Ernährung, Schlafmangel und chronischer Stress. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente (z. B. Antidepressiva, Kortison) oder Erkrankungen zu einer Gewichtszunahme beitragen.
Die Ursachen sind individuell unterschiedlich – deshalb ist eine gezielte Analyse der Lebensumstände und der medizinischen Vorgeschichte entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Übergewicht und Adipositas anhand des BMI. Der BMI beschreibt das Verhältnis von Gewicht zur Körpergröße:
Je höher der BMI, desto größer das Risiko für Folgeerkrankungen. Bereits ab einem BMI von 30 spricht die WHO von Adipositas.
Bereits bei Präadipositas (BMI 25–29,9) empfiehlt sich eine Gewichtsreduktion. Je früher Maßnahmen greifen, desto besser lassen sich Gesundheitsrisiken senken.
Der BMI bietet eine grobe Orientierung für den Körperfettanteil, berücksichtigt aber keine Unterschiede bei Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Muskelmasse.
Beispiel: Sportlich-muskulöse Menschen können einen hohen BMI haben, ohne übergewichtig zu sein. Ältere Erwachsene haben bei gleichem BMI oft mehr Körperfett. Ergänzende Messungen wie Taillen-/Hüftumfang und deren Verhältnis bieten eine genauere Einschätzung des Körpergewichts in Relation zur Körperzusammensetzung.
BMI: 30 und 34,9.
Typische Symptome bei Adipositas Grad 1 sind:
Eine ärztliche Abklärung ist ratsam. Das Risiko für Folgeerkrankungen ist individuell und nicht ausschließlich vom BMI abhängig. Der Lebensstil, bestehende Krankheiten und genetische Faktoren beeinflussen das individuelle Risiko. Bereits geringer Gewichtsverlust senkt das Risiko für Folgeerkrankungen.
Mögliche Folgeerkrankungen Adipositas Grad 1 sind:
BMI: 35 bis 39,9
Typische Symptome bei Adipositas Grad 2 sind:
Mögliche Folgeerkrankungen Adipositas Grad 2 sind:
In diesem Stadium ist das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich erhöht. Häufig bestehen bereits gesundheitliche Schäden. Die Lebenserwartung sinkt. Eine gezielte Gewichtsreduktion und psychologische Unterstützung können die Prognose deutlich verbessern. Betroffene sollten ärztlichen Rat einholen.
BMI: ab 40
Typische Symptome bei Adipositas Grad 3 sind:
Diese Form der Erkrankung fordert eine regelmäßige medizinische Kontrolle. Das Gewicht belastet Körper und Psyche stark. Alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen oder Hausarbeit können zur Herausforderung werden. Viele Betroffene ziehen sich aus dem sozialen und beruflichen Leben zurück. Stigmatisierung und Diskriminierung verstärken oft psychische Belastungen.
Mögliche Folgeerkrankungen Adipositas Grad 3 sind:
Auch die Lebenserwartung ist bei einer Adipositas 3. Grades vermindert.
Die Behandlung von Übergewicht und Adipositas erfordert eine langfristige Strategie, die individuell angepasst wird. Abhängig vom Schweregrad der Adipositas kommen verschiedene Therapieansätze infrage.
Ziel: langfristige Gewichtsabnahme und Stabilisierung
Personalisierte Reduktionsprogramme, die auf individuelle Bedürfnisse und Lebenssituationen zugeschnitten sind, basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden häufig unter ärztlicher Begleitung durchgeführt. Je nach Einrichtung oder Anbietenden können sie über die Krankenkasse abgerechnet oder als Selbstzahlerleistung in Anspruch genommen werden. Eine Beratung durch eine Haus- oder Facharztpraxis oder Krankenkasse hilft bei der Einordnung und Vermittlung geeigneter Programme.
Eine chirurgische Behandlung wird nur bei schwerer Adipositas empfohlen, wenn konservative Methoden über mindestens 6 Monate nicht erfolgreich waren. Die Entscheidung für eine Magenverkleinerung oder Bypass-Operation sollte gemeinsam mit Fachärzten getroffen und langfristig begleitet werden.
Ziel der Adipositasprävention ist es, die Entstehung von starkem Übergewicht frühzeitig zu verhindern – und damit langfristige gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen zu reduzieren. Entscheidend ist dabei ein nachhaltiger Lebensstil, der auf ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und einem gesunden Umgang mit Stress basiert.
Einseitige Diäten oder radikale Ernährungskonzepte sind keine empfehlenswerte Lösung. Sie können die Nährstoffversorgung gefährden und führen selten zu dauerhaftem Erfolg.
In der Prävention werden zwei Ansätze unterschieden:
Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die in drei Schweregrade unterteilt wird. Ab einem BMI von 30 besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Gelenkprobleme. Ab Grad 3 ist die Lebenserwartung oft reduziert. Eine frühzeitige Diagnose und individuelle Therapie sind entscheidend. Je nach Schweregrad kommen Verhaltensänderungen, Medikamente oder chirurgische Maßnahmen infrage.
Der BMI liegt zwischen 30–34,9. Erste körperliche Einschränkungen wie Atemnot, Schwitzen und geringere Ausdauer treten auf.
Bei der Behandlung von Adipositas muss zunächst die Ursache geklärt werden. Können Erkrankungen ausgeschlossen werden, die zur Gewichtszunahme geführt haben, wird meist mit einer Kombination aus einem Kaloriendefizit, einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung behandelt.
Bewegungseinschränkungen, Schmerzen, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Fettleber, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Das lässt sich nicht pauschal sagen, da die Einstufung über den Body-Mass-Index (BMI) erfolgt – also in Relation zur Körpergröße. Bei einer Person mit 1,70 m Körpergröße beginnt Adipositas Grad 3 ab etwa 115 kg. Je nach Statur kann dieser Wert leicht variieren.
Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert Fettleibigkeit in 3 Stufen: Adipositas Grad 1, Adipositas Grad 2 und Adipositas Grad 3. In der ersten Stufe liegt ein BMI zwischen 30 und 34,9 vor. Bei Adipositas Grad 2 ein BMI von 35 bis 39,9 und im dritten Grad ein BMI ab 40.